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Statistik

UNICEF: 200 Millionen betroffene Frauen und Mädchen

Weltweit leben mindestens 200 Millionen Frauen und Mädchen mit verstümmelten Genitalien, das zeigt ein neuer Bericht von UNICEF. Das sind fast 70 Millionen mehr als im Jahr 2014 geschätzt wurde. Grund ist das Bevölkerungswachstum in einigen Ländern und neue Daten aus Indonesien. Die Erhebung wurde in dreissig Ländern durchgeführt. Die Hälfte der betroffenen Frauen und Mädchen stammen aus Ägypten, Äthiopien und Indonesien. Mädchen unter 14 Jahren machen einen Anteil von 44 Millionen der Betroffenen aus mit dem höchsten Vorkommen in dieser Altersgruppe in Gambia und Mauretanien. In Indoniesien sind die Hälfte der Mädchen bis 11 Jahren genital verstümmelt.

https://www.unicef.ch/de/aktuell/news/weltweit-sind-mindestens-200-millionen-frauen-und-maedchen-betroffen

Länderinformation

Egypt: The fight against FGM

Clerics have debated it, doctors are divided about it, and parents are wary of it but some of them just follow tradition. Female genital mutilation (FGM), the practice of female circumcision, has been blamed for a wide range of health problems among women, ranging from death to the loss of libido. Although the procedure is formally illegal, enforcement of the law is still rare and girls in Egypt are still being circumcised in their thousands.

Mona, not her real name, was only 15 when her mother took her and her younger sister, then 14, to a doctor at a health clinic. The girls weren’t told what to expect. Now 35, Mona still recalls the experience with horror.

“If I gave birth to a daughter I would not have her circumcised. I would not subject her to the physical pain I still feel. The procedure is misguided and survives solely because of ignorance and a lack of awareness,” she said.

“When I got married and gave birth to my first son, the woman doctor who supervised the birth informed me that my circumcision had been badly done,” Mona added. “They say that the moral uprightness of girls depends on this procedure. But this is nonsense. Morality is about upbringing, not surgery.” More: Al-Ahram Weekly

UK: Schülerinnen werden aktiv

An einer Schule im südenglischen Bristol will man die Hilflosigkeit der Gesellschaft nicht länger hinnehmen. Die Lehrerin Lisa Zimmermann gründete eine Hilfsorganisation. Fahma und andere Jugendliche wollen Beschneidung enttabuisieren. Alle sollen lernen, darüber zu reden. “Als ich in der Schule anfing, wollte ich eine Gruppe von zwölf Mädchen zur Belohnung zum Reiten mitnehmen”, berichtet die Lehrerin. “Aber ich wurde gewarnt, dass es für sie schwierig sein könnte. Denn elf hatten eine Genitalverstümmelung.”
Die Schüler haben Filme gedreht. Kurze Szenen zeigen, wie Kindern geholfen werden kann. Oft fühlen sich die Mädchen allein gelassen. Mehr als 250.000 Unterschriften wurden in den letzten Wochen gesammelt, damit in allen Schulen des Landes solche Kurse abgehalten werden. “Wir fordern, dass alle Lehrer ausgebildet werden, wie sie mit dem Thema Genitalverstümmlung umgehen können”, sagt Lisa Zimmermann. “Und wir brauchen an jeder Schule einen sicheren Ort, wo man darüber sprechen kann. Das ist der einzige Weg, etwas zu verändern. Wir müssen mit den Kindern über FGM sprechen. Sie sind die künftigen Eltern. Nur so können wir den Kreislauf der Gewalt durchbrechen.”
Vor wenigen Tagen traf Fahma Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon. Der Generalsekretär versprach ihr, die Kampagne gegen Genitalverstümmelung mit allen Mitteln der Uno zu unterstützen. Ein Riesenerfolg. “Ich will, dass noch vor den Sommerferien in allen Schulen des Landes darüber informiert wird”, sagt Fahma. “Denn dann werden viele Mädchen ins Ausland geschickt oder sie werden selbst hier beschnitten. Die Ferien sind dafür die beste Zeit. Da kann alles abheilen und niemand bekommt etwas davon mit. Deswegen müssen alle Schulen so schnell wie möglich damit anfangen. Nur so können wir so viele Mädchen wie möglich retten.”

Quelle: 3Sat –  Barbarisches Ritual, Schüler gegen Genitalverstümmelung