Der 48. Runde Tisch NRW gegen Beschneidung von Mädchen findet am

am Mittwoch, 19. Juni 2019
von 14.30 bis 17.00 Uhr

im
Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung
Jürgensplatz 1
40219 Düsseldorf
Raum 101

statt.

Thema:
“Rekonstruktion – aktueller Stand und welche Unterstützung brauchen die Frauen?”

Kennenlernrunde um 14.00 Uhr
Wer möchte ist herzlich eingeladen, bereits um 14.00 Uhr zu kommen um in einer Kennenlern- und Vernetzungrunde mitzuwirken.

Schwerpunkt:
“Rekonstruktion – aktueller Stand und welche Unterstützung brauchen die Frauen?”

Beim Runden Tisch NRW am 6.2.2019 kam es nicht mehr zu einer Abstimmung für das Thema des nächsten Treffens. Wir haben uns daher erlaubt, ein Thema auf die Tagesordnung zu setzen, das uns immer wieder interessiert: Wie kann den betroffenen Frauen und Mädchen medizinisch geholfen werden.

Es war eines der Highlights der Geschichte des Runden Tisches NRW, als am 16.4.2011 Priv.Doz. Dr. O’Dey aus Aachen, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, seine in vielen Forschungsjahren entwickelte Methode vorstellte, weibliche Genitalien wieder herzustellen. An diesem Tag wurden wir alle ein wenig belohnt, denn nun gab es etwas, was wir wirklich den Frauen anbieten konnten, aus ihrer schier ausweglosen Lage von Schmerz und Verzicht herauszukommen. Mit diesem Treffen begann die Zusammenarbeit mit PD Dr. O’Dey, der nun neben den von Krebs an den Genitalien gezeichneten Frauen auch an den Genitalien beschnittene Frauen operierte.

Das hatte natürlich zur Folge, dass sich die Fragen der Kostenübernahme aufdrängten, weil das Verfahren von PD Dr. O’Dey wesentlich aufwändiger ist, als die sonst praktizierten. So wurde ein Hauptthema des Runden Tisches am 25.1.2012 diese Frage erörtert. Eingeladen haben wir dafür Bärbel Brünger, Referentin für Grundsatzfragen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Verband der Ersatzkassen e.V. NRW (vdek). Sie verstand sofort, dass hier ein gewichtiger Grund vorlag, die Übernahmeregularien zu überdenken und konnte wie versprochen bei Runden Tisch NRW am 13.7.2012 eine bundesweit gültige Kostenübernahme vermelden.

Es sind diese sehr praktischen Beispiele der Arbeit des Runden Tisches, die den intensiven Zuspruch seit 12 Jahren rechtfertigt.

Am 2.9.2015 hatten wir Herrn Priv.Doz. Dr. O’Dey, inzwischen Chefarzt und Leiter des Zentrums für Rekonstruktive Chirurgie weiblicher Geschlechtsmerkmale am Luisenhospital Aachen, gebeten die Entwicklung vorzustellen und auch seine OP-Technik im Lichte der nun gesammelten Erfahrungen noch einmal vorzustellen. Das hatte für viele von uns zu einem vertieften Verständnis für die Situation der Frauen geführt. Denn eine Frage ist natürlich, wie die psychischen und sozialen Belastungen für eine Frau gemildert werden können. die durch eine Rekonstruktion plötzlich eine ganz andere Welt erlebt.

Nun ist es bestimmt an der Zeit, das Thema Rekonstruktion in seinen verschiedenen Facetten zu besprechen. Wir haben daher Priv.Doz. Dr. O’Dey eingeladen

1. Rekonstruktion zu erklären – das ist sicherlich notwendig für alle, die seinen Vortrag noch nicht gesehen haben.

2. über das Umfeld von Rekonstruktion zu sprechen – welche soziale und psychische Unterstützung brauchen die Frauen und Mädchen, was ist bereits gesichert, was muss getan werden?

3. über die finanzielle Situation zu sprechen – welche Formen der Unterstützung gibt es und welche müssten entwickelt werden?

Hier wird sicherlich die Überlegung eine Rolle spielen, einen Fonds REKONSTRUKTION weiter zu gestalten, der bisher nicht finanzierte Kosten auffangen könnte. Wir haben dazu einen Aufruf vor längerer Zeit gestartet und bereits zahlreiche Spenden erhalten. Aktueller Stand: 664 Euro. Nähere Informationen zum Fonds siehe www.kutairi.de/fonds

Wir möchten Sie alle bitten, Ihre Erfahrungen und Ideen zu diesem spannenden Thema mit- und einzubringen.