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Nigeria: Ärzte schuld an Zunahme von FGM/C

UNICEF machte bei einem Schulungsworkshop für Polizei und Justiz Ärzte und traditionelle Geburtshelfer (TBA) für die Zunahme von FGM/C im Bundesstaat Ebonyi verantwortlich. Vom Gesundheitspersonal würde erwartet, dass sie an der Spitze der Sensibilisierung der Bevölkerung für die Gefahren von FGM/C stehen und sich nicht daran beteiligen. Godwin Igwe, Direktor für Kinderschutz des Ministeriums für Frauenangelegenheiten, stellte einen raschen Anstieg von FGM/C fest.

New Telegraph

Statistik

Dunkelzifferstatistik 2020

TERRE DES FEMMES hat die neue Dunkelzifferstatistik 2020 herausgegeben. Die Prävalenzzahlen sind fast gleich geblieben. Einige Zahlen haben sich aber stark erhöht.

Die Zahlen in Klammern sind die von 2019 zum Vergleich. Die ausführlichen Daten von 2019 finden Sie hier

 

Umsetzung der Prävalenzzahlen auf die Karten Afrikas und Asiens

Wir haben die Länder mit den hohen Prävalenzzahlen dunkelrot und die mit weniger hohen, je nach Grad, heller eingefärbt.

 

Afrika

Wir haben die diesjährige Karte mit den wichtigsten Prävalenzländern gemäß der Statistik von TERRE DES FEMMES neu erstellt.

Asien

Bei den Ländern Asiens haben wir zusätzlich zu den Zahlen der Dunkelzifferstatistik Saudi Arabien eingefügt. Dort sind nach einer gründlichen Studie des British Medical Journal 20 Prozent der weiblichen Bevölkerung beschnitten.

TERRE DES FEMMES erklärt dazu: “Zur Berechnung der Dunkelziffer der in Deutschland Gefährdeten und Betroffenen wird die UNICEF-Prozentzahl der Betroffenen im Heimatland auf die Anzahl der hier lebenden Mädchen und Frauen angewandt”. Weitere Erklärungen finden Sie in der Dunkelzifferstatistik 2020 (letzte Seite).

 

Nordrhein-Westfalen

In der Praxis ist es wichtig für uns zu wissen, welche Nationalitäten wir besonders beachten müssen. Daher ist es besonders wichtig, dass TERRE DES FEMMES neben der Statistik für Deutschland auch die Zahlen für die einzelnen Bundesländer ausgerechnet hat. Da wir es wichtig finden, diese Zahlen sichtbar zu machen, haben wir die Zahlen für NRW ebenfalls auf die Karten übertragen.

 

1. Anzahl der betroffenen Frauen in NRW nach Nationalitäten

Afrika

Insgesamt befinden sich nach den Angaben von TERRE DES FEMMES 10.375 (10.027) betroffene Frauen über 18 Jahre aus Afrika in Nordrhein-Westfalen. Es werden wesentlich mehr sein, weil die Dunkelzifferstatistik für ganz Deutschland 53.429 (49.925) afrikanische Frauen ausweist und in Nordrhein-Westfalen überproportional viele Afrikanerinnen leben – das Statistische Bundesamt geht von etwa 33 Prozent aus. Damit wären wir bei etwa 17.800 (16.600) betroffenen Frauen. Dennoch bleiben wir bei den Zahlen der Dunkelzifferstatistik von 2020.

Verteilung der 10.375 betroffener Frauen über 18 Jahre auf die Länder Afrikas:

Die Umsetzung der Zahlen von TERRE DES FEMMES auf die Karte von NRW macht deutlich, dass Frauen aus Eritrea, Somalia, Ägypten, Somalia und Nigeria in besonderem Maße unsere Beachtung brauchen.

 

Asien

Häufig werden die Länder Asiens, in denen Mädchen beschnitten werden, in der Wahrnehmung vernachlässigt. Es sind vor allem die hohen Zahlen, die den Iran und Irak betreffen, die dabei hervorstechen.

 

2. Anzahl der gefährdeten Mädchen in NRW nach Nationalitäten

Genauso wichtig ist die Frage, wie viele Mädchen in unseren Kitas und Schulen von einer Beschneidung bedroht sind.

Afrika

Die Statistik von TERRE DES FEMMES weisst 16.409 (13.997) gefährdete Mädchen unter 18 Jahre aus afrikanischen Ländern für ganz Deutschland aus. Würden wir ein Drittel als Anteil für Nordrhein-Westfalen zugrunde legen, wären es 5.470 (4.666) Mädchen

Die Statistik für Nordrhein-Westfalen weisst 3.515 (2.767) Mädchen aus afrikanischen Ländern aus, die in Nordrhein-Westfalen gefährdet sind. Wir legen diese Zahl zugrunde, daraus ergibt sich folgende Verteilung auf die Herkunftsländer.

 

Auffällig ist, dass wir besonders auf Mädchen aus den Länder Eritrea, Ägypten, Somalia Nigeria und Guinea achten müssen.

 

Asien

Die Übertragung der Dunkelzifferstatistik auf die Karte Asiens macht noch einmal besonders deutlich, wie sehr wir auf die Länder Irak und Iran schauen müssen. Aber auch die Zahlen zu Indonesien sind für uns wichtig.

 

 

 

 

Engagement

Niederlande: Kontrolle auf dem Flughafen einrichten

Die Niederlande wollen die Beschneidung von Frauen verhindern, indem sie Opfer in Schiphol abfangen

Die Niederlande wollen am Flughafen Schiphol so bald wie möglich verhindern, dass junge niederländische Mädchen unter falschem Vorwand in ihr Heimatland “geschmuggelt” werden, um sie dort heimlich beschneiden zu lassen. In den USA und in Großbritannien sind bereits Pilotprojekte erfolgreich gelaufen.

Dies wurde während der Fragestunde im Repräsentantenhaus deutlich, wo Sozialminister Wouter Koolmees Fragen des Abgeordneten Bente Becker (VVD) beantwortete. Die Abgeordnete legte einen Aktionsplan vor, um Mädchen während ihrer Ferien besser vor Genitalbeschneidung zu schützen.

 

Kindesmisshandlung

Becker ist der Ansicht, dass die Niederlande bei der Bekämpfung dieser Form des Kindesmissbrauchs ernsthaft unzureichend sind, und hat sich daher für Inspektionen am Flughafen ausgesprochen.

Hochrisikoflüge in Länder wie Somalia oder Äthiopien werden künftig zusätzlichen Kontrollen durch speziell ausgebildete Sicherheitsdienste unterzogen. Am Flughafen werden den Reisenden Aufkleber mit Anweisungen zur Vorgehensweise ausgehändigt, wenn sie eine verdächtige Situation feststellen oder den Verdacht haben, dass ein Mädchen gegen ihren Willen mitgenommen wird. Noch bevor das Flugzeug abhebt, können Maßnahmen ergriffen werden.

 

Militärpolizei

Wenn der Grenzdienst (Koninklijke Marechaussee) den Hinweis erhält, dass ein Mädchen in Gefahr ist, wechselt Schiphol laut einem Sprecher des Ministers schnell zu „Veilig Thuis“ oder zur „Kinderbescherming“, das eine vorläufige Vormundschaftsmaßnahme erlassen kann. “Auf diese Weise kann Reisen die Ausreise verhindert werden.”

Becker freute sich, dass ihr Aktionsplan umgesetzt wird. „Aber ich habe auch gehört, dass es zu diesen Sommerferien noch nicht funktionieren wird. Eine verpasste Gelegenheit “, sagte die Abgeordnete, der für die Rechte der Mädchen kämpft. Die Kommunen müssen sich stärker darauf konzentrieren und die Helfer müssen besser kommunizieren. Sie plädiert auch für die Anweisung eines Ministers. Jetzt ist das Thema auf verschiedene Ministerien aufgeteilt.

AD (Algemeen Dagblad) 23.06.20 – aus dem Niederländischen übersetzt: Günter Haverkamp

Europa

Niederlande: Prediger einer Moschee droht Strafe

Der Prediger der As-Sunnah-Moschee in Den Haag, der in einem Video die weibliche Genitalbeschneidung befürwortet hatte, steht vor Gericht. Ihm droht eine Strafe von 120 Stunden Sozialdienst und ein Monat Bewährung.

 

Die Staatsanwaltschaft fordert einen 120-stündigen Sozialdienst und eine einmonatige Bewährungsstrafe gegen einen Prediger der As-Sunnah-Moschee in Den Haag wegen Anstiftung zur Gewalt gegen Frauen. Der Mann war in einem Video auf der Website der Moschee zu sehen, in dem die Beschneidung von Frauen empfohlen wurde. Die Beschneidung von Frauen ist in den Niederlanden strafbar.

Der Verdächtige bestreitet, dass er für die Beschneidung von Frauen ist. Seine Kommentare in einem seiner Videos wären rein informativ und drückten nicht seine eigene Meinung aus. “Ich distanziere mich davon”, erklärte er am Freitag vor dem Gericht in Den Haag.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gab es seit Herbst 2015 auf der Webseite der Moschee einen Webvortrag, in dem der Prediger zu sehen ist. In dem Video sagt er: “Die Beschneidung ist für Männer obligatorisch und für Frauen empfohlen. Sie ist für Frauen nicht obligatorisch. Die Weisheit dahinter ist, den Penis von den Unreinheiten zu reinigen, die sich auf der Vorhaut befinden und in bei der Frau das Verlangen zu verringern.”

Die Beschneidung von Frauen sei in den Niederlanden ein großes Problem, argumentierte die Staatsanwaltschaft. Schätzungen zufolge werden in den Niederlanden 41.000 Frauen beschnitten, von denen 15.000 die extremste Form der Beschneidung erfahren haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sind jedes Jahr 4.200 Mädchen von einer Beschneidung bedroht, was häufig im Herkunftsland der Fall ist.

“Das Video weckt die Idee, dass die Beschneidung von Frauen empfohlen wird. Es ist eine Empfehlung eines Ehrenmannes, der mit einer der größten Moscheen in den Niederlanden in Verbindung steht und einen orthodoxen Ruf hat, der viele junge Menschen anspricht”, sagte die Staatsanwaltschaft.

Der Mann wusste damals noch nicht, dass die Beschneidung von Frauen eine Straftat ist, sagte er. “Ich habe einen Text aus einem islamischen Buch übersetzt, eine vereinfachte Rechtsprechung des Korans. Ohne nachzudenken habe ich ihn gelesen und übersetzt. Ich bin nicht darauf eingegangen. Ich bin auch nicht mit der weiblichen Beschneidung vertraut. Die weibliche Beschneidung findet überhaupt nicht statt in der türkischen und marokkanischen Gemeinde. Ich bin auch verheiratet und habe Kinder. Ich habe nie mit meiner Frau oder Schwester darüber gesprochen.”

Der Verdächtige sagt, dass er bereits von allen Medien verurteilt wurde und dass seine Karriere zerstört wurde. “Ich bin kein Verbrecher oder Randalierer. Ich habe islamische spirituelle Betreuung studiert, konnte sie aber nicht beenden, weil ich nirgendwo für ein Praktikum eingestellt wurde.”

Sein Anwalt sprach sich für einen Freispruch aus, da die Aussagen in einem religiösen Kontext gemacht wurden. “Ich glaube, die Aussagen meines Mandanten sind keine Anstiftung zu Gewalt”, sagte der Anwalt.

Das Gericht wird am 19. Juni entscheiden.

Voorburgs Dagblad

AD

Länderinformation

Ägypten: Arzt und geschiedener Vater angeklagt

Der ägyptische Generalstaatsanwalt hat einen Arzt und einen dreifachen Vater an ein Strafgericht verwiesen, weil er an den drei Töchtern weibliche Genitalbeschneidung durchgeführt hat. Der geschiedene Vater hätte den Eingriff mit dem Arzt abgesprochen, ohne zuvor die Mädchen oder ihre Mutter zu informieren.

Ahram Online

Länderinformation

Russland/Inguschetien: 9-jähriges Mädchen beschnitten

Russische Rechtsaktivisten fordern eine umfassende Untersuchung der Beschneidung eines neunjährigen Mädchens. Laut einem Bericht von AFP wurde das Kind im Juni 2019 in einer Klinik in Magas ohne Zustimmung der Mutter und auf Initiative ihres Vaters beschnitten. Sie sei vom medizinischem Personal und ihrer Stiefmutter festgehalten worden, die ihre Schreie ignorierten.

Die Mutter erhob bereits Anklage gegen Izanya Nalgiyeva, die Gynäkologin der Aibolit-Klinik, die die Operation durchgeführt hatte. Geroyev, dass der Ausschuss die Anfrage begrüßte und dass der Fall geprüft wurde.

Russland hat kein spezifisches Gesetz, das die Genitalverstümmelung von Frauen (FGM) verbietet, und eine umfassende Untersuchung des Falls wäre eine Premiere für das Land.

Menschenrechtsaktivisten hoffen, dass der Fall dazu beitragen kann, den Missbrauch in Russland zu verbieten.

Deutsche Welle

EU-OCS

The Moscow Times

Informationen von TDF

52. Runder Tisch NRW 2.0 am 03.06.2020

Wir möchten Sie herzlich zum zweiten Runden Tisch NRW 2.0 einladen,

am 03. Juni 2020
von 15.00 bis 16.30 Uhr

NEU: Als Sachverständige wird Miriam Koch, Leiterin des Amtes für Migration und Integration Düsseldorf, aus ihrer Arbeit und der Situation in Düsseldorf berichten.

Die Zugangsdaten gehen Ihnen automatisch mit der Bestätigungsmail zu. Wir werden Ihnen zusätzlich einen Tag vorher die Zugangsdaten zusenden. Dann erhalten Sie auch die Tischvorlage für die Sitzung.

Kennenlern- und Übungsrunde ab 14.30 Uhr
Wer möchte ist herzlich eingeladen, sich bereits ab 14.30 Uhr zuzuschalten, um das Ungewohnte einzuüben und das ein oder andere Gespräch zu führen. Das hat sich beim letzten Mal bewährt.

 

Abfrageergebnisse

In das Anmeldungsformular haben wir wieder einige Fragen eingebaut, die uns weiterhelfen, den Runden Tisch zu gestalten. Abfrageergebnisse.

 

Das Protokoll des 52. Runder Tisches

 

Ablauf des 52. Runden Tisches

Top 1 – Begrüßung

Top 2 – Vorstellungsrunde

Bei 60 Anmeldungen können wir leider keine Vorstellungsrunde durchführen. Daher stellen wir die Liste der Teilnehmer*innen zur Verfügung. Teilnehmerliste final

Top 3 – Schwerpunkte

1. Situation der Flüchtlingsfrauen in Unterkünften
In den vielen Meldungen über die Situation von Flüchtlingen in Unterkünften wird deutlich, dass hier Handlungsbedarf ist. Was muss getan werden, insbesondere für die Mädchen und Frauen? Wir haben hier dazu unter News Informationen gesammelt.

2. Beratungs- und Begleitmöglichkeiten bei wichtigen Terminen
Beim letzten Treffen blieben Fragen offen, z.B. die Begleitung von Frauen bei Krankenhausaufenthalten. Wir werden versuchen, diese Fragen zu klären.

3. Internetplattform für Arbeitsgruppen des Runden Tisches NRW
Das Organisationsteam des Runden Tisches hat sich ein Fleißkärtchen verdient. Wir haben begonnen, das Programm “Slack” einzurichten, damit viele der Fragen, die in unseren Sitzungen nicht geklärt werden können oder zwischen den Sitzungen auftauchen, bearbeitet werden können. Es ist aber noch zu früh, die Plattform freizugeben. Wir sind für jede Unterstützung von Expert*innen dankbar, die mit dem Programm schon länger arbeiten. Maren Broers vom Organisationsteam wird den aktuellen Stand vorstellen.

 

Top 4 – Nächster Runde Tisch NRW

Am Ende werden wir verschiedene Möglichkeiten gemeinsam klären:

Abfrage 1: 

Angenommen das nächste Treffen kann wieder normal ablaufen, sollen wir uns

  1. viermal im Jahr persönlich wie früher treffen 
  2. zweimal im Jahr persönlich und zweimal virtuell treffen
  3. einmal im Jahr persönlich und dreimal virtuell treffen

 

Abfrage 2: 

Die Treffen hatten vor Corona 2,5 Stunden gedauert. Sollte es möglich sein, sich persönlich wieder zu treffen, würden wir zu diesem Zeitmodell zurückkehren. Welche Zeitdauer sollten wir wählen, wenn wir uns das nächste Mal wieder virtuell treffen müssen:

  1. 1,5 Stunden wie jetzt
  2. 2 Stunden
  3. 2,5 Stunden

 

Abfrage 3: 

Welcher Termin für den nächsten Runden Tisch wäre für Sie günstig:

  1. 19.08.20
  2. 26.08.20
  3. 02.09.20

 

Abfrage 4: 

Themenvorschläge für den nächsten Runden Tisch ergeben sich aus der aktuellen Sitzung und werden aktuelle am Ende eingespielt.

 

Die Einladung komplett

 

Die Gesprächsrunde danach
Während des letzten Runden Tisches wurde deutlich, dass am Ende noch Redebedarf bestand. Aus Versehen wurde von uns das Meeting komplett beendet. Das wird nun nicht mehr vorkommen. Sie haben die Möglichkeit, Themen weiter zu besprechen, auch der Chat bleibt geöffnet.

Engagement

Protest gegen Unterbringung von Flüchtlingen

Der Flüchtlingsrat NRW hat dazu einen Appell veröffentlicht:

Appell des Flüchtlingsrates NRW

 

Offener Brief an die Minister Laumann und Dr. Stamp.

In der Landeserstaufnahmeeinrichtung (EAE) in Köln-Bayenthal herrschen unhaltbare Zustände, die das Leben der Geflüchteten in Gefahr bringen und sie in menschenunwürdiger Weise der Bedrohung durch das Corona-Virus aussetzen.
Immer wieder schildern uns ratsuchende Frauen*, dass sie zum Teil schon seit Monaten in einer Containerunterkunft ausharren, die eigentlich nur für einen kurzen Aufenthalt vorgesehen ist. In dieser Unterkunft leben etwa 800 Menschen in unerträglicher Enge und Nähe zueinander.

Zum Offenen Brief

Kölner Express, 13.05.2020: Corona-Chaos im Flüchtlingsheim?

Kölner Express, 18.05.2020: Aktivisten fordern Evakuierung

Bericht des Ministers für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration für die Sitzung des Integrationsausschusses am 20. Mai 2020

Im Landtag NRW ist dieses Thema angekommen:

Kleine Anfrage der SPD – Drucksache 17/9273 vom 06.05.2020

Antrag Bündnis 90/Die Grünen – Drucksache 17/9344 vom 19.05.2020

Bericht des Ministers für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration für die Sitzung des Integrationsausschusses am 20. Mai 2020

 

E-Mail-Aktion

In den Landeserstaufnahmeeinrichtungen leben die Bewohner*innen auf engstem Raum und haben keine Möglichkeit sich vor einer Ansteckung mit COVID-19 zu schützen. In einigen Unterkünften gibt es bereits Corona-Fälle und die daraus folgenden Quarantänemaßnahmen sind menschenunwürdig. Was uns die Menschen berichten, widerspricht einem verantwortungsvollen Gesundheitsschutz.
Deshalb fordern wir, dass die geflüchteten Menschen endlich dezentral, quarantänegerecht und familiengerecht untergebracht werden.

Aufruf zur E-Mail-Aktion

Deutsche Welle

 

Situation St. Augustin

Was Experten befürchteten, ist in Sankt Augustin eingetreten: eine Corona-Masseninfektion in einem Flüchtlingsheim. Eine Studie zeigt: Die Gefahr für die Bewohner ist mindestens so hoch wie auf Kreuzfahrtschiffen.

Tagesschau, 19.05.2020: Zu eng für Abstandsregeln

 

Situation Euskirchen

Wieder ist es in einer Unterkunft für Flüchtlinge zu einer starken Ausbreitung des Coronavirus gekommen. In St. Augustin bei Bonn wurden 130 Menschen positiv getestet. Bei 170 Bewohnern fielen die Tests negativ aus.

Deutsche Welle, 17.05.2020: Corona-Ausbruch in NRW-Flüchtlingsheim

Länderinformation

Kenia: 12jährige gerettet

Ein 12-jähriges Mädchen in Kenia wurde am Freitag aus der Zwangsheirat mit einem 25-jährigen Mann gerettet. Die Minderjährige, deren Mitgift bereits bezahlt worden war, wurde von Polizisten und Menschenrechtsaktivisten aus dem Haus des Bräutigams gerettet, wo sie bereits mit dem Mann als seiner Braut lebte – der Mann wurde verhaftet. Der Polizeikommandant sagte, dass FGM und Frühheirat in der Region immer noch weit verbreitet seien, insbesondere jetzt, wo die Schulen geschlossen sind. Die Mitgiftverhandlungen und Hochzeiten würden nachts stattfinden, um dem Gesetz zu entgehen. Der Polizeikommandant forderte die Bevölkerung auf, solche rückläufigen Kulturen zu meiden, die die Rechte des Mädchens verletzen: „Kinderehen sind in dieser Gemeinde immer noch sehr verbreitet. Dies sind veraltete Praktiken, die in der Vergangenheit belassen werden sollten. Ich möchte diejenigen, die minderjährige Mädchen heiraten, warnen, dass sie verhaftet und entsprechend behandelt werden. Wir werden in diesem Kampf nicht nachgeben. Ich möchte alle Bewohner auffordern, uns solche Fälle unverzüglich zu melden, um Maßnahmen zu ergreifen “, sagte der Kommandant und fügte hinzu, dass Kinderehen den Mädchen die Möglichkeit verweigern, ihre Ausbildung abzuschließen und ihr Leben in vollen Zügen zu leben.
Kenia News

Folgen

Berlin: Mehr Fälle von Mädchenbeschneidung in Krankenhäusern

Immer mehr Mädchen und Frauen werden wegen weiblicher Genitalbeschneidung in Berliner Krankenhäusern behandelt. Von 2018 bis September 2019 wurde in 176 Fällen von Krankenhäusern eine Mädchenbeschneidung als Hauptdiagnose festgestellt, wie der Senat auf eine AfD-Anfrage antwortete, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Im Jahr 2016 gab es nur zwölf entsprechende Diagnosen bei Frauen, 2017 waren es sechs. Das letzte Quartal 2019 wurde noch nicht ausgewertet. Auch mögliche Behandlungen in Arztpraxen sind in den Zahlen nicht enthalten.

Tagesspiegel