Der große Blutverlust, der durch den extremen Schmerz bedingte Schock und Infektionsgefahren mit Ausbreitung einer Blutvergiftung (Sepsis) führen oft zum Tod des Mädchens. Von der Familie und den Menschen in der Gemeinschaft wird ihr Tod aber nicht auf die Beschneidung zurückgeführt. Das Mädchen wird aus der Erinnerung der Gemeinschaft gelöscht, weil die Beschneidung einem eisernen Schweige-Tabu unterliegt und ihre Existenz daher in der Folge nie mehr erwähnt wird. Außerdem war sie ja keine erwachsene Frau, denn erst die Beschneidung hätte sie dazu gemacht.

Die schweren Verletzungen ziehen eine Vielzahl von Blutungen und Erkrankungen nach sich, die auch nach der Beschneidung zu gefährlichen Situationen führen können.

Vor allem bei Typ III kann das Urinieren bis zu einer halben Stunde dauern und äußerst schmerzhaft sein. Die daraus resultierenden Harnröhren-, Blasen- und Beckenentzündungen können zu Sterilität, Zysten und Abszessen führen. Inkontinenz durch Fistelbildungen führt aufgrund der Gerüche oft zum Ausschluss aus Familie und Gemeinschaft und isoliert die betroffenen Frauen.

Die Spätfolgen aus diesen Dauerproblemen sind häufigere Erkrankungen im Genitalbereich, aber auch in ganz anderen Bereichen. Erkundigen Sie sich daher behutsam nach den Ursachen.

Die psychischen Spätfolgen ergeben sich aus dieser Gesamtsituation, werden aber durch das traumatische Erleben der Beschneidung, den Vertrauensverlust und die Depressionen, die daraus erwachsen können, verstärkt.