Runder Tisch NRW gegen die Beschneidung von Mädchen

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© MGEPA 2016 / Silke Fabian

Der „Runde Tisch NRW gegen Beschneidung von Mädchen“ wurde am 6. Februar 2007, dem internationalen Tag gegen weibliche Genitalbeschneidung, von Aktion Weißes Friedensband e.V. gegründet. Es ist der erste Arbeitskreis zu diesem Thema auf Landesebene und Modell für andere Bundesländer.

Viele Behörden, Institutionen und Fachkräfte, die mit betroffenen Frauen und ihren Familien in Kontakt kommen, wissen nichts oder zu wenig über das Thema. Hier setzt das Konzept des Runden Tisches NRW an. Es bringt VertreterInnen von Politik, Ministerien, Behörden, Berufsverbänden, Menschenrechtsorganisationen und Beratungsstellen, vor allem aber mit betroffenen Frauen zusammen. Aus ihrem jeweiligen Bereich bringen die TeilnehmerInnen Kompetenzen und Ressourcen ein, die beim Runden Tisch NRW gebündelt werden. Durch die Einladung von kompetenten ExpertInnen werden alle TeilnehmerInnen informiert und sensibilisiert. Ziel ist es, die medizinische, soziale und rechtliche Situation betroffener Frauen zu verbessern und Mädchen vor Beschneidung zu schützen.

Deshalb planen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam Maßnahmen und bringen Projekte auf den Weg. Eine zentrale Frage ist, wie die Betroffenen angesprochen und erreicht werden können. Die Teilnahme von Organisationen und Menschen aus den Communities ist deshalb besonders wichtig.

Elementar für die Prävention sind bestimmte Berufsgruppen, weil sie früh mit den Mädchen und ihren Eltern Kontakt haben. Denn die Mädchen sind oft noch sehr klein, wenn sie beschnitten werden. Zu diesen Berufsgruppen gehören Kinderärztinnen und Kinderärzte, Erzieherinnen und Erzieher, Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer. Aber auch Gynäkologinnen und Gynäkologen und Hebammen, weil sie die Frauen bei der Geburt ihrer Töchter betreuen.

Mit den Handlungsempfehlungen an die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat der Runde Tisch NRW nach vielen Beratungen Eckpunkte festgelegt, die für eine wirksamere Verhinderung von Mädchenbeschneidung und einer besseren Betreuung von betroffenen Frauen wichtig wären.

Der Landtag NRW hat diese Empfehlungen unmittelbar aufgenommen und Mitte 2016 einstimmig einen Antrag aller Fraktionen (Drucksache 16/11705 vom 12.04.2016/Ausgegeben: 27.09.2016 2.Neudruck), verabschiedet. Damit fordert er weitere Maßnahmen und unterstützt die Arbeit des Runden Tisches NRW.

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter gab daraufhin FRIEDENSBAND den Auftrag zur Einrichtung eines Bildungsportals, dass die Forderungen nach mehr Information verschiedener Berufsgruppen erfüllt.

Sie haben Interesse an einer Teilnahme am Runden Tisch NRW gegen Beschneidung von Mädchen? Da wir unser im Ministerium, bzw. im Landtag durchführen, ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich: anmelden@kutairi.de

 

 

Presseerklärung vom 06.02.07

Dokumentation 2 Jahre Runder Tisch NRW

Dokumentation Fachttagung im Landtag NRW 2009