01.03.2017 – Unser 39. Treffen fand wieder im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter statt. Es waren viele neue Gesichter dabei. Besonders hat uns gefreut, dass die Aktionsgemeinschaft Junge Flüchtlinge in NRW dabei war. Das Treffen war wieder hochspannend.

Begeistert hat uns, dass agisra e.V. Köln den CharityAward bekommen hat. Das ist eine große Stütze für deren Arbeit. Herzlichen Glückwunsch. Das ist aber wieder ein sichtbares Merkmal unserer Arbeit: Heidemarie Pankow brachte vor zwei Jahren die Idee ein, der Runde Tisch NRW möge sich um den CharityAward bewerben. Das haben wir gemacht, erhielten jedoch keinen Preis. Da wir vermuteten, das ein Netzwerk wenig Chancen hat, eine einzelne Initiative mit ihrer praktischen Arbeit vor Ort eher, brachten wir ein Jahr später die Frage in, wer sich von den anwesenden Initiativen bewerben möchte. Agisra hat es gemacht und gewonnen. Wir sind wirklich ein tolles Netzwerk, wenn wir das mal sagen dürfen.

Eine Patientin von Dr. Zerm war anwesend, deren Geschichte uns sehr berührte. In Guinea sollte sie vom Vater als 13Jährige zwangsverheiratet werden. Ihr NEIN bewirkte, dass es aufgeschoben wurde. Schließlich kam nach doch mit 18 Jahren zur Zwangsverheiratung, weil die geplante Flucht nach Deutschland sich verzögerte. Als der Ehemann merkte, dass sie nicht beschnitten war, verweigerte er seine Ehefrau. Ihr Vater und ihr Bruder schlugen sie bewusstlos – sie musste ins Krankenhaus. Dort wurde sie während ihrer Bewusstlosigkeit beschnitten.

Hauptthema war aber die Frage: “Wo wird in Nahost beschnitten?” Als Expertin informierte uns Shapal Hasan Ramadhan über Mädchenbeschneidung in Nahost. Sie ist Gründungsmitglied des Frauenvereins „Regxrawa Afretan“ in Dohuk (Nordirak) und kümmert sich seit Jahren um Frauen und Mädchen, die im kurdischen Gebiet im Nordirak Opfer von Mädchenbeschneidung sind. Interessant waren die Hinweise auf Mädchenbeschneidung in Syrien, Iran und in der Türkei. Näheres folgt.