Sie hörte nur noch, wie ihre Mutter sagte: „Sei ein artiges Kind, mach mir jetzt keine Schande und schrei nicht.“ Dann explodierte in ihrem Kopf ein unsagbarer Schmerz. Fadumo Korn war sieben Jahre alt, als sie unter einem Baum in der Wüste Somalias ohne Betäubung beschnitten wurde. Die Wunde entzündet sich, eine Sepsis schädigt ihr Nervensystem. An den Folgen dieser Genitalbeschneidung wäre sie fast gestorben.

1979 kommt sie nach Deutschland, wird staatlich anerkannte Dolmetscherin und lernt bei ihrer Übersetzungsarbeit viele Schicksale genitalverstümmelter Mädchen und Frauen kennen. Als Mitbegründerin des Vereins Nala eV. engagiert sie sich seit Jahren gegen die Beschneidung von Mädchen. „Genitalbeschneidung ist Mordversuch“, sagt Fadumo Korn.

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