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Im Gespräch: Nigeria

Wir sind mehrfach gebeten worden, die Situationen nigerianischer Flüchtlingsfrauen mit speziellem Blick auf FGM/C zum Thema zu machen. Als Gesprächspartner haben wir Dr. med. Christoph Zerm gebeten, seine Erfahrungen einzubringen. Gemeinsam wollen wir in der Reihe “Im Gespräch” Erfahrungen sammeln.

Marcel Keienborg, Rechtsanwalt in Düsseldorf, wird ebenfalls dabei sein. Er hat einen Fall veröffentlicht.

 

Hier einige Recherchen zum Vorbereiten:

Süddeutsche Zeitung: “Ein nigerianischer Traum scheitert”, 23.02.2019

TERRE DES FEMMES Nigeria

WELT “Wie das Asylsystem bei der illegalen Zuwanderung aus Nigeria versagt”, 20.02.2019

Ärztezeitung “Ärzte ohne Grenzen: Tausende auf der Flucht in Nigeria”, 17.01.2019

Wenn sie weitere Informationen vorschlagen wollen, wären wir Ihnen dankbar.

Buch: Leitfaden für die professionelle Beratung

Nadia Bisang
Weibliche Genitalbeschneidung – Ein Leitzfaden für die professionelle Beratung im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich
Interact-Verlag , 1. Auflage 2019
110 Seiten, Broschur 164 x 234 mm
ISBN 978-3-906036-38-0
DOI 10.5281/zenodo.3521604
EUR 34.00 (D)

 

Mit dem Buch “Weibliche Genitalbeschneidung – Ein Leitzfaden für die professionelle Beratung im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich” legt Nadia Bisang einen umfangreiches und sensibles Arbeits- und Nachschlagewerk vor, wie es sich Angehörige im Beratungsbereich nur wünschen können. Alle wichtigen Gesprächssituationen werden durchgespielt und die kulturellen wie auch gesellschaftlichen Hintergründe beleuchtet und Handlungsempfehlungen gegeben, die durchaus in der Praxis angewendet werden können.

Bezug

Ein Schutzbrief gegen weibliche Genitalbeschneidung

Es wird uns immer wieder berichtet, dass Familien, die die Beschneidung ihrer Töchter ablehnen, in ihren Heimatländern einem großen Druck ausgesetzt sind und oft die Beschneidung hinter ihrem Rücken durchgeführt wird.

Es ist daher eine gute Idee, diesen Familien einen “amtlichen” Schutzbrief mitzugeben, der deutlich macht, dass die Beschneidung, auch wenn sie im Ausland stattfindet, strafbar ist.

Ausgehend vom Hamburger Schutzbrief rufen wir dazu auf, einen bundesweiten Schutzbrief zu initiieren.  der im Grundsatz die richtige Richtung einschlägt, aber eine “amtlichere” Gestalt hat, um entsprechenden Eindruck hervorzurufen.

 

Wie soll ein solcher buundesweiter Schutzbrief aussehen?

Wir haben ein Google-Dokument begonnen und einige Textvorschläge eingestellt. Wichtig ist, dass der gewählte Text kurz, unmissverständlich und verständlich für die betroffenen Familien sind. Setzen Sie Ihre Überlegung dazu, belassen Sie aber bitte die bisherigen Texte.

54. Runder Tisch NRW

Schwerpunktthema: Verpflichtende U-Untersuchungen

 

Mittwoch-Talk, 26.08.2020 – Der Kampf um den richtigen Begriff

Welche Begriffe sind ‘richtig’ – Genitalverstümmelung oder weibliche Genitalbeschneidung?

Es gibt zwei Begriffe, die in der Praxis verwendet werden: die Abkürzung FGM (Female Genital Mutilation) und damit die deutsche Bezeichnung Genitalverstümmelung und FGC (Female Genital Cutting) die Bezeichnung für weibliche Genitalbeschneidung oder Mädchenbeschneidung. Oft wird inzwischen als Abkürzung auch FGM/C (Female Genital Mutilation / Cutting) verwendet. Das ist ein Kompromiss zwischen den beiden, sich manchmal unversöhnlich gegenüberstehenden Gruppen. Alle sind sich einig, dass im Kontakt mit den betroffenen Menschen sensible Wörter benutzt werden sollen.

Jawahir Cumar berichtete aus ihrer Praxis, dass die betroffenen Frauen den Begriff “Genitalverstümmelung” rundweg ablehnten. Sie fühlten sich nicht “verstümmelt” und es wäre für diese Frauen eine Belastung.

Günter Haverkamp erzählte, dass er als Journalist gemeinsam mit Kolleg*innen Tagungen organisiert hat rund um “Sprache und Krieg”, um die Berichterstattung zu sensibilisieren. 1995 hatte er miterleben können, wie Behinderte versuchten, das ZDF davon zu überzeugen, dass sie keine “Sorgenkinder” sind. Es dauerte lang, bis aus “Aktion Sorgenkind” “Aktion Mensch” wurde.

Wir lasen verschiedene Texte, die sich mit dem Begriff auseinandersetzen und die hier gesammelt sind. Einerseits hat TERRE DES FEMMES sich eindeutig in dem Text für den Gebrauch von “Genitalverstümmelung” ausgesprochen, macht aber deutlich, dass im Beisein mit den Betroffenen der Begriff “weibliche Genitalbeschneidung” gewählt werden sollte, um die Frauen nicht zu verletzen. Ähnlich beschreiben es die Gynokolog*innen und ein Artikel in der Ärztezeitung.

Nun ist es aber so, dass wir nichts ohne die Betroffenen tun und tun wollen. Denn unser Ziel ist ja, gemeinsam mit ihnen gegen diese Tradition zu kämpfen. Es gibt also keine Situation, in der wir losgelöst von ihnen die harten Begriffe verwenden können. Das gilt besonders Politik und Medien gegenüber.

Jawahir Cumar machte es deutlich: Sie hatte unmittelbar nach dem Mittwoch-Talk ein Studiogespräch in WDR-Lokalzeit. Sie würde von “ihren” Frauen, mit denen sie so intensiv zusammenarbeitet einiges zu hören bekommen, würde sie von “Verstümmelung” sprechen.

Am Beispiel eines Leitfadens wurde das Problem deutlich. Erschienen ist er vor einigen Jahren mit Verwendung des Begriffes “Genitalverstümmelung”. Nun würde ein erklärender Text vornweg gestellt, dass mit dem Begriff gegenüber Betroffenen Vorsicht geboten ist. Warum aber, und dass sagt auch der Gynokolog*innen-Verband, das Wort im Text überhaupt benutzen, um dann von den Lernenden die Leistung abzuverlangen, es nicht zu benutzten?

Wir konnten gemeinsam darstellen, dass der Begriff “Genitalverstümmelung” in den 90er Jahren und sicher auch noch in den ersten Jahren unseres Jahrtausends eine wichtige Rolle spielte und dazu diente, Bewusstsein für die Tragweite der Menschenrechtsverletzung zu erzeugen. Inzwischen aber, wo alle Medien zu allen Zeiten das Thema breit darstellen, ist die Schärfe aus dem Begriff gewichen und er ist nicht mehr nötig.

Was aber ist nun der richtige Begriff? Wir müssen auf die Suche gehen und einen Begriff finden, der alle zufrieden stellt. Eins ist nämlich sicher: Der Streit um den richtigen Begriff hat schon soviel Energie geraubt, die wir besser gemeinsam in die Arbeit gegen die… ja was denn?… stecken sollten.

 

Online-Seminar “Was kann ich ganz praktisch tun?”

am 24.09.2020 von 15.00 bis 16.30 Uhr
mit Günter Haverkamp, Bildungsporta KUTAIRI / FRIEDENSBAND

Die Frage, wir ganz persönlich tun können, um weibliche Genitalbeschneidung zu verhindern oder den betroffenen Frauen zu helfen, ist mir ganz oft gestellt worden. Das war dann oft am Ende einer Veranstaltung und dann war typischerweise nicht mehr die Zeit für eine wirklich intensive gemeinsame Überlegung. Und wieder geht jemand nach Hause und denkt “Aber da müsste man doch etwas tun. Nur was?”

Das wollen wir nun in einem Online-Seminar mal ganz gründlich machen. Gleich ob es darum geht, Gleichgesinnte in der Umgebung zu finden oder eine Veranstaltung zu organisieren. Es kann ja auch sein, dass Sie es in Ihrer Klasse besprechen oder eine Aktion mit Jugendlichen machen wollen.

Wir werden viele Anregungen geben und gut zuhören!

Am Ende werden Sie sich fragen: “Und wer finanziert das jetzt?” Dafür bieten wir ein Online-Seminar mit Andreas Hennig, Engagement Global, an.

Äthiopien: Studie zum Degadamot-Distrikt

Internationale Studie zu Äthiopien, Degadamot-Distrikt

Knowledge, attitude, practice, and predictors of female genital mutilation in Degadamot district, Amhara regional state, Northwest Ethiopia, 2018, BMC Blogs Network

 

Was passiert im Bundestag?

 

10.08.2020 – 19/21485 – Kleine Anfrage der FDP: Bekämpfung weiblicher Genitalverstümmelung – Teil 2

05.08.2020 -19/21248 – Schriftliche Fragen: Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 20. Juli 2020 eingegangenen Antworten der Bundesregierung

22.07.2020  – 19/20953 – Schriftliche Fragen: Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 6. Juli 2020 eingegangenen Antworten der Bundesregierung

04.03.2020 – 50. Sitzung am Mittwoch, dem 4. März 2020, 11.00 Uhr – nicht öffentlich
Tagesordnungspunkt 1 – Fachgespräch zum Thema „Genitalverstümmelung” mit einer Vertreterin von TERRES DES FEMMES e. V., sowie Frau Dr. Cornelia Strunz und
Herrn Dr. Uwe von Fritschen vom Desert Flower Center Waldfriede

 

23.12.2019  – 19/16199 – Beschlussempfehlung und Bericht: zu dem Antrag der Abgeordneten Kai Gehring, Katja Dörner, Margarete Bause, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 19/13553 – 30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention – Kinderrechte weltweit schützen und verwirklichen sowie internationales Engagement verstärken

06.12.2019  – Stellungnahme – Ursula Gräfin Praschma, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg – Antrag … der Fraktion der FDP “Geregeltes Verfahren zur Einstufung sicherer Herkunftsstaaten einführen” – BT-Drucksache 19/8267 – Ausschussdrucksache 19(4)411 B

06.11.2019 – 19/14749 – Antrag: 25 Jahre Weltbevölkerungskonferenz von Kairo – Sexuelle und reproduktive Gesundheit und reproduktive Rechte weltweit stärken

25.10.2019 – 19/14497 – Beschlussempfehlung und Bericht zu Drucksache 19/5046 AfD – Erhebung von Daten zur statistischen Erfassung von Beschneidungen von Frauen

18.04.2019 – 19/9468 – Antwort auf Kleine Anfrage der FDP – Bekämpfung weiblicher Genitalverstümmelung

19.03.2019 – 19/8821 – Kleine Anfrage der FDP – Bekämpfung weiblicher Genitalverstümmelung

05.03.2019 – 19/8066 – Antwort: auf die Kleine Anfrage – Drucksache 19/7251 – Weltweite Lage von Kindern – Kinderrechte im globalen Kontext

25.01.2019  – 19/7251 – Kleine Anfrage: Weltweite Lage von Kindern – Kinderrechte im globalen Kontext

 

06.12.2018  – Stellungnahme UNFPA – Nadine Krysostan

05.12.2018  – 19/6210 – Antwort: auf die Kleine Anfrage – Drucksache 19/5494 – Menschenrechtslage in Saudi-Arabien

24.10.2018 – WD 9 – 075/18 Zur Beschneidung von Jungen Vereinbarkeit mit der UN-Kinderrechtskonvention

08.10.2018 – WD 7 – 211/18 Die zivil- und strafrechtliche Regelung der Beschneidung von Jungen im deutschen Recht Zur Vereinbarkeit mit höherrangigem Recht

17.10.2018  -19/5046 – Antrag: Erhebung von Daten zur statistischen Erfassung von Beschneidungen von Frauen in der Bundesrepublik Deutschland

02.05.2018 – WD 9 – 022/18 Zur Kostenübernahme bei Behandlung nach weibliche Genitalverstümmelung

24.04.2018 – WD 9 – 023/18 Weibliche Genitalverstümmelung in Deutschland – Gesundheitliche Auswirkungen und Präventionsmaßnahmen

23.04.2018 – 19/1641 – Antwort: auf die Kleine Anfrage der AfD – Drucksache 19/1447 – Beschneidungen von Frauen in Deutschland

20.04.2018 – WD 7 – 075/18 Strafbarkeit der Beschneidung von Mädchen, insbesondere in Fällen mit Auslandsbezug

20.04.2018 – WD 1 – 014/18 Genitalbeschneidung von Mädchen und Frauen Geschichte und Begründungen

06.04.2018 – WD 2 – 034/18 Weibliche Genitalverstümmelung im menschenrechtlichen Kontext – Völkerrechtliche Vorgaben und Anforderung an deren nationale Umsetzung

29.03.2018 – 19/1447 – Kleine Anfrage: Beschneidungen von Frauen in Deutschland

29.01.2018 – WD 7 – 020/18 Der Straftatbestand der Verstümmelung weiblicher Genitalien (§ 226a StGB)

FRM/C: Schutz für Mädchen auf deutschen Flughäfen

KUTAIRI möchte eine Diskussion in Gang bringen über Kontrollen an deutschen Flughäfen, um bedrohte Mädchen vor einer Beschneidung zu schützen. Dies ist seit mehreren Jahren in anderen Ländern bereits praktiziert. So haben die Briten bereits 2014 zusammen mit der Community ein System entwickelt und Personal geschult.

Der NewsLetter 2020/06 befasst sich ausgiebig mit diesem Thema.

Hier unsere Recherche:

 

Niederlande

“Nederland wil besnijdenis meisjes voorkomen door slachtoffers op Schiphol te onderscheppen” – AD (Algemeen Dagblad) – 23.06.20 > Übersetzung

“VVD vraagt naar het besnijden van meisjes in het land van herkomst” – Twwede Kamer – 23.06.2020

 

Großbritannien

“Operation Limelight instruction – A multi-agency safeguarding operation at the UK border responding to Female Genital Mutilation (FGM)” – GOV.UK

“Operation to tackle FGM and forced marriage honoured at awards”- GOV.UK – 18.11.2019

“Operation Limelight uncritically awarded for FGM workKnow the Risk” – Shifting Sands – 18.11.2019

“Female Genital Mutilation – Operation Limelight” – Safeguarding Hub

“GENITAL MUTILATION (PROTECTION AND GUIDANCE) (SCOTLAND) BILL” – Border Force North Glasgow Airport – 09.10.2019 – PDF

“UK and US border officials join forces in bid to tackle female genital mutilation” – The Guardian – 07.09.2018

 

USA

“ICE, FBI Commended at World Policing Awards for Fighting Female Genital Mutilation” – GTSC Homeland Security – 21.11.2019

“ICE HSI continues fight to end female genital mutilation” – U.S. Immigration and customs Enforcement – 04.09.2019

“ICE leads effort to prevent female genital mutilation at Newark Airport” – U.S. Immigration and customs Enforcement — 25.06.2018

 

 

Link-Liste

www.wunrn.com