Äthiopien: Es wird endlich darüber gesprochen

Das Thema Menschenrechte ist seit dem Amtsantritt des äthiopischen Premierministers Abiy Ahmed vor sieben Monaten und der von ihm betriebenen Öffnung des Landes nicht mehr tabu. Darauf wies Berhanu Negussie, Repräsentant der in dem ostafrikanischen Land tätigen Hilfsorganisation „Menschen für Menschen“, anlässlich eines Wien-Besuchs hin.

„Traditionsbedingte Gewalt wie zum Beispiel Genitalverstümmelung und Kinderehen dürfen jetzt das genannt werden, was sie sind: Verletzungen der Menschenrechte“, sagte Negussie, einer der ersten Mitarbeiter der 1981 von Schauspieler Karlheinz Böhm gegründeten Organisation. „Menschen für Menschen“ verfolgt den Ansatz, die Lebens- und Einkommenssituation von Bewohnern eines der ärmsten Länder der Welt durch einen integrativen Ansatz zu verbessern. Dazu gehören Landwirtschaft, Bildung, Gesundheit und einkommenstärkende Maßnahmen wie zum Beispiel Bienenzucht.

„Wir haben immer Aufklärung über Beschneidung und Kinderehen betrieben – eingegliedert in den Bereich Gesundheit, indem wir die gesundheitlichen Folgen solcher Praktiken thematisiert haben“, erläuterte Negussie im Gespräch mit der APA. Vorsicht ob der gewählten Formulierungen sei geboten gewesen, da man nie ganz sicher sein konnte, ob nicht ein Informant der lokalen Regierungsbehörde anwesend war.

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