Um zu untersuchen, ob und wie FGM/C mit schmerzhaften gynäkologischen und geburtshilflichen Komplikationen bei betroffenen Frauen verbunden ist, wurden 116 Studien mit insgesamt 77.324 Frauen, die von einer FGM/C betroffen waren, und 63.949 Frauen ohne FGM/C in einer kritischen Literatur-Analyse und Meta-Studie ausgewertet. Eingeschlossene gynäkologische Diagnosen waren Dyspareunie (Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Schmerzen beim Eindringen in die Vagina), Dysurie (Schmerzen, Brennen oder Beschwerden beim Wasserlassen), Dysmenorrhoe (schmerzhafte Menstruation) und Harnwegsinfektionen sowie geburtshilfliche Ergebnisse wie verlängerte Wehen, perineale Tränen, Episiotomie (ein chirurgischer Schnitt des Perineums, durch den ein Neugeborenes hindurchtreten kann), Kaiserschnitt und instrumentelle Entbindung. Die Auswertung gibt Hinweise auf ein höheres Risiko für Dyspareunie, Dysurie, Perinealrisse und längere Wehen bei Personen mit FGM/C. Darüber hinaus ergeben sich Hinweise auf ein höheres Risiko für Episiotomien bei Personen mit FGM/C. Für die Assoziation von FGM/C mit Dysmenorrhoe, Harnwegsinfektionen, instrumentellen Entbindungen oder Kaiserschnitten konnten hingegen nur unzureichende Belege gewonnen werden.

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