Strafrecht –  Seit dem 28. September 2013 ist FGM in Deutschland ein eigener Straftatbestand. (226a StGB Verstümmelung weiblicher Genitalien). Nach § 226a Abs. 1 StGB droht einem Täter, der sich der Beschneidung bei Mädchen und Frauen schuldig machte, mindestens ein Jahr Freiheitsstrafe. Während bei der schweren Körperverletzung der Strafrahmen auf bis zu 10 Jahre Freiheitsstrafe beschränkt ist, findet sich eine solche Obergrenze im Paragraphen zur Genitalverstümmelung hingegen nicht. Damit können im Höchstmaß bei einem Schuldspruch auf Grundlage von § 226a StGB sogar bis zu 15 Jahre Haft drohen. Hierbei wird dem lebenslangen Leiden Rechnung getragen, dem sich betroffene Frauen und Mädchen ausgesetzt sehen. Besonderheit: Durch die Festlegung des Mindestmaßes der Strafe auf ein Jahr Freiheitsstrafe ist die Verstümmelung weiblicher Genitalien nach § 12 Absatz 1 StGB offiziell als Verbrechen und nicht mehr “nur” als Vergehen definiert. In einem minder schweren Fall liegt der Strafrahmen bei sechs Monaten bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe (§ 226a Absatz 2 StGB). Quelle: koerperverletzung.com

Familienrecht Das Sorgerecht kann eingeschränkt und ein Verbot der Ausreise des bedrohten Mädchens in den Herkunftsstaat ausgesprochen werden. Das Umgangsrecht kann eingeschränkt werden, so dass eine ständige Begleitung durch einen Jugendamtsmitarbeiter angeordnet wird. Auslöser dafür kann eine beabsichtigte Reise ins Heimatland der Eltern sein, der Kollektivdruck, den Traditionen nachzugehen und verschiedene andere mehr.

Aufenthaltsrecht – Eine rechtskräftige Verurteilung wegen einer vorsätzlichen Straftat kann die Ausweisung zur Folge haben. Dies kann auch gelten, wenn die Tat im Ausland begangen wird. Umgekehrt ist eine drohende Mädchenbeschneidung gleichzeitig ein Ausweisungshindernis, wenn sie als Rückkehrgefährdung anerkannt wird. Bereits erlittene Verfolgung gilt als Hinweis, dass die Furcht begründet ist.