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Präsentation

Mit dieser Präsentation möchten wir Ihnen die Möglichkeit bieten, im Team das Thema weibliche Genitalbeschneidung zu besprechen.

Wir empfehlen, die Präsentation jeweils mit dem Weiterklickzeichen fortzusetzen, weil die Folien im 5-Sekunden-Takt ablaufen. Sie können allerdings auch jederzeit stoppen und zurückklicken.

Informationen zur Powerpoint

Folie 2 – Hintergründe zur Diskussion um die Begriffe, KUTAIRI

Folie 3 – 200 Millionen Frauen betroffen, UNICEF 2016

Folie 4 – Vergleich weilbliche Bevölkerung, Friedensband 2019

Folie 5 – UN-Schätzung 2019, UN-Factbox: eight warnings raised as world leaders review goals for a better future, Reuters

51. Runder Tisch NRW

Corona hat zu vielen Absagen geführt. Vor allem die vielen Teilnehmer*innen aus den medizinischen Berufen hatten plötzlich andere Probleme. Deswegen haben wir das Treffen am 4.3.2020 ausfallen lassen müssen. Und nun müssen wir auch unser Treffen am 3.6.2020 absagen.

Wir vermuten, dass wir uns eine längere Zeit darauf einrichten müssen, dass die gewohnten persönlichen Treffen nicht möglich sind. Entsprechend wollen wir unsere Treffen ins Internet verlegen. Dabei profitieren wir davon, dass wir bereits seit mehr als zwei Jahren Webinare durchführen, also mit dem Webmeeting-Programm ZOOM vertraut sind.

Zum ersten Mal wagten wir uns also an eine Webkonferenz. Beeindruckend, dass 48 Aktive dabei sein wollten. Es hat zwar technische Pannen gegeben wie bei jedem Probelauf. So konnten nur 31 teilnehmen.

Mit diesen Erfahrungen machen wir jetzt weiter. Danke an das Organisationsteam, das so viel Energie in diese Zoom-Konferenz gesteckt haben.

 

Appell Aktionsgemeinschaft Junge Flüchtlinge NRW

Was Sie wissen sollten

Bei Kinderschutzfällen, wie sie eine genitale Mädchenbeschneidung darstellt, haben Jugendämter mit dem Schutzauftrag eine besondere Rolle und sind bei der Verhinderung besonders wertvolle Partner für Schulen, Kitas und Einrichtungen auf der einen Seite, noch mehr aber für die betroffenen und bedrohten Kinder auf der anderen Seite.

Die Herausforderungen der letzten Jahre mit einer großen Anzahl geflüchteter Menschen haben gerade im Jugendamtsbereich große Anstrengungen erforderlich gemacht. Es waren die vielen alleinreisenden Jugendlichen ebenso wie Kinder und Erwachsene mit Verletzungen und Traumatisierungen, die in Ihrem Bereich die Arbeit verändert hat. Neben den psychischen und physischen Problemen, die mit Kriegs- und Krisensituationen zu tun haben, sind auch viele Mädchen und Frauen gekommen, die an ihren Genitalien verstümmelt sind.

Darüber zu sprechen ist für diese Menschen unmöglich. Das hat mit der Tabuisierung dieses Bereichs zu tun. Oft wissen sie es aber einfach nicht, weil es in ihrer frühen Kindheit passierte und sie kein Bewusstsein mehr dafür haben. Entsprechend gut informiert müssen die Personen sein, die in Ämtern mit ihnen zu tun haben.

Durch die Corona-Pandemie hat sich das Problem verstärkt. Die Kontrollinstanzen sind mit anderen Bereichen stärker beschäftigt und hinter den Tabumauern werden Traditionen verstärkt ausgeübt.

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen gab uns den Auftrag, mit einem Bildungsportal auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtsbereichs eine Informationsquelle zu schaffen, die das fördert.
Holen Sie sich in unserem 20-Minuten-Exkurs einen ersten Überblick über Hintergründe und Folgen der Mädchenbeschneidung. In der rechten Navigationsleiste finden Sie vertiefende Informationen zum jeweiligen Thema.
Wir haben eine Bitte: Auf jeder Seite finden Sie die “Feedback”-Funktion. Schreiben Sie uns Ihre Meinung. Haben Sie noch Fragen, Wünsche im Linkbereich oder Vorschläge für vertiefende Einblicke? Dann teilen Sie uns diese bitte mit.

 

 

Inhalt

Terminologie / Begriffsbestimmung

Die Beschneidung

Die Formen

Wer beschneidet

Die Folgen

Einige Bilder aus der Broschüre “Nicht mit mir!” begleiten Sie im Exkurs. Auf dem Cover schaut das Mädchen unsicher und ängstlich.

Menstruation und Geschlechtsverkehr

Gefährliche Geburten

Wer ist betroffen

Die Tradition

Erkennen und handeln

Die Rechtslage

Unterstützen Sie uns

Kleine Umfrage

 

Aufenthaltsrechtliche Aspekte

Zur Anwendung kommen:

  • 60 AufenthG (Verbot der Abschiebung),
  • 25 AufenthG (Aufenthalt aus humanitären Gründen) sowie
  • § 3, 3a, 3b und 4 AsylVfG (Flüchtlingsanerkennung).

Es handelt sich um “Verfolgungshandlungen, die an die Geschlechtszugehörigkeit anknüpfen oder gegen Kinder gerichtet sind”.

Die Fluchtgründe müssen vorgetragen werden. Dies ist im Asylverfahren in der Regel im Rahmen einer persönlichen Anhörung der Fall. Das Hauptproblem dabei ist die Sprachlosigkeit der betroffenen Frauen. Dies trifft nicht nur auf die weibliche Genitalverstümmelung, sondern auch auf andere Fluchtgründe zu wie Zwangsehen, Zwangsprostitution, Vergewaltigung oder Homosexualität. Das hat zur Folge, dass insbesondere geschlechts- bzw. frauenspezifische Fluchtgründe, die zu der Feststellung der Flüchtlingseigenschaft nach §§ 3, 3a, 3b AsylVfG, des subsidiären Schutzes nach § 4 AsylVfG und eines Abschiebungsverbots nach § 60 Abs. 1 AufenthG führen könnten, nicht vorgetragen werden. Wesentliche Gründe für die Sprachlosigkeit sind die eigene Traumatisierung, Rücksicht auf die Familie und Unkenntnis der Relevanz, FGM als Fluchtgrund anzugeben.

Werden die Fluchtgründe benannt, wird unterschieden zwischen Flucht vor der drohenden Verfolgung und Flucht nach der erlittenen Verfolgung.

Es stellt sich die Frage nach der Rückkehrgefährdung. Nach § 60 Abs. 1 AufenthG muss mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine Verfolgung bei Rückkehr drohen. Bereits erlittene Verfolgung gilt als Hinweis, dass die Furcht vor Verfolgung begründet ist. Der Flüchtlingsschutz kann nur versagt werden, wenn stichhaltige Gründe gegen eine erneute Verfolgung sprechen. Nach einer erlittenen Genitalverstümmelung droht bei Rückkehr keine Wiederholung der Verfolgung. Es gibt aber Gründe, die dennoch für eine Rückkehrgefährdung sprechen: Die notwendige medizinische Behandlung wegen der Folgen der Genitalbeschneidung ist im Herkunftsland nicht gewährleistet. Bei der Rückkehr besteht die Gefahr der Retraumatisierung. Einer noch unversehrten Tochter würde dort ebenfalls die Genitalverstümmelung drohen.

Bei einem verspäteten Vorbringen als Asylbewerberin kann ein Antrag auf Wiederaufgreifen des Asylverfahrens gestellt werden. Zulässigkeitsvoraussetzung nach § 51 VwVfG:

“die Antragstellerin muss ohne grobes Verschulden außer Stande gewesen sein, den Wiederaufgreifensantrag bereits im früheren Verfahren geltend zu machen, und den Folgeantrag binnen drei Monaten, nachdem ihr der Wiederaufgreifensgrund bekannt geworden war, gestellt haben.”

Ein Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen nach § 25 AufenthG bei der Ausländerbehörde ist nur möglich, wenn noch kein Asylantrag gestellt wurde. In der Regel ist ein Beteiligungserfordernis des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge nach § 72 Abs. 2 AufenthG gegeben.

Aufenthaltsrechtliche Aspekte

Zur Anwendung kommen:

  • 60 AufenthG (Verbot der Abschiebung),
  • 25 AufenthG (Aufenthalt aus humanitären Gründen) sowie
  • § 3, 3a, 3b und 4 AsylVfG (Flüchtlingsanerkennung).

Es handelt sich um “Verfolgungshandlungen, die an die Geschlechtszugehörigkeit anknüpfen oder gegen Kinder gerichtet sind”.

Die Fluchtgründe müssen vorgetragen werden. Dies ist im Asylverfahren in der Regel im Rahmen einer persönlichen Anhörung der Fall. Das Hauptproblem dabei ist die Sprachlosigkeit der betroffenen Frauen. Dies trifft nicht nur auf die weibliche Genitalverstümmelung, sondern auch auf andere Fluchtgründe zu wie Zwangsehen, Zwangsprostitution, Vergewaltigung oder Homosexualität. Das hat zur Folge, dass insbesondere geschlechts- bzw. frauenspezifische Fluchtgründe, die zu der Feststellung der Flüchtlingseigenschaft nach §§ 3, 3a, 3b AsylVfG, des subsidiären Schutzes nach § 4 AsylVfG und eines Abschiebungsverbots nach § 60 Abs. 1 AufenthG führen könnten, nicht vorgetragen werden. Wesentliche Gründe für die Sprachlosigkeit sind die eigene Traumatisierung, Rücksicht auf die Familie und Unkenntnis der Relevanz, FGM als Fluchtgrund anzugeben.

Werden die Fluchtgründe benannt, wird unterschieden zwischen Flucht vor der drohenden Verfolgung und Flucht nach der erlittenen Verfolgung.

Es stellt sich die Frage nach der Rückkehrgefährdung. Nach § 60 Abs. 1 AufenthG muss mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine Verfolgung bei Rückkehr drohen. Bereits erlittene Verfolgung gilt als Hinweis, dass die Furcht vor Verfolgung begründet ist. Der Flüchtlingsschutz kann nur versagt werden, wenn stichhaltige Gründe gegen eine erneute Verfolgung sprechen. Nach einer erlittenen Genitalverstümmelung droht bei Rückkehr keine Wiederholung der Verfolgung. Es gibt aber Gründe, die dennoch für eine Rückkehrgefährdung sprechen: Die notwendige medizinische Behandlung wegen der Folgen der Genitalbeschneidung ist im Herkunftsland nicht gewährleistet. Bei der Rückkehr besteht die Gefahr der Retraumatisierung. Einer noch unversehrten Tochter würde dort ebenfalls die Genitalverstümmelung drohen.

Bei einem verspäteten Vorbringen als Asylbewerberin kann ein Antrag auf Wiederaufgreifen des Asylverfahrens gestellt werden. Zulässigkeitsvoraussetzung nach § 51 VwVfG:

“die Antragstellerin muss ohne grobes Verschulden außer Stande gewesen sein, den Wiederaufgreifensantrag bereits im früheren Verfahren geltend zu machen, und den Folgeantrag binnen drei Monaten, nachdem ihr der Wiederaufgreifensgrund bekannt geworden war, gestellt haben.”

Ein Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen nach § 25 AufenthG bei der Ausländerbehörde ist nur möglich, wenn noch kein Asylantrag gestellt wurde. In der Regel ist ein Beteiligungserfordernis des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge nach § 72 Abs. 2 AufenthG gegeben.

Aufenthaltsrechtliche Aspekte

Zur Anwendung kommen:

  • 60 AufenthG (Verbot der Abschiebung),
  • 25 AufenthG (Aufenthalt aus humanitären Gründen) sowie
  • § 3, 3a, 3b und 4 AsylVfG (Flüchtlingsanerkennung).

Es handelt sich um “Verfolgungshandlungen, die an die Geschlechtszugehörigkeit anknüpfen oder gegen Kinder gerichtet sind”.

Die Fluchtgründe müssen vorgetragen werden. Dies ist im Asylverfahren in der Regel im Rahmen einer persönlichen Anhörung der Fall. Das Hauptproblem dabei ist die Sprachlosigkeit der betroffenen Frauen. Dies trifft nicht nur auf die weibliche Genitalverstümmelung, sondern auch auf andere Fluchtgründe zu wie Zwangsehen, Zwangsprostitution, Vergewaltigung oder Homosexualität. Das hat zur Folge, dass insbesondere geschlechts- bzw. frauenspezifische Fluchtgründe, die zu der Feststellung der Flüchtlingseigenschaft nach §§ 3, 3a, 3b AsylVfG, des subsidiären Schutzes nach § 4 AsylVfG und eines Abschiebungsverbots nach § 60 Abs. 1 AufenthG führen könnten, nicht vorgetragen werden. Wesentliche Gründe für die Sprachlosigkeit sind die eigene Traumatisierung, Rücksicht auf die Familie und Unkenntnis der Relevanz, FGM als Fluchtgrund anzugeben.

Werden die Fluchtgründe benannt, wird unterschieden zwischen Flucht vor der drohenden Verfolgung und Flucht nach der erlittenen Verfolgung.

Es stellt sich die Frage nach der Rückkehrgefährdung. Nach § 60 Abs. 1 AufenthG muss mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine Verfolgung bei Rückkehr drohen. Bereits erlittene Verfolgung gilt als Hinweis, dass die Furcht vor Verfolgung begründet ist. Der Flüchtlingsschutz kann nur versagt werden, wenn stichhaltige Gründe gegen eine erneute Verfolgung sprechen. Nach einer erlittenen Genitalverstümmelung droht bei Rückkehr keine Wiederholung der Verfolgung. Es gibt aber Gründe, die dennoch für eine Rückkehrgefährdung sprechen: Die notwendige medizinische Behandlung wegen der Folgen der Genitalbeschneidung ist im Herkunftsland nicht gewährleistet. Bei der Rückkehr besteht die Gefahr der Retraumatisierung. Einer noch unversehrten Tochter würde dort ebenfalls die Genitalverstümmelung drohen.

Bei einem verspäteten Vorbringen als Asylbewerberin kann ein Antrag auf Wiederaufgreifen des Asylverfahrens gestellt werden. Zulässigkeitsvoraussetzung nach § 51 VwVfG:

“die Antragstellerin muss ohne grobes Verschulden außer Stande gewesen sein, den Wiederaufgreifensantrag bereits im früheren Verfahren geltend zu machen, und den Folgeantrag binnen drei Monaten, nachdem ihr der Wiederaufgreifensgrund bekannt geworden war, gestellt haben.”

Ein Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen nach § 25 AufenthG bei der Ausländerbehörde ist nur möglich, wenn noch kein Asylantrag gestellt wurde. In der Regel ist ein Beteiligungserfordernis des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge nach § 72 Abs. 2 AufenthG gegeben.

Aufenthaltsrechtliche Aspekte

Zur Anwendung kommen:

  • 60 AufenthG (Verbot der Abschiebung),
  • 25 AufenthG (Aufenthalt aus humanitären Gründen) sowie
  • § 3, 3a, 3b und 4 AsylVfG (Flüchtlingsanerkennung).

Es handelt sich um “Verfolgungshandlungen, die an die Geschlechtszugehörigkeit anknüpfen oder gegen Kinder gerichtet sind”.

Die Fluchtgründe müssen vorgetragen werden. Dies ist im Asylverfahren in der Regel im Rahmen einer persönlichen Anhörung der Fall. Das Hauptproblem dabei ist die Sprachlosigkeit der betroffenen Frauen. Dies trifft nicht nur auf die weibliche Genitalverstümmelung, sondern auch auf andere Fluchtgründe zu wie Zwangsehen, Zwangsprostitution, Vergewaltigung oder Homosexualität. Das hat zur Folge, dass insbesondere geschlechts- bzw. frauenspezifische Fluchtgründe, die zu der Feststellung der Flüchtlingseigenschaft nach §§ 3, 3a, 3b AsylVfG, des subsidiären Schutzes nach § 4 AsylVfG und eines Abschiebungsverbots nach § 60 Abs. 1 AufenthG führen könnten, nicht vorgetragen werden. Wesentliche Gründe für die Sprachlosigkeit sind die eigene Traumatisierung, Rücksicht auf die Familie und Unkenntnis der Relevanz, FGM als Fluchtgrund anzugeben.

Werden die Fluchtgründe benannt, wird unterschieden zwischen Flucht vor der drohenden Verfolgung und Flucht nach der erlittenen Verfolgung.

Es stellt sich die Frage nach der Rückkehrgefährdung. Nach § 60 Abs. 1 AufenthG muss mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine Verfolgung bei Rückkehr drohen. Bereits erlittene Verfolgung gilt als Hinweis, dass die Furcht vor Verfolgung begründet ist. Der Flüchtlingsschutz kann nur versagt werden, wenn stichhaltige Gründe gegen eine erneute Verfolgung sprechen. Nach einer erlittenen Genitalverstümmelung droht bei Rückkehr keine Wiederholung der Verfolgung. Es gibt aber Gründe, die dennoch für eine Rückkehrgefährdung sprechen: Die notwendige medizinische Behandlung wegen der Folgen der Genitalbeschneidung ist im Herkunftsland nicht gewährleistet. Bei der Rückkehr besteht die Gefahr der Retraumatisierung. Einer noch unversehrten Tochter würde dort ebenfalls die Genitalverstümmelung drohen.

Bei einem verspäteten Vorbringen als Asylbewerberin kann ein Antrag auf Wiederaufgreifen des Asylverfahrens gestellt werden. Zulässigkeitsvoraussetzung nach § 51 VwVfG:

“die Antragstellerin muss ohne grobes Verschulden außer Stande gewesen sein, den Wiederaufgreifensantrag bereits im früheren Verfahren geltend zu machen, und den Folgeantrag binnen drei Monaten, nachdem ihr der Wiederaufgreifensgrund bekannt geworden war, gestellt haben.”

Ein Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen nach § 25 AufenthG bei der Ausländerbehörde ist nur möglich, wenn noch kein Asylantrag gestellt wurde. In der Regel ist ein Beteiligungserfordernis des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge nach § 72 Abs. 2 AufenthG gegeben.

Aufenthaltsrechtliche Aspekte

Zur Anwendung kommen:

  • 60 AufenthG (Verbot der Abschiebung),
  • 25 AufenthG (Aufenthalt aus humanitären Gründen) sowie
  • § 3, 3a, 3b und 4 AsylVfG (Flüchtlingsanerkennung).

Es handelt sich um “Verfolgungshandlungen, die an die Geschlechtszugehörigkeit anknüpfen oder gegen Kinder gerichtet sind”.

Die Fluchtgründe müssen vorgetragen werden. Dies ist im Asylverfahren in der Regel im Rahmen einer persönlichen Anhörung der Fall. Das Hauptproblem dabei ist die Sprachlosigkeit der betroffenen Frauen. Dies trifft nicht nur auf die weibliche Genitalverstümmelung, sondern auch auf andere Fluchtgründe zu wie Zwangsehen, Zwangsprostitution, Vergewaltigung oder Homosexualität. Das hat zur Folge, dass insbesondere geschlechts- bzw. frauenspezifische Fluchtgründe, die zu der Feststellung der Flüchtlingseigenschaft nach §§ 3, 3a, 3b AsylVfG, des subsidiären Schutzes nach § 4 AsylVfG und eines Abschiebungsverbots nach § 60 Abs. 1 AufenthG führen könnten, nicht vorgetragen werden. Wesentliche Gründe für die Sprachlosigkeit sind die eigene Traumatisierung, Rücksicht auf die Familie und Unkenntnis der Relevanz, FGM als Fluchtgrund anzugeben.

Werden die Fluchtgründe benannt, wird unterschieden zwischen Flucht vor der drohenden Verfolgung und Flucht nach der erlittenen Verfolgung.

Es stellt sich die Frage nach der Rückkehrgefährdung. Nach § 60 Abs. 1 AufenthG muss mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine Verfolgung bei Rückkehr drohen. Bereits erlittene Verfolgung gilt als Hinweis, dass die Furcht vor Verfolgung begründet ist. Der Flüchtlingsschutz kann nur versagt werden, wenn stichhaltige Gründe gegen eine erneute Verfolgung sprechen. Nach einer erlittenen Genitalverstümmelung droht bei Rückkehr keine Wiederholung der Verfolgung. Es gibt aber Gründe, die dennoch für eine Rückkehrgefährdung sprechen: Die notwendige medizinische Behandlung wegen der Folgen der Genitalbeschneidung ist im Herkunftsland nicht gewährleistet. Bei der Rückkehr besteht die Gefahr der Retraumatisierung. Einer noch unversehrten Tochter würde dort ebenfalls die Genitalverstümmelung drohen.

Bei einem verspäteten Vorbringen als Asylbewerberin kann ein Antrag auf Wiederaufgreifen des Asylverfahrens gestellt werden. Zulässigkeitsvoraussetzung nach § 51 VwVfG:

“die Antragstellerin muss ohne grobes Verschulden außer Stande gewesen sein, den Wiederaufgreifensantrag bereits im früheren Verfahren geltend zu machen, und den Folgeantrag binnen drei Monaten, nachdem ihr der Wiederaufgreifensgrund bekannt geworden war, gestellt haben.”

Ein Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen nach § 25 AufenthG bei der Ausländerbehörde ist nur möglich, wenn noch kein Asylantrag gestellt wurde. In der Regel ist ein Beteiligungserfordernis des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge nach § 72 Abs. 2 AufenthG gegeben.

Präsentation

Mit dieser Powerpoint-Präsentation möchten wir Ihnen die Möglichkeit geben, im Team mit Ihren Kolleg*innen das Thema zu bearbeiten.

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Informationen zur Powerpoint

Folie 2 – Hintergründe zur Diskussion um die Begriffe, KUTAIRI

Folie 3 – 200 Millionen Frauen betroffen, UNICEF 2016

Folie 4 – Vergleich weilbliche Bevölkerung, Friedensband 2019

Folie 5 – UN-Schätzung 2019, UN-Factbox: eight warnings raised as world leaders review goals for a better future, Reuters

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Folie 4 – Vergleich weilbliche Bevölkerung, Friedensband 2019

Folie 5 – UN-Schätzung 2019, UN-Factbox: eight warnings raised as world leaders review goals for a better future, Reuters