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International

COVID-19-Krise trifft vor allem Mädchen

UNODC-Exekutivdirektor Ghada Fathi Waly: Die Corona-Pandemie leite Strafverfolgungsressourcen um und schränke soziale und öffentliche Dienste ein. Opfer von Menschenhandel hätten noch weniger Chancen zu fliehen und Hilfe zu finden. Schulschließungen blockierten nicht nur den Zugang zu Bildung, Millionen von Kindern seien dadurch auch ohne Unterkunft und Nahrung. Die Vereinten Nationen berichteten, dass weltweit rund 370 Millionen Schüler*nnen Schulmahlzeiten verpassen, die häufig ihre einzige zuverlässige Nahrungsquelle sind.

Modern Diplomacy

Länderinformation

Ägypten: Beschneidungen nehmen kaum ab

Ungefähr 92 Prozent der verheirateten Frauen zwischen 15 und 49 Jahren wurden in Ägypten beschnitten. Amel Fahmy ist Direktorin eines Forschungszentrums, das sich gegen die Beschneidung von Frauen einsetzt. Sie sagt, dass die Zahl der Beschneidungen bei jüngeren Generationen insbesondere in städtischen Gebieten abnimmt, der Rückgang jedoch so gering ist, dass er kaum einen Unterschied macht.

Oneworld.nl  Übersetzung: Günter Haverkamp

Recht

Ungarn: Istanbul-Konvention wird nicht ratifiziert 

Die Istanbul-Konvention wurde von Ungarn 2014 unterzeichnet. Jetzt aber hat das ungarische Parlament die Ratifizierung der Konvention verweigert, weil sie “destruktive Geschlechterideologien” und “illegale Migration” fördere. Die Istanbul-Konvention ist das erste rechtsverbindliche Instrument zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und ein Meilenstein in der Geschichte des Schutzes der Frauenrechte. Es sieht unter anderem die Kriminalisierung von Missbräuchen wie FGM/C, Vergewaltigung in der Ehe und Zwangsheirat vor.

neweurope.eu

Länderinformation

Ägypten: Rückgang von FGM/C seit 1987

Kohortenanalyse der demografischen und gesundheitlichen Erhebungen: Weibliche Genitalbeschneidung hat in Ägypten eine lange Tradition und war bis vor kurzem quasi universell. Dennoch gibt es Anzeichen dafür, dass die Praxis an Unterstützung verloren hat und weniger Mädchen geschnitten werden. Diese Studie analysiert die Prävalenz von FGM/C in verschiedenen Geburtskohorten – die Ergebnisse zeigen einen stetigen Rückgang von FGM/C. Das Grundrisiko für die Geburtskohorte 2010 beträgt nur 30% derjenigen von 1987.

BMC Women’s Health

Länderinformation

Sudan: “Neue Ära” der Frauenrechte – FGM/C unter Strafe gestellt

Die sudanesische Regierung genehmigte am 22. April eine Änderung ihres Strafrechts, wonach das Praktizieren von FGM/C mit einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und einer Geldstrafe geahndet wird. Die FGM/C-Prävalenz im Sudan ist eine der höchsten weltweit. Frauenrechtsgruppen hoffen, dass die Bestrafung dazu beitragen könnte, FGM/C zu beenden. Sie warnten jedoch davor, dass es lange dauern könnte, das Verhalten der Dorf-Gemeinschaften zu ändern, die die traditionelle Praxis als notwendig erachten, um ihre Töchter zu verheiraten.

Reuters

Süddeutsche Zeitung

Gesellschaftliche Hintergründe

Corona: 2 Millionen zusätzliche Beschneidungen befürchtet

UN erwartet weitere Millionen Fälle von Gewalt, Kinderehe, weibliche Genitalbeschneidungen und ungewollte Schwangerschaften aufgrund der COVID-19-Pandemie.

Die durch die Krankheit verursachten wirtschaftlichen und physischen Störungen könnten enorme Folgen für die Rechte und die Gesundheit von Frauen und Mädchen haben, wie eine neue Analyse von UNFPA und ihren Partnern zeigt. Dr. Natalia Kanem, Exekutivdirektorin der UNFPA, sagte “Diese neuen Daten zeigen die katastrophalen Auswirkungen, die COVID-19 bald auf Frauen und Mädchen weltweit haben könnte”.

Lockdown-bedingte Unterbrechungen könnten dazu führen, dass 47 Millionen Frauen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen keine modernen Verhütungsmittel mehr zur Verfügung hätten, was zu voraussichtlich 7 Millionen zusätzlichen, ungewollten Schwangerschaften führen könnte. Die UN befürchtet 31 Millionen Fälle geschlechtsspezifischer Gewalt. Es würde ebenfalls erwartet, dass die Pandemie zu erheblichen Verzögerungen bei den Programmen zur Beendigung der weiblichen Genitalbeschneidung und der Kinderehen führt, was in den nächsten zehn Jahren zu schätzungsweise 2 Millionen mehr Fällen von FGM/C führt, als dies sonst der Fall gewesen wäre.

UNPRA

Weforum

Gesellschaftliche Hintergründe

FGM/C-Tourismus: Von Europa nach Kenia

Die Klinik befindet sich im Stadtteil Eastleigh in Nairobi, der auch „Klein Mogadischu“ genannt wird und hat hauptsächlich somalische Kunden aus Europa, insbesondere aus Großbritannien, Schweden und Norwegen, sowie den USA. „Die somalische Diaspora ist gut für mein Geschäft“, erklärt Hirsi, 69, der Leiter der Klinik, der ebenfalls Beschneidungen durchführt. In einem „guten“ Monat werden etwa 100 Frauen und Mädchen in die Untergrundklinik gebracht, um beschnitten zu werden. Weibliche Genitalbeschneidung ist in Kenia seit 2011 verboten. Theoretisch können Ärzte und Vermittler also inhaftiert und mit Geldstrafen belegt werden. Die Mindeststrafe beträgt drei Jahre Haft und eine Geldstrafe von 2.000 USD. Dennoch unternehmen Mütter und Väter weite Reisen und zahlen gerne 150 USD, um ihre Töchter in Kenia beschneiden zu lassen. Es gibt keine offiziellen Statistiken über die Anzahl der Personen, die strafrechtlich verfolgt werden. Die Richter zögern möglicherweise, die Straftäter zu belangen, da diese häufig die Eltern sind, die für die Betreuung ihrer Kinder verantwortlich sind.

Asumetech.com

Runder Tisch NRW

Treffen am 03.06.2020 wird verschoben

Leider müssen wir das geplante Treffen des Runden Tisches NRW am 03.06.2020 wegen Corona verschieben. Wir werden statt dessen im Mai einen virtuellen Runden Tisch NRW ansetzen.

Engagement

Fortbildungsveranstaltung am 26.06.2020 wird verschoben

Die Ärztekammer Nordrhein plante zusammen mit dem Institut für Qualität im Gesundheitswesen Nordrhein (IQN) eine Fortbildungsveranstaltung zum Thema weibliche Beschneidung mit namhaften Referent*innen. Die Veranstaltung wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Nigeria: Erhöhtes Beschneidungsrisiko während der Corona-Krise

Der Programmkoordinator und Leiter des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen UNFPA, Cross River Sub Office im Süden Nigerias, Kenneth Ehouzou, sagte, dass die Einschränkung der Bewegung während dieser Pandemie mehr Frauen der Praxis aussetzt, und es schwierig macht, mehr Bewusstsein für die verheerenden Auswirkungen auf die Überlebenden zu schaffen. „Die Überwachung von Gemeinschaften ist praktisch unmöglich und die  Praktiken könnten ungestraft durchgeführt werden”.

UNFRA

 

Dieses Risiko sei jetzt noch größer, da die Gesundheitsunterstützung in einigen Fällen begrenzt oder nicht vorhanden sei, insbesondere in Staaten, in denen Gesundheitspersonal entweder zu Hause bleibt oder nicht bereit ist, sich um Fälle zu kümmern aufgrund der Angst, an COVID-19 zu erkranken.

 

http://www.thetidenewsonline.com/2020/04/10/unfpaothers-raise-concerns-over-fgm-during-lockdown/