News

Sensible Sprache – Gar nicht so einfach

Der 58. Runder Tisch NRW gegen Beschneidung von Mädchen am 17.11.2021 hatte es mal wieder in sich. Die 33 Teilnehmer*innen stiegen tief in dieses sensible Thema ein. Denn wir alle sind in Gefahr, mit unserer Sprache zu verletzen.  Wir sprechen so leichtfertig von Schwarzfahrern, Entwicklungsländern und der Neuen Welt und sollten die Hintergründe und die Auswirkungen kennen. Wir werden daraus unsere Schlüsse ziehen und Fortbildungen organisieren.

Bayern: Gegen Abschiebung nach Sierra Leone

In München finden Proteste gegen die Abschiebung von Flüchtlingen nach Sierra Leone statt. Sie richten sich gegen eine Delegation aus dem Land, die mithelfen soll, dass Abschiebungen möglich werden. Dabei gehte es um Mädchenbeschneidung, Frühverheiratung, Vergewaltigung und andere Punkte.

Bayr. Rundfunk

Basiswissen

Boehringer organisiert Webseite

Die Firma Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG hat die Webseite www.womentire.de aufgebaut, mit dem Ziel, über FGM/C zu informieren: „Damit die Frauen ganz bleiben oder wieder so ganz wie möglich werden können – so wurde aus women und entire womENtire, und mittlerweile ist die Webseite in drei Sprachen online: www.womentire.com. Heute nun die herzliche Einladung von mir als Projektleiterin und Karin Siegmann als 2. Vorsitzende unseres Kooperationspartners NALA e.V. zu einem online-Event am 30. September um 19 Uhr! Die Agenda sieht einen kurzen Rückblick auf die Entstehungsgeschichte vor, in der Hauptsache aber möchten wir Sie mit der Webseite vertraut machen. Dabei wäre uns Rückmeldung sehr willkommen, vielleicht können Sie sich vorab schon etwas Zeit nehmen?! Natürlich beantworten wir auch gerne Ihre Fragen. Geplant ist eine Dauer von 1 Stunde, es stehen aber bei Interesse weitere 30 Minuten für Austausch und Diskussion zur Verfügung.

Bitte melden Sie sich über die Email-Adresse in CC für die Veranstaltung an, damit geben Sie uns gleichzeitig Ihr Einverständnis (es sei denn, Sie lehnen dies ausdrücklich ab), Sie in unseren Verteiler für künftige Mittelungen/Einladungen aufzunehmen. Der Einwahl-Link wird dann zeitnah zugeschickt. Ich hoffe, Sie am 30.9. online begrüßen zu dürfen, bis dahin eine gute Zeit, wünscht Petra Barth

petra_1.barth@boehringer-ingelheim.com

Austausch

Spots aus Tansania

Maren aus unterem Orgateam ist zurzeit in Tansania im Safe House-Projekt. Dort hat sie 13 Spots mit Mädchen aus dem Schutzhaus aufgenommen und geschickt. Sie sind eindrucksvoller, als wir uns das hätten träumen lassen. Nun werden wir Schulklassen oder Jugendgruppen suchen, die diese Spots beantworten wollen – mit eigenen Spots, die wir dorthin schicken. Vielleicht ergibt sich danach die Gelgenheit, in einer Zoom-Sitzung sich kennen zu lernen.

Zeitschrift

1. Redaktionssitzung

Das ist der Anfang. Zunächst haben wir uns eine übersicht zum aktuellen Stand der ersten Zeitschrift gemacht. Mit etwas über 50.000 Zeichen sind wir schon ziemlich weit. Wir haben einen Leitfaden besprochen, der später allen den Einstieg erleichtern soll. Darin sind die wesentlichen Punkte (Ziele, Inhalt, Terminologie, Abläufe) geklärt. Nächste Sitzung in 3 Wochen.

Aktiv werden

Aktion „Schutzbaum“ startet

Der Aufruf für die Aktion „Schutzbaum“ mit dem Start am 13.09.2021 um 11.00 Uhr in Düsseldorf ist raus und es gab sofort sehr schöne Reaktionen. So besteht großes Interesse, in Freiburg, Speyer und Mönchengladbach eine Aktion entstehen zu lassen. Das Jugendamt Düsseldorf plant mit dem Schutzbaum eine große Aktion am 18.9.21. mehr

Vernetzung

Runder Tisch Düsseldorf gegen Beschneidung von Mädchen

Eine gute Sitzung mit der Leiterin des Amtes für Migration und Integration. Sie gab Informationen über die aktuelle Corona-Situation, vor allem auf die Flüchtlingsunterkünfte bezogen. Ein weiterer Punkt war die Beschaffung des Schutzbriefes. Wir werden eine Abfrage unter den Teilnehmer*innen machen. Interessant war der nächste TOP, die Baby-Lotsendienste und das Thema Mädchenbeschneidung.

Lobbyarbeit

Gespräch mit Anja Butschkau, MdL SPD

Anja Buschkau hat oft beim Runden Tisch NRW teilgenommen. Günter Haverkamp hat um ein Gespräch gebeten, um die aktuelle Arbeit des Runden Tisches NRW darzustellen. Anja Butschkau sagte zu, uns bei der Entwicklung des bundesweiten Runden Tisches mit Kontakten in Berlin zu unterstützen.

Lobbyarbeit

Gespräch mit Martina Hannen, FDP, MdL

Es ist manchmal wichtig, sich und das Thema noch einmal in Erinnerung zu bringen. Frau Hannen wird wieder stärker am Runden Tisch teilnehmen und uns helfen, mit Kontakten nach Berlin den bundesweiten Runden Tisch aufzubauen. Sie ist sehr am Mittwoch-Talk “Macht” interessiert, den wir im Dezember durchführen werden. Sie wird in ihrem Wahlkreis (Kreis-Lippe) ein kommunales Fortbildungskonzept mit uns fördern.

Fortbildung

Landesverband der Hebammen NRW

Bei einer Fortbildung des Landesverbandes der Hebammen Nordrhein-Westfalen e.V. informierte
stop mutilation e.V. gemeinsam mit Aktion Weißes Friedensband e.V. zum Thema weibliche
Genitalbeschneidung. Die digitale Veranstaltung mit dem Titel „Fortbildungspflicht erfüllt?“ fand am
09. Juni statt. Daran nahmen 15 Hebammen teil. Inhaltlich stand im Mittelpunkt, wie mit
betroffenen Frauen und Männern über das Thema weibliche Genitalbeschneidung gesprochen
werden kann und welche Terminologie verwendet werden sollte. Dabei wurden die
Teilnehmerinnen für eine kultursensible Sprache sensibilisiert. Zunächst vermittelte Aktion Weißes
Friedensband Zahlen und Fakten zum Thema weibliche Genitalbeschneidung. stop mutilation e.V.
informierte über die kulturellen Hintergründe und nannte Beispiele aus der Beratungsarbeit.
Danach konnten die Teilnehmerinnen von ihren Erfahrungen mit dem Thema und ihrer Arbeit mit
betroffenen Frauen berichten. Eine Hebamme erzählte, dass eine Frau sich nach der Entbindung
eine Reinfibulation gewünscht hatte, weil ihr Mann das wollte. Das medizinische Personal sei
schockiert und sprachlos gewesen. Eine andere Hebamme berichtete, sie habe im Kreißsaal oft
Kreislaufzusammenbrüche betroffener Frauen erlebt, weil sie wenig trinken. Jetzt sei ihr der
Zusammenhang klar geworden: Die Frauen vermeiden es, auf die Toilette zu gehen, weil sie bei
einer Infibulation aufgrund der stark verengten Vaginalöffnung bis zu einer halben Stunde auf der
Toilette brauchen. Von einer weiteren Teilnehmerin kam die Frage, ob weibliche
Genitalbeschneidung ein Thema für die Schulen sei. Sie geht als Hebamme in Schulen und macht
dort sexuelle Aufklärung. Demnächst möchte sie die Schulen auch auf das Thema weibliche
Genitalbeschneidung ansprechen.

aus Newsletter 02-2021 von stop mutilation