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Engagement

Senegal: Video von einem Besuch von Sister Fa

Fatou Mandiang Diatta, auch bekannt als Sister Fa, ist eine preisgekrönter senegalesischer Soul- und Hip-Hop-Sängerin, die sich mit ihrer Musik für Menschenrechte und ein Ende der weiblichen Genitalbeschneidung einsetzt. „Ich betrachte mich nicht als Opfer. Ich bin eine FGM-Überlebende“, sagt sie von sich selbst.

Aljazeera

Europa

UK: Vor Ferienbeschneidungen gewarnt

Vom britischen Nationalen Gesundheitsdienst (NHS) wurde auf die große Gefahr der Ferienbeschneidungen am Ende des Jahres aufmerksam gemacht. Leethen Bartholomew, Leiter des Nationalen FGM-Zentrums, sagte: „Wir wissen aus Erfahrung, dass viele Fälle von FGM in den Schulferien auftreten, insbesondere im Sommer und zu Weihnachten. Es ist wichtig, dass Lehrer und andere Fachkräfte darin geschult sind, die Anzeichen von FGM zu erkennen, diese aufzuzeichnen und zu melden, damit gefährdete Mädchen geschützt werden können.“ In ganz England gab es im Neunmonatszeitraum mehr als 8.600 Termine für Frauen und Mädchen mit FGM beim NHS Services. In fast 3.000 Fällen wurde die Beschneidung zum ersten Mal festgestellt.

Daily Echo

Länderinformation

Sudan: Die Stunde der Frauen

Es waren vor allem die Frauen, die den Diktator al-Bashir stürzten, weiter demonstrierten und ihre Beteiligung an der Regierung erwirkten. Nun sprechen sie offen im Radio über Gleichberechtigung und gehen Tabu-Themen, wie weibliche Genitalbeschneidung, an. Bisher wurde die Gewalt gegen Frauen nicht dokumentiert. Nun beginnen die Frauen, auch eine Statistik über Mädchenbeschneidung zu führen.

Deutschlandradio – Hören und lesen

Länderinformation

Sudan: Reinfibulation muss aufhören

Die Rechte der Frauen sind im Sudan in den Vordergrund gerückt, nachdem Frauen bei Straßenprotesten, die im April zum Sturz des autokratischen Herrschers Omar al-Bashir führten, eine herausragende Rolle spielten. Aktivistinnen sagten, sie seien sehr zuversichtlich, dass die neue Übergangsregierung FGM im Jahr 2020 verbieten würde. „Die Reinfibulation sollte aufhören”, sagte Nafisa Bedri, Professorin für reproduktive Gesundheit an der Ahfad University for Women in Omdurman, der Thomson Reuters Foundation telefonisch. „Es gefährdet die Frau, wenn sie wieder entbindet und sexuelle Beziehungen werden erschwert.”

Malaymail

Europa

Irland: Genitalbeschneidung eines 1jährigen Mädchens

Ein Ehepaar bekannte sich vor dem Dublin Circuit Criminal Court für nicht schuldig, am 16. September 2016 an einer Adresse in Dublin eine FGM-Handlung an einem damals einjährigen Mädchen durchgeführt zu haben. Am achten Verhandlungstag sprach die Jury aber, nach fast dreistündigen Beratungen, in allen Punkten einhellige Schuldsprüche aus.

Independent

Länderinformation

Somalia: Ifah macht Hoffnung

In Somalia wurde die Ifrah-Stiftung mit dem alleinigen Ziel gegründet, die weibliche Genitalbeschneidung auszurotten. Sie setzt sich dafür ein, dass Frauenrechtsfragen in der somalischen Regierung mehr Beachtung bekommen. Um ihre Ziele zu erreichen, hat sie ein Programm „Modell des systemischen Wandels“ implementiert, in dem sie mit wichtigen Interessengruppen und Einflussnehmern zusammenarbeitet, die eine starke Rolle bei der Herbeiführung von Veränderungen spielen könnten.

Die Ifrah-Stiftung basiert auf drei Säulen: Bewusstsein, Fürsprache und Stärkung der Gemeinschaft. Die Ifrah-Stiftung arbeitet derzeit mit anderen NGOs und der somalischen Regierung zusammen, um die wachsende Unterstützung der Regierung für die Unterzeichnung eines offiziellen Verbots der Beschneidung weiblicher Genitalien in die Gesetzgebung voranzutreiben. Die Organisation spielte schon eine wichtige Rolle bei der Entscheidung des Generalstaatsanwalts, die Strafverfolgung für den Tod des 10-jährigen Mädchens im Jahr 2018 fortzusetzen.

In Somalia werden Fortschritte bei der Beseitigung der Genitalbeschneidung bei Frauen erzielt. Die Bewegungen gegen die Praxis finden jedes Jahr mehr Unterstützung. Trotz der entmutigenden Zahlen gibt es immer noch Hoffnung für Somalia. Die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft, von Nichtregierungsorganisationen und Religionswissenschaftlern hat Fortschritte bei der Ausrottung erzielt und dürfte weiter an Dynamik gewinnen.

Borgen Magazin

Engagement

Projektidee: Aus Beschneiderinnen werden Schneiderinnen

Die Organisation „Pfefferminzgreen“ unterstützt seit 2005 verschiedene gemeinnützige Projekte in Subsahara-Afrika. Aktuell steht die Bekämpfung von weiblicher Genitalbeschneidung im Fokus.

Konkret finanziert „Pfefferminzgreen“ in Port Loko, im Nordwesten des Westafrikanischen Landes Sierra Leone, ein Projekt, in dem aktuell drei ehemalige Beschneiderinnen eine neue Tätigkeit gefunden haben: Als Schneiderinnen stellen sie Taschen her. Das Ziel ist es, weitere Beschneiderinnen zur Umschulung zu bewegen. Um dieses Ziel zu erreichen ist weitere Unterstützung notwendig. „Pfeffermingreen“ macht es möglich, die hergestellten Taschen gegen eine Spende von 30 Euro zu erwerben. Benannt wurden die Taschen nach den Frauen, die diese herstellen: „Tity“, „Kadiatu“ und „Neneh“.

Journal Frankfurt

Pfefferminzgreen

Europa

Belgien: Offener Brief gegen neue Bestimmungen

In Belgien genießen Mädchen, die vor Beschneidung geschützt werden müssen, Asyl. Wenn ein Mädchen in Belgien als Flüchtling zum Schutz vor Beschneidung anerkannt wird, unterzeichnen die Eltern eine Ehrenerklärung. Darin bestätigen sie, dass sie über Kenntnisse des belgischen Rechts verfügen (Artikel 409 des Strafgesetzbuchs verurteilt die Verstümmelung weiblicher Genitalien) und verpflichten sich, ihre Tochter vor jeglicher Form davon zu schützen. Dafür müssen die Eltern jedes Jahr durch einen Arzt nachweisen, dass die Genitalien ihrer Mädchen noch unversehrt sind.


Der Originaltext aus Monidal News

Viele Mädchen (insgesamt 1803) erhielten internationalen Schutz vom belgischen Staat, um sie vor weiblicher Beschneidung zu schützen. Aber seit April werden Eltern von Mädchen, die von Genitalbeschneidung bedroht sind, nicht mehr unbedingt zusammen mit ihrer Tochter als Flüchtlinge anerkannt. Die belgische gemeinnützige Organisation GAMS (Gruppe zur Beseitigung der weiblichen Genitalverstümmelung) schlägt daher gemeinsam mit einer Reihe anderer Organisationen Alarm. Sie findet diese Richtlinienänderung “besorgniserregend”. Bis heute ist Belgien in Europa ein Vorbild für den Schutz von Familien, die aus Angst vor der Beschneidung ihrer Tochter fliehen.

Für viele Eltern ist es unmöglich, ihre Tochter in ihrem Herkunftsland zu schützen. Belgien gewährt daher im Allgemeinen Mädchen, die vor der drohenden Genitalbeschneidung geflohen sind, den Flüchtlingsstatus. Die Eltern dieser Mädchen wurden bis vor kurzem auch als Flüchtlinge anerkannt, um die Einheit der Familie zu schützen oder weil sie sich dieser traditionellen Praxis in ihrem Herkunftsland widersetzten.

Das Generalkommissariat für Flüchtlinge und Staatenlose (CGRS) unterstrich 2014 in einem offenen Brief die Bedeutung dieses internationalen Schutzes. Wenn ein Mädchen als Flüchtling zum Schutz vor Beschneidung anerkannt wird, unterzeichnen die Eltern eine Ehrenerklärung. Darin bestätigen sie, dass sie über Kenntnisse des belgischen Rechts verfügen (Artikel 409 des Strafgesetzbuchs verurteilt die Verstümmelung weiblicher Genitalien) und verpflichten sich, ihre Tochter vor jeglicher Form der Beschneidung zu schützen.

Die Eltern müssen ihre Tochter jedes Jahr einer ärztlichen Untersuchung unterziehen um feststellen zu lassen, dass ihre äußeren Genitalien noch unversehrt sind. Die Eltern spielen daher eine wichtige Rolle beim Schutz ihrer Tochter.

Familien im legalen Niemandsland

Im April 2019 kündigte der CGRS an, seine Anerkennungspolitik für diese Familien zu ändern. Seitdem werden die Eltern dieser Mädchen zusammen mit ihrer Tochter nicht mehr als Flüchtlinge anerkannt, wenn sie keine persönliche Verfolgung nachweisen können. Die Befürchtungen der Eltern, sich der Beschneidung ihrer Tochter nicht widersetzen zu können, werden nicht mehr als Anerkennungsgrund berücksichtigt.

In der Zwischenzeit erhielten die Eltern verschiedener Mädchen, die als Flüchtlinge anerkannt wurden, vom CGRS negative Entscheidungen. Viele von ihnen legten beim Aliens Litigation Council Berufung ein. Obwohl wir hoffen, dass sich die Justiz positiv entwickelt, sind wir besorgt über die mögliche Trennung dieser Familien, trotz des Grundsatzes der Familieneinheit.

Unsicheres Vorgehen

Aber es geht um mehr als eine zufällige Änderung der Richtlinien. Aktuell gibt es eine Gesetzeslücke: Minderjährige Flüchtlinge, die von ihren Eltern begleitet werden, haben im Gegensatz zu unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen keinen Anspruch auf Familienzusammenführung. Daher ist ein Regularisierungsverfahren die einzige Option für Eltern, die ihre anerkannten Töchter in Belgien begleiten. Dies ist jedoch ein kostspieliger und unsicherer Vorgang.

Ein eindrucksvolles Beispiel ist das Zeugnis von Frau Diallo (Pseudonym), die mit ihrer zweijährigen Tochter nach Belgien kam, um sie vor weiblicher Genitalbeschneidung zu schützen: „Unsere Tochter ist als Flüchtling anerkannt, aber als Eltern wissen wir nicht, ob wir irgendwann eine Aufenthaltserlaubnis bekommen werden. Da wir als Asylbewerber kein eigenes Einkommen haben, konnten wir das Regularisierungsverfahren nicht sofort einleiten. Nach einigen Monaten konnten wir uns Geld ausleihen, um die Kosten für ein Regularisierungsverfahren zu bezahlen, nämlich 350 Euro pro Elternteil, also insgesamt 700 Euro.”

Während der Bearbeitung ihres Antrags (was Monate dauern kann) haben diese Eltern keinen Aufenthaltsstatus. Infolgedessen können sie nicht arbeiten, es ist schwieriger, eine Wohnung zu mieten, weiterhin besteht die Gefahr, dass sie verhaftet werden. Wenn die Eltern endgültig reguliert sind, ist dieser Aufenthaltsstatus nur vorübergehend und unterliegt strengen Bedingungen, wenn er jährlich erneuert werden soll.

Wie können diese Eltern ihre Töchter unter diesen prekären Bedingungen in Belgien vor Genitalverstümmelung schützen? Der Flüchtlingsstatus dieser Mädchen ist nur dann wirksam, wenn ihre Eltern auch ihre wirtschaftlichen und sozialen Rechte uneingeschränkt ausüben können.

Höheres Interesse des Kindes

Als Organisationen, die sich für die Achtung der Kinderrechte einsetzen, bitten wir die belgischen Migrations- und Asylbehörden, die Interessen des Kindes zu berücksichtigen.

Wir bitten Sie dringend, diese Richtlinienänderung zu unterlassen. Für diese jungen Mädchen, die mit ihren Familien in unser Land gekommen sind, hat es schlimme Konsequenzen, wenn sie nicht mehr vor weiblicher Genitalbeschneidung geschützt sind.

Gleichzeitig möchten wir die Behörden auffordern, die Gesetzeslücke zu schließen. Das Recht aller Kinder auf Familienleben muss ausnahmslos gewahrt bleiben, unabhängig davon, ob sie von ihren Eltern begleitet werden oder nicht und unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus.

Unterzeichner

  • GAMS Belgique vzw
  • INTACT vzw
  • Kinderrechtencoalitie Vlaanderen vzw
  • Vluchtelingenwerk Vlaanderen
  • UNICEF België
  • Human Rights and Migration Law Clinic UGand
  • De Liga voor Mensenrechten
  • La Ligue des Droits Humains
  • CODE – Coordination des ONG pour les Droits de l’Enfant
  • Fem & Law vzw
  • Défense des enfants international (DEI) Belgique
  • Service Droits des jeunes (SDJ) Bruxelles
  • Réseau Wallon de Lutte contre la Pauvreté
  • PLAN International Belgique
  • CIRE vzw
  • Ligue des Familles
  • NANSEN vzw
  • Refugee Law Clinic ULB
  • Association pour les droits des étrangers (ADDE)
Erkennen

Berlin: Verpflichtende „U“-Untersuchungen

Immer mehr in Berlin lebende Mädchen wurden beschnitten oder sind von einer Beschneidung bedroht. Der Senat will das Problem angehen, was nicht ganz einfach ist. „Da Genitalverstümmelung fast ausschließlich unter Geheimhaltung in den Familien stattfindet, ist eine Erkennung und Information der Fachkräfte im Jugendamt sehr erschwert“, heißt es in einer bislang nicht veröffentlichten Antwort der Senatsgesundheitsverwaltung auf eine schriftliche Anfrage der AfD-Fraktion im Abgeordnetenhaus.

Wenn das Jugendamt von diesen Fällen erfahre, greife das vorgegebene Berliner Kinderschutzverfahren. In Einzelfällen stünden spezialisierte Fachberatungsstellen zur Verfügung. Nur: Ob und wie die Jugendämter von den Fällen erfahren, hängt vom Zufall ab. Aus der Antwort geht hervor, dass weder bei den Früherkennungsuntersuchungen im Kindes- und Jugendalter, noch an anderer Stelle eine standardisierte Dokumentation in Bezug auf eine mögliche Beschneidung der Mädchen im Genitalbereich erfolgt. Auch aus diesem Grund möchte der Senat nun ein Gesetz auf den Weg bringen, das Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern und Jugendlichen zur Pflicht macht. In den Bundesländern Bayern, Hessen und Baden-Württemberg sind die Untersuchungen U1 bis U9 bereits verpflichtend.

Tagesspiegel

Europa

UK: Grenzpolizei erhält Auszeichnung für Operation “Limelight”

Die Operation „Limelight”, gemeinsam getragen von Border Force und Metropolitan Police, erhielt den World Class Policing Awards dafür, dass sie das Bewusstsein für Zwangsheirat und weibliche Genitalbeschneidung an der Grenze schärfen und potenzielle Opfer schützen. Im Rahmen der Operation arbeitete Großbritannien eng mit den Kolleg*innen in den USA zusammen. Seit ihrer Einführung wurden bis Juni 2019 insgesamt 2149 Zwangsverheiratungs-Schutzanordnungen und 418 FGM-Schutzanordnungen erlassen. Im Februar wurde die erste Person in Großbritannien wegen FGM verurteilt.

GOV.uk