Wir haben uns schon oft beim Runden Tisch NRW mit dem Thema verpflichtende Früherkennungsuntersuchungen, die sogenannten U-Untersuchungen, beschäftigt. Wichtig sind aber auch die Schuleingangsuntersuchung und die Erstuntersuchung bei Flüchtlingen.

Der Wunsch, dass Kinder gründlich untersucht werden, macht Sinn: Neben den wichtigen gesundheitlichen Gründen, die dafür sprechen, sind es die Prävention gegen sexualisierte Gewalt und weibliche Genitalbeschneidung.

 

Voraussetzungen

 

Die Verpflichtung fehlt

 

Schuleingangsuntersuchungen

Da nach dem Gespräch die schulärztliche Stellungnahme verschriftlich wird, und diese sowohl die Eltern als auch die Schulen erhalten, könnte man die Aufmerksamkeit auf das sensible Thema der weiblichen Genitalbeschneidung auch in den Schulen lenken und somit viel Leid verhindern.  

Hier könnte das Ministerium für Schule und Bildung NRW angesprochen werden.

 

Erstuntersuchungen von Flüchtlingen

Asylgesetz (AsylG) § 62 Gesundheitsuntersuchung

Asylsuchende haben sich in unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit der Registrierung gemäß § 62 Asylgesetz (AsylG) einer verpflichtenden Gesundheitsuntersuchung zu unterziehen.

Flüchtlinge sind verpflichtet , „eine ärztliche Untersuchung auf übertragbare Krankheiten einschließlich einer Röntgenaufnahme der Atmungsorgane zu dulden".

Die Eingangsuntersuchung beinhaltet: Anamnese, ggf. Blutentnahme, Dokumentation, Röntgen, Thorax, Befundung und Befundübermittlung, Impfungen.

Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz

 

 

Beispiele aus anderen Bundesländern

Baden Württemberg

Früherkennungsuntersuchungen die nicht innerhalb der in den Kinder-Richtlinien festgesetzten Toleranzgrenzen durchgeführt wurden, gelten als versäumt.

Kann die nächste reguläre Früherkennungsuntersuchung nach den Toleranzgrenzen der Kinder-Richtlinien erst in einem Monat oder später erfolgen, sind die Personensorgeberechtigten verpflichtet, die letzte für die Altersstufe des Kindes vorgesehene Früherkennungsuntersuchung nachholen zu lassen. Sie können hierzu ihr Kind dem für sie zuständigen Gesundheitsamt vorstellen.

Landesrecht BW

 

Beispiele in anderen Ländern

Österreich:                              Der Mutter-Kind-Pass bzw. die darin vorgesehenen Untersuchungen sind gesetzlich nicht vorgeschrieben. Der lückenlose Nachweis aller Untersuchungen ist aber Voraussetzung für die Gewährung des vollen Kinderbetreuungs-geldes ab dem 21. Lebensmonat.  TDF e.V., Mail vom 18.11.20.

 

 

 

 

 

 

 

Mail vom 18.11.20.

Schweden

Es sind 10 freiwillige Untersuchungen bis zum 5. Lebensjahr vorgesehen. Fast alle nehmen daran teil.

TDF e.V, Mail vom 18.11.20.

 

Schweiz

Es gibt 12 Vorsorge-untersuchungen bis zum 14. Lebensjahr. Es gibt keine Verpflichtung, sondern eine Empfehlung der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie.

https://www.wiado.de/u-untersuchungen/zuletzt abgerufen am 20.11.20.