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Länderinformation

Ägypten: Arzt und geschiedener Vater angeklagt

Der ägyptische Generalstaatsanwalt hat einen Arzt und einen dreifachen Vater an ein Strafgericht verwiesen, weil er an den drei Töchtern weibliche Genitalbeschneidung durchgeführt hat. Der geschiedene Vater hätte den Eingriff mit dem Arzt abgesprochen, ohne zuvor die Mädchen oder ihre Mutter zu informieren.

Ahram Online

Länderinformation

Russland/Inguschetien: 9-jähriges Mädchen beschnitten

Russische Rechtsaktivisten fordern eine umfassende Untersuchung der Beschneidung eines neunjährigen Mädchens. Laut einem Bericht von AFP wurde das Kind im Juni 2019 in einer Klinik in Magas ohne Zustimmung der Mutter und auf Initiative ihres Vaters beschnitten. Sie sei vom medizinischem Personal und ihrer Stiefmutter festgehalten worden, die ihre Schreie ignorierten.

Die Mutter erhob bereits Anklage gegen Izanya Nalgiyeva, die Gynäkologin der Aibolit-Klinik, die die Operation durchgeführt hatte. Geroyev, dass der Ausschuss die Anfrage begrüßte und dass der Fall geprüft wurde.

Russland hat kein spezifisches Gesetz, das die Genitalverstümmelung von Frauen (FGM) verbietet, und eine umfassende Untersuchung des Falls wäre eine Premiere für das Land.

EU-OCS

The Moscow Times

52. Runder Tisch NRW 2.0 am 03.06.2020

Wir möchten Sie herzlich zum zweiten Runden Tisch NRW 2.0 einladen,

am 03. Juni 2020
von 15.00 bis 16.30 Uhr

NEU: Als Sachverständige wird Miriam Koch, Leiterin des Amtes für Migration und Integration Düsseldorf, aus ihrer Arbeit und der Situation in Düsseldorf berichten.

Die Zugangsdaten gehen Ihnen automatisch mit der Bestätigungsmail zu. Wir werden Ihnen zusätzlich einen Tag vorher die Zugangsdaten zusenden. Dann erhalten Sie auch die Tischvorlage für die Sitzung.

Kennenlern- und Übungsrunde ab 14.30 Uhr
Wer möchte ist herzlich eingeladen, sich bereits ab 14.30 Uhr zuzuschalten, um das Ungewohnte einzuüben und das ein oder andere Gespräch zu führen. Das hat sich beim letzten Mal bewährt.

 

Abfrageergebnisse

In das Anmeldungsformular haben wir wieder einige Fragen eingebaut, die uns weiterhelfen, den Runden Tisch zu gestalten. Abfrageergebnisse.

 

Ablauf des 52. Runden Tisches

Top 1 – Begrüßung

Top 2 – Vorstellungsrunde

Bei 60 Anmeldungen können wir leider keine Vorstellungsrunde durchführen. Daher stellen wir die Liste der Teilnehmer*innen zur Verfügung. Teilnehmerliste final

Top 3 – Schwerpunkte

1. Situation der Flüchtlingsfrauen in Unterkünften
In den vielen Meldungen über die Situation von Flüchtlingen in Unterkünften wird deutlich, dass hier Handlungsbedarf ist. Was muss getan werden, insbesondere für die Mädchen und Frauen? Wir haben hier dazu unter News Informationen gesammelt.

2. Beratungs- und Begleitmöglichkeiten bei wichtigen Terminen
Beim letzten Treffen blieben Fragen offen, z.B. die Begleitung von Frauen bei Krankenhausaufenthalten. Wir werden versuchen, diese Fragen zu klären.

3. Internetplattform für Arbeitsgruppen des Runden Tisches NRW
Das Organisationsteam des Runden Tisches hat sich ein Fleißkärtchen verdient. Wir haben begonnen, das Programm “Slack” einzurichten, damit viele der Fragen, die in unseren Sitzungen nicht geklärt werden können oder zwischen den Sitzungen auftauchen, bearbeitet werden können. Es ist aber noch zu früh, die Plattform freizugeben. Wir sind für jede Unterstützung von Expert*innen dankbar, die mit dem Programm schon länger arbeiten. Maren Broers vom Organisationsteam wird den aktuellen Stand vorstellen.

 

Top 4 – Nächster Runde Tisch NRW

Am Ende werden wir verschiedene Möglichkeiten gemeinsam klären:

Abfrage 1: 

Angenommen das nächste Treffen kann wieder normal ablaufen, sollen wir uns

  1. viermal im Jahr persönlich wie früher treffen 
  2. zweimal im Jahr persönlich und zweimal virtuell treffen
  3. einmal im Jahr persönlich und dreimal virtuell treffen

 

Abfrage 2: 

Die Treffen hatten vor Corona 2,5 Stunden gedauert. Sollte es möglich sein, sich persönlich wieder zu treffen, würden wir zu diesem Zeitmodell zurückkehren. Welche Zeitdauer sollten wir wählen, wenn wir uns das nächste Mal wieder virtuell treffen müssen:

  1. 1,5 Stunden wie jetzt
  2. 2 Stunden
  3. 2,5 Stunden

 

Abfrage 3: 

Welcher Termin für den nächsten Runden Tisch wäre für Sie günstig:

  1. 19.08.20
  2. 26.08.20
  3. 02.09.20

 

Abfrage 4: 

Themenvorschläge für den nächsten Runden Tisch ergeben sich aus der aktuellen Sitzung und werden aktuelle am Ende eingespielt.

 

Die Einladung komplett

 

Die Gesprächsrunde danach
Während des letzten Runden Tisches wurde deutlich, dass am Ende noch Redebedarf bestand. Aus Versehen wurde von uns das Meeting komplett beendet. Das wird nun nicht mehr vorkommen. Sie haben die Möglichkeit, Themen weiter zu besprechen, auch der Chat bleibt geöffnet.

Engagement

Protest gegen Unterbringung von Flüchtlingen

Der Flüchtlingsrat NRW hat dazu einen Appell veröffentlicht:

Appell des Flüchtlingsrates NRW

 

Offener Brief an die Minister Laumann und Dr. Stamp.

In der Landeserstaufnahmeeinrichtung (EAE) in Köln-Bayenthal herrschen unhaltbare Zustände, die das Leben der Geflüchteten in Gefahr bringen und sie in menschenunwürdiger Weise der Bedrohung durch das Corona-Virus aussetzen.
Immer wieder schildern uns ratsuchende Frauen*, dass sie zum Teil schon seit Monaten in einer Containerunterkunft ausharren, die eigentlich nur für einen kurzen Aufenthalt vorgesehen ist. In dieser Unterkunft leben etwa 800 Menschen in unerträglicher Enge und Nähe zueinander.

Zum Offenen Brief

Kölner Express, 13.05.2020: Corona-Chaos im Flüchtlingsheim?

Kölner Express, 18.05.2020: Aktivisten fordern Evakuierung

Bericht des Ministers für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration für die Sitzung des Integrationsausschusses am 20. Mai 2020

Im Landtag NRW ist dieses Thema angekommen:

Kleine Anfrage der SPD – Drucksache 17/9273 vom 06.05.2020

Antrag Bündnis 90/Die Grünen – Drucksache 17/9344 vom 19.05.2020

Bericht des Ministers für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration für die Sitzung des Integrationsausschusses am 20. Mai 2020

 

E-Mail-Aktion

In den Landeserstaufnahmeeinrichtungen leben die Bewohner*innen auf engstem Raum und haben keine Möglichkeit sich vor einer Ansteckung mit COVID-19 zu schützen. In einigen Unterkünften gibt es bereits Corona-Fälle und die daraus folgenden Quarantänemaßnahmen sind menschenunwürdig. Was uns die Menschen berichten, widerspricht einem verantwortungsvollen Gesundheitsschutz.
Deshalb fordern wir, dass die geflüchteten Menschen endlich dezentral, quarantänegerecht und familiengerecht untergebracht werden.

Aufruf zur E-Mail-Aktion

Deutsche Welle

 

Situation St. Augustin

Was Experten befürchteten, ist in Sankt Augustin eingetreten: eine Corona-Masseninfektion in einem Flüchtlingsheim. Eine Studie zeigt: Die Gefahr für die Bewohner ist mindestens so hoch wie auf Kreuzfahrtschiffen.

Tagesschau, 19.05.2020: Zu eng für Abstandsregeln

 

Situation Euskirchen

Wieder ist es in einer Unterkunft für Flüchtlinge zu einer starken Ausbreitung des Coronavirus gekommen. In St. Augustin bei Bonn wurden 130 Menschen positiv getestet. Bei 170 Bewohnern fielen die Tests negativ aus.

Deutsche Welle, 17.05.2020: Corona-Ausbruch in NRW-Flüchtlingsheim

Länderinformation

Kenia: 12jährige gerettet

Ein 12-jähriges Mädchen in Kenia wurde am Freitag aus der Zwangsheirat mit einem 25-jährigen Mann gerettet. Die Minderjährige, deren Mitgift bereits bezahlt worden war, wurde von Polizisten und Menschenrechtsaktivisten aus dem Haus des Bräutigams gerettet, wo sie bereits mit dem Mann als seiner Braut lebte – der Mann wurde verhaftet. Der Polizeikommandant sagte, dass FGM und Frühheirat in der Region immer noch weit verbreitet seien, insbesondere jetzt, wo die Schulen geschlossen sind. Die Mitgiftverhandlungen und Hochzeiten würden nachts stattfinden, um dem Gesetz zu entgehen. Der Polizeikommandant forderte die Bevölkerung auf, solche rückläufigen Kulturen zu meiden, die die Rechte des Mädchens verletzen: „Kinderehen sind in dieser Gemeinde immer noch sehr verbreitet. Dies sind veraltete Praktiken, die in der Vergangenheit belassen werden sollten. Ich möchte diejenigen, die minderjährige Mädchen heiraten, warnen, dass sie verhaftet und entsprechend behandelt werden. Wir werden in diesem Kampf nicht nachgeben. Ich möchte alle Bewohner auffordern, uns solche Fälle unverzüglich zu melden, um Maßnahmen zu ergreifen “, sagte der Kommandant und fügte hinzu, dass Kinderehen den Mädchen die Möglichkeit verweigern, ihre Ausbildung abzuschließen und ihr Leben in vollen Zügen zu leben.
Kenia News

Folgen

Berlin: Mehr Fälle von Mädchenbeschneidung in Krankenhäusern

Immer mehr Mädchen und Frauen werden wegen weiblicher Genitalbeschneidung in Berliner Krankenhäusern behandelt. Von 2018 bis September 2019 wurde in 176 Fällen von Krankenhäusern eine Mädchenbeschneidung als Hauptdiagnose festgestellt, wie der Senat auf eine AfD-Anfrage antwortete, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Im Jahr 2016 gab es nur zwölf entsprechende Diagnosen bei Frauen, 2017 waren es sechs. Das letzte Quartal 2019 wurde noch nicht ausgewertet. Auch mögliche Behandlungen in Arztpraxen sind in den Zahlen nicht enthalten.

Tagesspiegel

International

COVID-19-Krise trifft vor allem Mädchen

UNODC-Exekutivdirektor Ghada Fathi Waly: Die Corona-Pandemie leite Strafverfolgungsressourcen um und schränke soziale und öffentliche Dienste ein. Opfer von Menschenhandel hätten noch weniger Chancen zu fliehen und Hilfe zu finden. Schulschließungen blockierten nicht nur den Zugang zu Bildung, Millionen von Kindern seien dadurch auch ohne Unterkunft und Nahrung. Die Vereinten Nationen berichteten, dass weltweit rund 370 Millionen Schüler*nnen Schulmahlzeiten verpassen, die häufig ihre einzige zuverlässige Nahrungsquelle sind.

Modern Diplomacy

Länderinformation

Ägypten: Beschneidungen nehmen kaum ab

Ungefähr 92 Prozent der verheirateten Frauen zwischen 15 und 49 Jahren wurden in Ägypten beschnitten. Amel Fahmy ist Direktorin eines Forschungszentrums, das sich gegen die Beschneidung von Frauen einsetzt. Sie sagt, dass die Zahl der Beschneidungen bei jüngeren Generationen insbesondere in städtischen Gebieten abnimmt, der Rückgang jedoch so gering ist, dass er kaum einen Unterschied macht.

Oneworld.nl  Übersetzung: Günter Haverkamp

Recht

Ungarn: Istanbul-Konvention wird nicht ratifiziert 

Die Istanbul-Konvention wurde von Ungarn 2014 unterzeichnet. Jetzt aber hat das ungarische Parlament die Ratifizierung der Konvention verweigert, weil sie “destruktive Geschlechterideologien” und “illegale Migration” fördere. Die Istanbul-Konvention ist das erste rechtsverbindliche Instrument zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und ein Meilenstein in der Geschichte des Schutzes der Frauenrechte. Es sieht unter anderem die Kriminalisierung von Missbräuchen wie FGM/C, Vergewaltigung in der Ehe und Zwangsheirat vor.

neweurope.eu

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Ägypten: Rückgang von FGM/C seit 1987

Kohortenanalyse der demografischen und gesundheitlichen Erhebungen: Weibliche Genitalbeschneidung hat in Ägypten eine lange Tradition und war bis vor kurzem quasi universell. Dennoch gibt es Anzeichen dafür, dass die Praxis an Unterstützung verloren hat und weniger Mädchen geschnitten werden. Diese Studie analysiert die Prävalenz von FGM/C in verschiedenen Geburtskohorten – die Ergebnisse zeigen einen stetigen Rückgang von FGM/C. Das Grundrisiko für die Geburtskohorte 2010 beträgt nur 30% derjenigen von 1987.

BMC Women’s Health