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Europa

Schweiz: Somalierin wegen der Genitalbeschneidung vor Einreise verurteilt

Das Bundesgericht hat die Verurteilung einer Somalierin bestätigt, die vor der Einreise in die Schweiz ihre beiden Töchter beschneiden liess. Den Einwand der Frau, wonach sie nicht gewusst habe, dass ihr Tun strafbar ist, lassen die Lausanner Richter nicht gelten.

Das Bundesgericht bestätigt mit dem am Freitag publizierten Urteil den Entscheid des Kantonsgerichts Neuenburg. Dieses hatte die Frau wegen Verstümmelung weiblicher Genitalien zu einer bedingten Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt.

Die Frau war mit ihren vier Kindern im November 2015 im Rahmen eines Familiennachzugs in die Schweiz eingereist. Rund zwei Jahre vorher liess sie ihre damals sechs und sieben Jahre alten Töchter in Mogadischu/Somalia beschneiden.

Wie das Bundesgericht in seinem Leitentscheid ausführt, spielt es keine Rolle, dass die Tat im Ausland begangen wurde, und die Frau damals noch keinen Bezug zur Schweiz hatte. Gemäss Artikel 124 des Strafgesetzbuches ist die Verstümmelung weiblicher Genitalien auch strafbar, wenn die Tat im Ausland begangen wird, sich die Täterschaft in der Schweiz befindet und nicht ausgeliefert wird.

Weiterlesen: Aargauer Zeitung

Europa

Schweiz: Neues Pilotprojekt zur Verhinderung von Mädchenbeschneidung

Ab März ist ein Pilotprojekt geplant, das zwei bis drei Jahre dauern soll. Das Ziel des Projektes ist, Mädchen und Frauen in der Schweiz vor Mädchenbeschneidung zu schützen und sie medizinisch zu versorgen. In der Schweiz sind laut Zahlen des Bundes rund 15’000 Frauen und Mädchen beschnitten.Weiterlesen: BZ Basel

Engagement

Trier: Hilfsnetzwerk bildet sich

In Trier zeichnet sich auf der Basis einer Initiative der städtischen Frauenbeauftragten Angelika Winter nun erstmals die Entstehung eines konkreten Hilfsnetzwerks ab.

Bereits seit 2003 findet am 6. Februar der „Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung“ statt, um auf diese Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen. An diesem Tag trafen sich in Trier 29 Expertinnen und ein Experte aus Einrichtungen der Frauen-, Jugend- und Flüchtlingsarbeit sowie des Kinderschutzes zu der Tagung „Weibliche Genitalbeschneidung – was geht mich das an?“, um ein Netzwerk mit Hilfsangeboten auf den Weg zu bringen. Zwei Drittel der Teilnehmer wollen sich in die Weiterführung einbringen. Ein erstes Treffen wurde schon vereinbart. Über die persönliche Betroffenheit hinaus habe sich, so Winter in einer ersten Bilanz, bei dem Treffen die Erkenntnis durchgesetzt, dass vor Ort einiges bewegt werden könne.

Weiterlesen: Stadt Trier

Länderinformation

Ägypten verstärkt Bemühungen im Kampf gegen Genitalverstümmelung

Kairo – Mit einer neuen Kampagne will Ägypten seinen Kampf gegen die Genital­verstümmelung von Frauen verstärken. Lanciert werden soll die landesweite Aktion am Internationalen Tag der Nulltoleranz gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar, wie Ge­sund­heits­mi­nis­terin Hala Abu Zeid laut Bericht der Onlinezeitung Egypt Today mitteilte.

Vertreter des Nationalen Bevölkerungsrats (NPC) hatten zuvor frühere Sensibili­sierungs­kampagnen des Landes gegen die Beschneidung von Frauen als erfolgreich bewertet. Einer Studie der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) aus dem Jahr 2000 zufolge waren damals 97 Prozent der verheirateten Frauen in Ägypten beschnitten. 69 Prozent von ihnen gaben an, der Beschneidung ihrer Töchter zuzustimmen.

In Ägypten ist die Beschneidung weiblicher Genitalien seit 2007 durch ein Dekret des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums offiziell untersagt. Seit 2016 steht sie unter Strafe.

Quelle: aerzteblatt.de

Länderinformation

Ägypten: Kampagne gegen Genitalverstümmelung

In Ägypten startet im Februar eine neue Kampagne gegen Genitalverstümmelung. Die weiteren Daily Good News: Gefangene der Taliban befreit. Quallen-See in Palau wieder mit Quallen.

Beitrag hören: WDR Cosmo

Europa

Großbritannien: Kampf gegen Genitalverstümmelung von Mädchen

Es ist ein archaisches, barbarisches Ritual, im aufgeklärten Europa eigentlich undenkbar: die Beschneidung von Mädchen und Frauen. Dennoch leben allein in Großbritannien über 60.000 Frauen mit verstümmelten Geschlechtsorganen.

Der Weltspiegelbeitrag ist von 2014, dennoch sehenswert: Interessant darin ist z.B. die Aussage der Lehrerin, die ihre Klasse zum Reitunterricht einladen wollte und 12 von 15 Mädchen konnten nicht teilnehmen, weil es für sie zu schmerzhaft ist.

Ansehen: 30.03.2014 Weltspiegel

Engagement

Caritas nimmt sich verstärkt des Themas an

Als neues Thema sei inzwischen die weibliche Genitalverstümmelung in den Beratungsgesprächen angekommen, so die Fachreferentin. Betroffen seien hier vor allem Frauen aus West- und Ostafrika sowie aus dem Jemen und aus Irak. Häufig fehle es deutschen Beratern an Wissen, wie sie mit den physischen und psychischen Folgen dieses Eingriffs umgehen können. Die Caritas kündigte an, 2019 eine entsprechende Fachtagung zu organisieren.

Ganzen Artikel lesen: Ärzteblatt

Europa

Österreich: Förderaufruf für Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen im Kontext von Integration

ÖIF-Förderaufruf für Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen im Kontext von Integration
Projektvorschläge mit den Schwerpunkten Beratung, Prävention und Aufklärung können bis 18. März 2019 eingereicht werden

Wien (OTS) – Für Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen im Kontext von Integration und insbesondere auch gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) startet der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) einen Sonderaufruf zur Einreichung von Projektvorschlägen. Gefördert werden Projekte zur Beratung und Prävention, welche Frauen und Mädchen zugutekommen, die von Gewalt im Kontext von Integration oder weiblicher Genitalverstümmelung betroffen oder gefährdet sind. Insbesondere werden Projekte gefördert, die Frauen in ihrer Selbstbestimmung stärken und Männern klar vermitteln, dass Gewalt gegen Frauen in Österreich nicht toleriert wird und strafrechtliche Konsequenzen hat. Einreichungen sind ab sofort bis 18. März 2019 möglich; vergeben werden Mittel für Projekte in ganz Österreich, die im Zeitraum vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2021 umgesetzt werden.

Weiterlesen: Pressemitteilung des Österreichischen Integrationsfonds

Länderinformation

Irak: Regierung will weibliche Genitalverstümmelung vollständig abschaffen

Die kurdische Regionalregierung im Irak und der UN-Bevölkerungsfonds UNFPA wollen die weibliche Genitalverstümmelung innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre abschaffen.

Laut einer Pressemitteilung der deutsch-irakischen Hilfsorganisation Wadi sei dieses Vorhaben auf einem von UNFPA organisierten Expertentreffen zu weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) im ägyptischen Alexandria erklärt worden.

In einem entsprechenden Aktionsplan wurden verschiedene Maßnahmen festgehalten, die in den vergangenen Jahren von Wadi gemeinsam mit UNICEF ausgearbeitet wuren. So sollen Polizei und Staatsanwaltschaft dazu angehalten werden, nach Verstößen gegen das Verbot von FGM Ausschau zu halten – und diese vor Gericht bringen. In den einzelnen Gemeinden sollen zudem Informationsmaterialien verteilt, Schulungen durchgeführt und Kinderbotschafter ernannt werden, um für das Thema zu sensibilisieren. Darüber hinaus sollen alle Mullahs angewiesen werden, über das Verbot weiblicher Genitalverstümmelung zu predigen.
Verstümmelungsrate durch Aufklärungsarbeit deutlich gesunken

Wie Hannah Wettig von Wadi erklärt, sei der Ansatz aufgegangen, mit verschiedensten Maßnahmen in allen Sektoren der Gesellschaft aufzuklären. So zeigt eine Studie von UNICEF und Heartland, dass die Rate der genitalverstümmelten Frauen und Mädchen seit dem Beginn der von Wadi betriebenen Aufklärungskampagne im Jahr 2006 deutlich gefallen ist. Bei der Umfrage gaben 44,8 Prozent der befragten Mütter an, genitalverstümmelt zu sein. Aber nur 10 Prozent haben ihre Töchter dieser Prozedur unterzogen. Gerade in den Provinzen Suleymania und Halabja, wo Wadis Kampagne startete, sind die Raten deutlich zurückgegangen. Allein in der Provinz Erbil, wo die Aufklärungsarbeit erst vor vier Jahren begann, liegt die Rate noch bei knapp 20 Prozent.

Obschon die weibliche Genitalverstümmelung in Irakisch-Kurdistan 2011 unter Strafe gestellt wurde, gibt Hannah Wettig zu bedenken, dass Maßnahmen zum Schutz der körperlichen Unversehrtheit von Frauen und Kindern in der Vergangenheit nur ungenügend umgesetzt werden. “Wir werden die Regierung beim Wort nehmen und sie daran erinnern, ihr ambitioniertes Ziel konsequent zu verfolgen: Kurdistan FGM-frei zu machen bis 2028”, so Wettig.

Originalbeitrag hpd – Humanistischer Pressedienst

Fachinformationstagung am 06.02.2019

Fachinformationstagung zum Internationalen Tag gegen weibliche Genitalbeschneidung

am 06.02.2019

im Anschluss an den Runden Tisch NRW

von 17.00 bis 20.00 Uhr

im Gerhard-Hauptmann-Haus, Bismarckstr. 90, 40210 Düsseldorf