Seminar: FGM/C in Afrika – der Islam als Vorwand!

mit

 

Imam Seedy Touray

und

Ibrahim Guèye

 

am Donnerstag, 19.11.2020
von 15.00 bis 16.30 Uhr

 

Missionare haben sich immer auf die lokalen Kulturen gestützt, um ihre Religion zu etablieren. So duldete der Islam in Afrika viele Traditionen, die nichts mit der Religion zu tun haben. Das Tragen von Amuletten, die Polygamie und vieles andere waren längst vor der Islamisierung in Afrika verwurzelt.

Dies gilt auch für die Beschneidung weiblicher Genitalien. Pharaonen praktizierten die Beschneidung weiblicher Genitalien mehrere tausend Jahre vor dem Islam und nicht um sonst heißt die schlimmste Form der Beschneidung weiblicher Genitalien die „Pharaonische“.

Imam Seedy Touray aus Gambia erläutert uns, warum die Beschneidung weiblicher Genitalien sich in Westafrika fortsetzt und wie schwierig der Kampf gegen FGM/C ist. Es reicht nur zu sagen, dass der Islam gegen bzw. für eine bestimmte Tradition ist, um Gläubige zu überzeugen: Fact-Checking ist keine Option, weil Geistliche als unfehlbar gelten.

Der Iman Seedy Touray kommt aus Gambia, ein Land mit einer FGM-Prävalenzrate von 80 Prozent. Das gilt vor allem für seine Ethnie, der Soninke, die ursprünglich aus Mali kommt. Mali verzeichnet auch eine Rate von ca. 80 Prozent.

Wie wir es inzwischen alle wissen, müssen diese Raten in Afrika unter die Lupe genommen werden, denn sie variieren je nach Ethnie von 0 bis 99 Prozent. Bei der Soninke liegt die Rate bei praktisch 99 Prozent.

Der Imam ist sehr liberal und fördert seit vielen Jahren die deutsch-afrikanische Zusammenarbeit in allen sozialen Bereichen. Er ist beliebt und sehr geschätzt unter den Migranten aus Gambia und Senegal, die aufgrund der geografischen Nähe dieselben afrikanischen Sprachen sprechen.