In Tansania gibt es, wie in vielen Teilen Afrikas, die Saisonbeschneidung. Im Dezember suchen Mädchen Schutz vor der eigenen Beschneidung, indem sie fliehen. Schutzhäuser (Safe Houses) nehmen sie auf und verteidigen sie gegen die Forderungen nach Herausgabe. Nach der Beschneidungszeit versuchen die Mitarbeiter*innen der Schutzhäuser, eine sichere Rückkehr zu ermöglichen. Dabei arbeiten sie eng mit der Polizei und den Behörden zusammen. Ein spannender Film, in dem die kleinen Mädchen über weite Strecken die Hauptakteurinnen sind.


Webinar mit Maren Bröer
am 01.09.2020 von 17.30 und 19.00 Uhr


Rosie hörte in der Schule, wie gefährlich die Auswirkungen der Mädchenbeschneidung sind. Ihre Mutter sagte am selben Tag, dass „ihre Zeit zur Beschneidung“ gekommen sei. Die Zwölfjährige versuchte verängstigt, mit ihrer Mutter zu reden. Als diese sich weigerte zuzuhören, packte Rosie ein paar Sachen in eine Plastiktüte, tat so, als würde sie zur Schule gehen, und rannte zum Safe House. „Wir dürfen nicht beschnitten werden, wir müssen geliebt werden“, sagt das junge Mädchen.

 

Maria war mit 8 Jahren das jüngste Mädchen, das während der Beschneidungssaison in Tansania aus eigener Kraft das Safe House erreichte. Als Ihre Großmutter ihr befahl, eine Tasche zu packen und zur BEschneidungszeremonie in das Dorf ihres Vaters zu gehen, rannte das junge Mädchen statt dessen sofort zum Safe House und suchte Hilfe. „Ich wünsche nur, ich könnte andere Mädchen vor FGM retten“, sagt das junge Mädchen.

 

Rhobi Samwelly hat als Kind die Beschneidung erleben müssen, was sie dazu antrieb, sich ein Leben lang für die Rechte von Mädchen und Frauen zu engagieren. Sie ist die Gründerin und Geschäftsführerin von Hope for Girls and Women mit Häusern in den Distrikten Butiama und Serengeti der Mara-Region in Tansania. Dort werden die Flüchtlinge vor FGM, Kinderehen und anderer Formen geschlechtsspezifischer Gewalt geschützt und unterstützt. Rhobis Aktivismus wurde in den Daily News, der BBC, dem Guardian und dem Telegraph in Tansania sowie jetzt im Dokumentarfilm „In the Name of your Daughter“ vorgestellt.