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35. Runder Tisch NRW – 2.3.2013

02.03.2016 – von 14.30 bis 17.00 Uhr
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Die Brücke im Wilhelm-Marx-Haus, Raum 307, 3. Etage
Kasernenstr. 6, 40213 Düsseldorf-Altstadt
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Unbedingt schriftlich anmelden!­
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Schwerpunkt
Traumafolgestörungen und ihre Behandlung
Bei dem nächsten Treffen des Runden Tisch NRW gegen Beschneidung von Mädchen wird Dr. Barbara Klocker über das Thema “Traumafolgestörungen und ihre Behandlung” referieren. Zu Beginn wird sie einen kurzen Überblick über die Entwicklung der Psychotraumatologie geben. Weiter werden die verschiedenen Traumafolgestörungen und ihre Symptomatik bzw. Diagnosekriterien dargestellt. Stichworte hierbei sind die akute Belastungsreaktion, die posttraumatische Belastungsstörung und die andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung. Anschließend wird Frau Dr. Klocker einen Überblick über die Therapiemöglichkeiten und speziell auf die zwei Verfahren “EMDR” und die “Narrative Expositionstherapie” eingehen.

Schweiz: Empfehlungen für medizinische Fachkräfte

GuidelineSchweizerische Empfehlungen
Patientinnen mit genitaler Beschneidung:
Schweizerische Empfehlungen für Ärztinnen und Ärzte, Hebammen und Pflegefachkräfte

Aktuelle Studien und Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass Patientinnen mit FGM (female genital mutilation) und insbesondere mit Infibulation in der Schweiz nicht immer eine adäquate Behandlung erhalten. Ein Grund dafür ist zweifellos die mangelnde Erfahrung des Gesundheitspersonals mit diesem Thema. Daher ist es unabdingbar geworden, ein Informationsdokument für das Gesundheitspersonal der Schweiz zusammenzustellen, das gleichzeitig offizielle Behandlungsempfehlungen gibt.
Bereits beim ersten Kontakt mit einer von FGM betroff enen Patientin kann das Gesundheitspersonal diese ungewollt stigmatisieren. Hervorgerufen durch Erschrecken, innere Ablehnung und Verurteilung von FGM können Fehlreaktionen entstehen.

Arbeitsgruppenmitglieder, die an der Redaktion der Empfehlungen beteiligt waren:
Amman Claudia, Caritas Schweiz
Cotting Anita, PLANeS
Hanselmann Verena, Bundesamt für Gesundheit
Held Penny, Schweizerischer Hebammenverband
Hohlfeld Patrick, Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe
Hollinger Eveline, UNICEF Schweiz
Jäger Fabienne
Kessler-Bodiang Claudia, Schweizerisches Tropeninstitut
Maury-Pasquier Liliane, PLANeS
Schuerch Barbara, IAMANEH Schweiz
Spycher Christa, PLANeS
Thierfelder Clara, Schweizerisches Tropeninstitut
© gynécologie suisse | Version 1.0 | Stand 02.2005

Dr. med. Zerm: Empfehlungen für medizinische Fachgruppen

AG Frauengesundheit in derEmpfehlungen Entwicklungszusammenarbeit Tropengynäkologie – AG FIDE e.V., Sektion der DGGG (Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) Mitglied im Netzwerk INTEGRA

“Weibliche Genitale Beschneidung – Umgang mit Betroffenen und Prävention – Empfehlungen für Angehörige des Gesundheitswesens und weitere potentielle involvierte Berufsgruppen”

Erstveröffentlichung zum 6. Februar 2007 – „International Day on Zero Tolerance to Female Genital Mutilation”
(Euro 5,00)
Verfasser: Dr. med. Christoph Zerm, AG FIDE e.V., Wilhelm-Huck-Str. 10, 58313 Herdecke
 
Aktuelle Studien, Umfragen und Erfahrungen in Deutschland und der Schweiz der letzten Jahre haben  gezeigt, dass das Verhalten im Umgang mit und die Behandlung bei Patientinnen mit Weiblicher  Genitalverstümmelung (englisch: female genital mutilation, FGM) und insbesondere mit Infibulation in Deutschland und Nachbarländern nicht immer angemessen erfolgt. Ein Grund dafür ist zweifellos die mangelnde Erfahrung des Gesundheitspersonals mit diesem Thema> und dessen immanente Brisanz. Auch Verwaltungs- und Gerichtsentscheidungen im Zusammenhang mit FGM lassen mitunter wenig Vertrautheit mit diesem komplexen Thema erkennen. Ferner werden zunehmend Fälle bekannt, wo Töchter von in Deutschland lebenden Migrantenfamilien heimlich hier oder bei einem Auslandsaufenthalt, meistens im Ursprungsland, dieser traumatischen Prozedur unterworfen werden. Weit verbreitete Unkenntnis bei den mit den Kindern in Kontakt stehenden Berufsgruppen begünstigt indirekt  diese Praxis.
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Daher ist es unabdingbar geworden, ein Informationsdokument für das Gesundheitspersonal sowie für alle  potentiell involvierten Berufsgruppen in Deutschland zusammenzustellen, das gleichzeitig offizielle Behandlungsempfehlungen gibt.
 
Inhalt:
1. Hintergrundinformationen
2. Medizinische, psychische und soziale Komplikationen
3. Leidensbewußtsein
4. Tabuisierung/Schweigegebot
5. Fehlendes Wissen
6. Armut
7. Medikalisierung verhindern!
8. FGM in Europa
9. Zur Situation der Frauen
10. Religion und FGM
11. Migrantinnen in Europa
12. Rechtslage
13. Fachkräfte des Gesundheitswesens und anderer Bereiche
MEDIZINISCHER TEIL:
14. Gynäkologische Untersuchung
15. Defibulation
16. Betreuung von Schwangerschaft und Geburt
17. Reinfibulation
18. Postpartale Betreuung
19. Neugeborenenuntersuchung und U2 – U10
20. Betroffenenversorgung

Weitere Empfehlungen
Anhang 1: FGM-Prävalenzraten (Tabellen)
Anhang 2: Prävalenzraten in Afrika (Karte)
Anhang 3: Liste mit Adressen
Anhang 4: Literatur (Auswahl)

Filme

Filme sind für die Bildungsarbeit besonders gut geeignet. Der Film “Wüstenblume”, der die Geschichte von Waris Dirie erzählt, ist ein Klassiker und wurde von Millionen gesehen. Entsprechend gut lässt er sich einsetzen, wenn Sie im internen Kreis für das Thema Mädchenbeschneidung sensibilisieren wollen. Allerdings ist der Film auch abendfüllend. Wenn Sie nicht so viel Zeit zur Verfügung haben, können Sie auch bestimmte Teile des Filmes herausgreifen.

Wir arbeiten in unseren Workshops gern mit dem Film “Bolokoli”, den es aber leider nur auf VHS gibt. Aber die Aussagen der betroffenen Frauen und der Beschneiderin sind sehr aufschlussreich und sensibilisieren die TeilnehmerInnen.


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Wüstenblume Spielfilm von Sherry Hormann, 2009. Die Geschichte von Waris Dirie. – ab 12 Jahre  – 22 Minuten – Learning by Viewing PDF-Download
Bolokoli – Mädchenbeschneidung in MaliDokumentarfilm von Rita Erben, 2000, Deutscher Menschenrechts-Filmpreis 2000, Eine Welt Filmpreis NRW 1999 – ab 16 Jahre – 29 Minuten
Hibos Lied – Dokumentarfilm von Renate Bernhard und Sigrid Dethloff – ab 16 Jahre – 55 Minuten – Renate Bernhard kann als Referentin angesprochen werden
Moolaadé – Bann der Hoffnung – Spielfilm von Ousmane Sembéne – ab 12 Jahre – 120 Minuten

 

Bolokoli – Mädchenbeschneidung in Mali (2000)

Regie: Rita Erben, Deutschland, 2000, 29 Min., indexDeutsch, VHS

Kurzbeschreibung:

Der Film verfolgt den hoffnungsvollen Ansatz des Engagements gegen weibliche Beschneidung in Projekten vor Ort. Er gibt Grundlageninformationen zum Thema und eignet sich deshalb gut als Einstieg in eine Diskussion, aber auch als Vertiefung bereits stattgefundener Gespräche.
In der Sprache der Bambara in Mali wird Beschneidung Bolokoli genannt. Einfühlsam und ohne Voyeurismus zeigt der Film den Umgang der Frauen in einem Dorf mit dieser Tradition. Bei den Frauen in Mali nimmt der Widerstand gegen die Beschneidung zu. Sichtbares Zeichen dafür ist zum Beispiel der neue Radiosender „Die Stimme der Frauen“. Er klärt über die gesundheitlichen und psychischen Folgen einer Beschneidung auf. Frauen wie Mariam, die aus tiefster Überzeugung gegen diese Praktik ankämpfen, sind die Hoffnung für viele junge Mädchen. Ein Hauptproblem bei den Abschaffungsversuchen ist die Tatsache, dass der Beruf der Beschneiderin eine der wenigen Möglichkeiten für Frauen ist, gutes Einkommen und soziale Anerkennung zu erhalten. Dennoch hat Dango nach 15-jähriger Tätigkeit als Beschneiderin ihren einträglichen Job aufgegeben und engagiert sich nun in der „Vereinigung für die Rechte der Frau“. Nicht zuletzt ihrer Töchter wegen: Dango will ihnen ersparen, was sie vielen Töchtern anderer Mütter angetan hat.

Themen: weibliche Genitalbeschneidung, Traditionen, Afrika

Fächer: Deutsch, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Sozialkunde, Politische Bildung

Zielgruppe: Sek. I/II, ab Klasse 10; Berufsbezogene Bildungsgänge; Jugendbildung (ab 16 Jahre); Erwachsenenbildung

Verleih bei Evangelischen Medienzentralen

Brennpunkt: Beschneidung (2012)

Rituelle Beschneidung bei MinderjährigenZCA007

Regie: Sigrid Dethloff

Dauer: 55 Min

Sprachen: Deutsch

Kurzbeschreibung:

Ein Film über die Beschneidung von Mädchen und die daraus resultierenden Leiden für die Frauen im Erwachsenenalter. Die Dokumentation macht deutlich, dass der Beschneidung eine rationale Begründung fehlt. Als Grund werden fast immer die Tradition wie auch die Religion angegeben. Der einzelne Mensch kann sich dem kaum widersetzen, besonders wenn er auf die Gemeinschaft angewiesen ist. Zu Wort kommen ein afrikanisches Ehepaar, eine sudanesische Mutter mit ihrer Tochter, sowie eine aufmerksame deutsche Frauenärztin. All dies ist eingebettet in den Gesang der somalischen Sängerin und Beschneidungsgegnerin Hibo M. Nuur, die im Exil lebt und mit ihren Liedern versucht. die Beschneidung ihrer Tochter und all der Mädchen in ihrer Heimat anzuklagen und zu verhindern.

Themen: Ethik, Werte und Normen, Religionen, Weltanschauungen, Politische Bildung

Schulfächer: Gemeinschaftskunde, Ethik, Religion, Geografie

Zielgruppe: Sek II sowie Berufsbildende Schulen

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Moolaadé – Bann der Hoffnung (2004)

Regie: Ousmane Sembénemoolaad-bann-der-hoffnung-2004-filmplakat-rcm236x336u

Dauer: 120 Min

Sprachen: Bambara, teilweise Französisch

Untertitel: Deutsch, Französisch

Kurzbeschreibung:

Der Film ist eine großartige in Szene gesetzte Parabel über die Tradition der Beschneidung junger Mädchen in Afrika, sowie den mutigen Kampf einer jungen Frau gegen die aktuelle Praxis dieses Rituals.

Vier Mädchen, die sich weigern sich beschneiden zu lassen, suchen Schutz bei einer Frau mit einem starken Willen, die ihre eigene Tochter vor der Beschneidung bewahrt hat. Als die anderen Bewohner des Dorfes und ihre Verwandten versuchen sie zu zwingen, sich von den Mädchen zu trennen, beruft sie sich auf den altehrwürdigen Brauch des „Mooladé“, das einen untastbaren Schutzraum, Zufluchtsstätte bietet. Selbst als die Heirat ihrer Tochter durch ihre mutige Haltung gefährdet wird, behauptet sie ihre Stellung.

Ein afrikanisches Drama, mit einer ergreifenden Geschichte, vom Altmeister des afrikanischen Kinos Ousmane Sembene in großartigen Bildern erzählt.

Themen: Konflikt Tradition und Moderne, weibliche Genitalbeschneidung (Female Genital Mutilation), Menschenrechte, Machtstrukturen

Fächer: Deutsch, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Sozialkunde, Politische Bildung, Geografie

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Synopsis – Mädchenbeschneidung. Eine burkinische Sichtweise (2010)

Regie: Johanna Richter

Dauer: 52 Min

Sprache: Mooré, Französisch

Untertitel: Deutsch

Kurzbeschreibung:

Anstelle eines Schockvideos über Mädchenbeschneidung eröffnet der Film eine neue und nachdrückliche Sichtweise auf die Begründung für lokale Gemeinschaften in Burkina Faso. Nicht um sie zu befürworten, sondern um zu erfahren, weshalb dieser Brauch noch immer existiert. Was kann dagegen getan werden und: wie?

Der Dokumentarfilm integriert und respektiert unterschiedlichste Mythen, Vorstellungen und Meinungen. Er ist das Ergebnis eines afrikanischen/europäischen Filmteams in Burkina Faso und enthüllt auf charmanter Weise die Irrationalitäten, die die Tradition anführen.

Film kann für 7 Euro bei uns bestellt werden: info@kutairi.de

Die 3 Wünsche der Sharifa (2000)

Bei den Kunama in Eritreagruppe

Regie: Uschi Madeisky, Klaus Werner

Dauer: 45 Min

Sprache: Deutsch

Kurzbeschreibung:

Die Kunama leben in Eritrea im Grenzgebiet zu Äthiopien. Ihr Alltagsleben wird noch stark von Stammestraditionen reglementiert. Der Film gewährt einen Einblick in diese archaische Welt, in der “die Toten stärker sind als die Lebenden”. Die Macht der Ahnen wird insbesondere an dem Konflikt einer jungen Mutter deutlich, die ihre Tochter nicht beschneiden lassen möchte – wie es Brauch ist bei den Kunama. Dagegen sprechen die selbsterlittenen Schmerzen, die Erfahrung, dass die Beschneidung Krankheit und nicht selten Tod bedeutet und dass in den Städten mehr und mehr auf diese Verstümmelung der Frau verzichtet wird.
Alltägliche Misshelligkeiten, Probleme und Gefährdungen der Clanmitglieder werden darauf zurückgeführt, dass der Wunsch der Ahnen, u.a. alle Mädchen zu beschneiden, nicht erfüllt ist. Aus Verantwortung gegenüber dem Stamm, aber auch, weil sie sich dem sozialem Druck nicht mehr entziehen kann, willigt die Mutter schließlich aus inne-rer Überzeugung in die Beschneidung der Tochter ein.

Themen: weibliche Genitalbeschneidung, Tradition

Fächer: Deutsch, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Sozialkunde, Politische Bildung

Zielgruppe:

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Narben, die keiner sieht (2001)

Beschnittene Frauen in Deutschland

Regie: Renate Bernhard und Sigrid Dethloff

Dauer: 29 Min

Sprache: Deutsch

Narben_die_keiner_sieht_dvd_450Kurzbeschreibung:

Am Beispiel von vier Frauen aus Afrika, die in Deutschland mit unsicherem Aufenthaltsstatus leben, zeigt der Film was Beschneidung für Mädchen und Frauen bedeutet. Der Betrachter erfährt, wie die z.T. Jahrtausende alten Beschneidungsrituale letztendlich auf die Urangst des Mannes vor der Untreue der Frau zurückgehen, und wie die Frauen sich dem unterworfen haben. Mythen und Legenden wurden geschaffen, welche die Beschneidung verklären und den Glauben untermauern, es handele sich hierbei um eine religiöse Pflicht. Im Film kommen neben den Betroffenen auch eine Frauenärztin, eine Mitarbeiterin von amnesty international und ein Rechtsanwalt zu Wort.

Themen: weibliche Genitalbeschneidung, Emanzipation, Menschenrechte, Weltanschauungen, Tradition

Fächer: Deutsch, Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde, Sozialkunde, Politische Bildung

Zielgruppe: Sek I: ab Klasse 8

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