Terminologie und Begriffsbestimmung

Die beiden Abkürzungen, die in der Praxis verwendet werden sind FGM (Female Genital Mutilation) und damit die deutsche Bezeichnung “Genitalverstümmelung” und FGC (Female Genital Cutting) für “weibliche Genitalbeschneidung” oder “Mädchenbeschneidung”.

Wir orientieren uns an der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, die auf den Gebrauch des Begriffs “Genitalverstümmelung” verzichtet: “Dies dient der Vermeidung eines zum bestehenden anatomischen Problem zusätzlichen Labelling-Effekts, der nachweislich für die Kommunikation mit Betroffenen nachteilig ist. Gegenüber Betroffenen soll grundsätzlich von „weiblicher Beschneidung“ gesprochen werden. Der Ausdruck „Genitalverstümmelung“ (Female Genital Mutilation – FGM) wird von den betroffenen Frauen selbst als verletzend empfunden und stellt einen zusätzlichen Eingriff in ihre persönliche Integrität dar.”

Zusätzlich haben uns die afrikanischen Teilnehmer*innen des Runden Tisches NRW deutlich gemacht haben, dass sie den Begriff Genitalverstümmelung als verletzend und herabsetzend empfinden. (siehe “Erklärung des Runden Tisches NRW”)

„Fragst du mich, ob ich beschnitten bin, sage ich Ja. Fragst du mich, ob ich verstümmelt bin, antworte ich Nein.“

Muthoni Sana aus Tansania in „Ich bin nicht verstümmelt! – Betroffene Frauen auf der Suche nach Sensibilität und Respekt – ein Erfahrungsbericht” von Gritt Richter, Terres des Femmes