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Medizin

Medizin: Kongress für Intimchirurgie befasst sich mit Rekonstruktion

Auf dem ersten Kongress für Intimchirurgie der International Society of Reconstructive and Aesthetic Intimate Treatmant (ISRAIT) in Leipzig wurde der Genitalbeschneidung oder Female Genital Mutilation (FGM) eine ganze Sitzung gewidmet. Dr. Refaat Karim, der als plastischer Chirurg an unterschiedlichen Standorten in den Niederlanden und in Spanien arbeitet, kritisierte angesichts der quantitativen Bedeutung der Problematik, dass man zum Beispiel auf Seiten der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) erstaunlich wenig Material dazu finde. Auch hierzulande äußerten bereits in einer mehr als 10 Jahre zurückliegenden Befragung 87,4 % der Ärzt*innen den Wunsch nach mehr Information zum Thema Genitalbeschneidung. Seinerzeit gaben von fast 500 Frauenärzt*innen 43 % an, beschnittene Patientinnen bereits betreut zu haben. 27 % dieser Frauen kamen als Schwangere in die Sprechstunde.

Die Therapie reicht von einer vergleichsweise einfachen Wiedereröffnung (Defibulation), um den Abfluss von Urin und Menstrualblut zu ermöglichen, bis hin zur komplexen plastischen Operation. Karim verwies auf eine der größten prospektiven Studien mit 2 938 Patientinnen in Frankreich, bei der versucht worden war, das, was von der Klitoris übrig war, wieder freizulegen oder aus den Resten eine Art Neoglans zu bilden. Sie wird dann mit vaginalem Schleimhauttransplantat bedeckt.

Bei 28 % zeigte sich wieder ein Äquivalent einer normalen Klitoris, bei 24 % war eine Glans sichtbar, bei 6 % tastbar und bei 0,4 % konnte keine Veränderung erzielt werden. Hämatome, Nahtdehiszenzen und Fieber wurde bei 5 % der Patientinnen registriert, 4 % mussten kurzfristig erneut stationär aufgenommen werden. Die Hauptkritik an diesem Vorgehen bezog sich auf die geringe Nachverfolgungsrate von nur 29 % nach einem Jahr. Aber in den Leserbriefen an das Fachjournal wurden seinerzeit auch Zweifel geäußert, ob nach den schwerwiegenden Verstümmelungen überhaupt noch genügend Klitorisgewebe zurückbleibe, um nach solch einer einfachen Freilegung tatsächlich von einer „Rekonstruktion“ sprechen zu können.

PD Dr. med. Dan mon O‘Dey wählte deshalb einen anderen Weg. Der Chefarzt der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie am Luisenhospital in Aachen hat die Anatomie der die Schamregion versorgenden Nerven und Gefäße erforscht und eine komplexe Rekonstruktion entwickelt und beschrieben. Die etwa 13 cm langen Schwellkörper (Crura clitoridis) vereinen sich zu einem Schaft (Corpora clitoridis), dessen Ende die Glans clitoridis bildet. Die sensible Innervation erfolgt über den N. dorsalis clitoridis aus dem N. pudendus, das Ligamentum suspensorium fixiert die Klitoris an der Symphyse. Das Präputium oder die Vorhaut entsteht aus der Tunica albuginea, die die Corpora und Crura umgibt.

Ärzteblatt

Länderinformation

Indien: Höheres Gericht wegen Verbot von FGM angerufen

Der Oberste Gerichtshof empfahl, die in der Dawoodi-Bohra-Gemeinde praktizierte weiblichen Genitalbeschneidung an eine andere Gerichtsbarkeit zu verweisen. Eine Petition zum Verbot von FGM ist beim Überwachungsausschuss anhängig. Zwei Rechtsstreitigkeiten von öffentlichem Interesse haben dafür gesorgt, dass ein Gesetz gegen die Beschneidung von Frauen wegen der Verletzung der Rechte muslimischer Bohra-Mädchen angestrebt wird.

Hindustan Times

Medizinische Hintergründe

Kongress für Intimchirurgie: Rekonstruktion

Auf dem ersten Kongress für Intimchirurgie der International Society of Reconstructive and Aesthetic Intimate Treatmant (ISRAIT) in Leipzig wurde der Genitalbeschneidung oder Female Genital Mutilation (FGM) eine ganze Sitzung gewidmet. Dr. Refaat Karim, der als plastischer Chirurg an unterschiedlichen Standorten in den Niederlanden und in Spanien arbeitet, kritisierte angesichts der quantitativen Bedeutung der Problematik, dass man zum Beispiel auf Seiten der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) erstaunlich wenig Material dazu finde. Auch hierzulande äußerten bereits in einer mehr als 10 Jahre zurückliegenden Befragung 87,4 % der Ärzt*innen den Wunsch nach mehr Information zum Thema Genitalbeschneidung. Seinerzeit gaben von fast 500 Frauenärzt*innen 43 % an, beschnittene Patientinnen bereits betreut zu haben. 27 % dieser Frauen kamen als Schwangere in die Sprechstunde.

Bei 28 % zeigte sich wieder ein Äquivalent einer normalen Klitoris, bei 24 % war eine Glans sichtbar, bei 6 % tastbar und bei 0,4 % konnte keine Veränderung erzielt werden (5). Hämatome, Nahtdehiszenzen und Fieber wurde bei 5 % der Patientinnen registriert, 4 % mussten kurzfristig erneut stationär aufgenommen werden. Die Hauptkritik an diesem Vorgehen bezog sich auf die geringe Nachverfolgungsrate von nur 29 % nach einem Jahr. Aber in den Leserbriefen an das Fachjournal wurden seinerzeit auch Zweifel geäußert, ob nach den schwerwiegenden Verstümmelungen überhaupt noch genügend Klitorisgewebe zurückbleibe, um nach solch einer einfachen Freilegung tatsächlich von einer „Rekonstruktion“ sprechen zu können.

PD Dr. med. Dan mon O‘Dey wählte deshalb einen anderen Weg. Der Chefarzt der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie am Luisenhospital in Aachen hat die Anatomie der die Schamregion versorgenden Nerven und Gefäße erforscht und eine komplexe Rekonstruktion entwickelt und beschrieben. Die etwa 13 cm langen Schwellkörper (Crura clitoridis) vereinen sich zu einem Schaft (Corpora clitoridis), dessen Ende die Glans clitoridis bildet. Die sensible Innervation erfolgt über den N. dorsalis clitoridis aus dem N. pudendus, das Ligamentum suspensorium fixiert die Klitoris an der Symphyse. Das Präputium oder die Vorhaut entsteht aus der Tunica albuginea, die die Corpora und Crura umgibt.

Weiterlesen: Ärzteblatt, 15.11.2019 

Kenia: Bis 2022 FGM beenden

Verantwortliche aus 22 Landkreisen, in denen die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) immer noch weit verbreitet ist, wurden angewiesen, alle sechs Monate umfassende Berichte über das Problem zu erstellen.

Die Kabinettssekretärin für den öffentlichen Dienst, Jugend und Gender, Margaret Kobia, gab gestern in Kajiado die Anweisung heraus, dass alle sechs Monate ein umfassender Bericht von den Verantworltichen aus 22 Bezirken zur Praxis weiblicher Genitalbeschneidung an sie gegeben werden müssen. Kobia, die von den Anti-FGM-Aktivistinnen begleitet wurde, sagte, das Ministerium werde den Kampf gegen FGM verstärken, um sicherzustellen, dass es bis 2022 ausgerottet wird.

Sie warnte auch Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die Zahlen von FGM-Opfern übertreiben, um Spenderfinanzierung zu erhalten, und erklärte, sie würden überprüft und es würden strenge Maßnahmen gegen sie ergriffen.

Der Standard digital

Länderinformation

Kenia: Beendung von Genitalbeschneidung bis 2022

Älteste der Gemeinschaft und religiöse Führer aus dem ganzen Land haben sich verpflichtet, die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) in Kenia bis 2022 zu beenden.

Die Regierungschefs haben sich im State House in Nairobi während eines Treffens mit Präsident Uhuru Kenyatta und First Lady Margaret Kenyatta besprochen.

Die Erklärung der Meinungsführer aus 22 von FGM am stärksten betroffenen Regionen stützt die Erklärung von Präsident Kenyatta, die illegale Praxis im Land bis 2022 zu beenden.

“Wir begrüßen die Bemühungen der kenianischen Regierung zur Beendigung der Genitalverstümmelung von Frauen durch die Schaffung und Umsetzung fortschrittlicher Politiken und gesetzlicher Rahmenbedingungen und Programme zur Ausrottung der Genitalverstümmelung”, sagte Josephat Murangiri, der Generalsekretär des Obersten Regierungsrates der Ältesten des Volkes der Meru Njuri Ncheke.

Weiterlesen: KBC Channel

Europa

Österreich: Schönheitsoperation wurde zur Genitalbeschneidung

Sie habe sich ihre inneren Schamlippen um rund einen Zentimeter verkürzen lassen wollen, sagt die klagende Patientin. Stattdessen habe der beklagte Schönheitschirurg diese bei der Operation komplett entfernt. Zudem habe der Facharzt für plastische Chirurgie ihre Klitoris angeschnitten und so einen Kunstfehler begangen. Das Ergebnis der Operation komme einer Genitalverstümmelung gleich, meint der gynäkologische Gerichtsgutachter. Die Richterin im anhängigen Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch habe deshalb in der jüngsten Verhandlung angekündigt, den Akt der Staatsanwaltschaft Feldkirch zur strafrechtlichen Prüfung zu übermitteln, berichtet Klagsvertreter Patrick Beichl. Denn es bestehe der Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Jede Operation ist an sich eine Körperverletzung, aber dann straffrei, wenn der Patient mit dem Eingriff einverstanden ist. Eine Genitalverstümmelung ist aber zu bestrafen, weil dafür Paragraf 90 des Strafgesetzbuches die Möglichkeit der Einwilligung des Patienten in den Eingriff nicht vorsieht.

Die Klägerin fordere rund 40.000 Euro Schadenersatz, teilte deren Anwalt Beichl mit. Davon würden 25.000 Euro auf Schmerzengeld entfallen. Das Klagebegehren umfasse auch eine Entschädigung für die erlittene Verunstaltung und die Haftung für zukünftige Schäden.

Voralberg online

Länderinformation

Sambia: Weibliche Genitalverlängerung ist FGM

Der Koordinierungsrat für nichtstaatliche geschlechtsspezifische Organisationen (NGOCC) in Sambia sagt, dass die Verlängerung der weiblichen Genitalien entmenschlicht und eine Form von sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt ist. Der amtierende Exekutivdirektor Chilufya Siwale sagte, die NGOCC stimme den Ansichten von Chef Madzimawe zu, dass die Dehnung ebenfalls eine Form der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) ist, die gestoppt werden sollte. Er sagte, dass es sei notwendig sei, mit allen Beteiligten zusammenzuarbeiten, um die Verlängerung der weiblichen Genitalien zu bekämpfen.

The Must online

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Studie: Klitoris für die Reproduktion wichtig

Weltweit wird in vielen Ländern und Kulturen die weibliche Genitalbeschneidung (FGM) unter der Voraussetzung praktiziert, dass die Arbeit der Klitoris ausschließlich dem sexuellen Vergnügen dient. Neue Beweise werden in der Überprüfung hervorgehoben, die zeigt, dass es eine Verbindung zwischen der Klitoris und der Reproduktion gibt.

Die negativen gesundheitlichen und psychischen Auswirkungen von FGM werden von 200 Millionen Frauen getragen. Weitere 50 Millionen Mädchen laufen Gefahr, Opfer zu werden. FGM gibt es auf allen Kontinenten, außer in der Antarktis. Es handelt sich um ein globales Problem. In einigen Ländern wurde die FGM-Praxis durch politisch gesteuerte Ansätze um bis zu 10% reduziert. In 20 afrikanischen Ländern sind jedoch immer noch zwischen 15% und 95% der Mädchen von FGM betroffen, in vielen Ländern wie dem Sudan, Mali und Dschibuti sowie Sierra Leone ist der Wandel nur schwer zu bewältigen.

Health Europa

Länderinformation

Äthiopien: Bogaleth Gebre gestorben

Die Mikrobiologin und Frauenrechtlerin Bogaletch Gebre, die die weibliche Genitalbeschneidung in ihrer Heimat Äthiopien intensiv bekämpft hat, ist laut ihrer Wohltätigkeitsorganisation am 02.11.2019 gestorben. „Es war sehr beeindruckend, wie sie die Jugend dazu befähigte, die Praxis abzulehnen. Es war eine Welle der Hoffnung und des Wandels in der Gemeinschaft”, sagte Faiza Mohamed, Afrika-Direktorin der Interessenvertretung Equality Now. „Es ist wichtig, die Jugend einzubeziehen, eine dynamische Partnerschaft mit ihr einzugehen und sich mit ihnen zu beschäftigen.”
The Sun Daily

Kenia: Weg eines Fluchs der Urgroßmutter

Zwei kenianische Frauen (25 Jahre alt), bekannten sich vor dem Marimanti-Gericht im Bezirk Tharaka Nithi schuldig, sich gegenseitig beschnitten zu haben. Winjoy und Julia, die mit Brüdern verheiratet sind, erzählten dem Gericht, dass sie sich gegenseitig mit einer Rasierklinge beschnitten hätten, um ihre Kinder vor einem Generationenfluch zu bewahren. Eine Urgroßmutter habe einen Fluch hinterlassen, der drohte, dass die Kinder unbeschnittenen Frauen zugrunde gehen würden.

Kwakilishi