AG Frauengesundheit in derEmpfehlungen Entwicklungszusammenarbeit Tropengynäkologie – AG FIDE e.V., Sektion der DGGG (Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) Mitglied im Netzwerk INTEGRA

“Weibliche Genitale Beschneidung – Umgang mit Betroffenen und Prävention – Empfehlungen für Angehörige des Gesundheitswesens und weitere potentielle involvierte Berufsgruppen”

Erstveröffentlichung zum 6. Februar 2007 – „International Day on Zero Tolerance to Female Genital Mutilation”
(Euro 5,00)
Verfasser: Dr. med. Christoph Zerm, AG FIDE e.V., Wilhelm-Huck-Str. 10, 58313 Herdecke
 
Aktuelle Studien, Umfragen und Erfahrungen in Deutschland und der Schweiz der letzten Jahre haben  gezeigt, dass das Verhalten im Umgang mit und die Behandlung bei Patientinnen mit Weiblicher  Genitalverstümmelung (englisch: female genital mutilation, FGM) und insbesondere mit Infibulation in Deutschland und Nachbarländern nicht immer angemessen erfolgt. Ein Grund dafür ist zweifellos die mangelnde Erfahrung des Gesundheitspersonals mit diesem Thema> und dessen immanente Brisanz. Auch Verwaltungs- und Gerichtsentscheidungen im Zusammenhang mit FGM lassen mitunter wenig Vertrautheit mit diesem komplexen Thema erkennen. Ferner werden zunehmend Fälle bekannt, wo Töchter von in Deutschland lebenden Migrantenfamilien heimlich hier oder bei einem Auslandsaufenthalt, meistens im Ursprungsland, dieser traumatischen Prozedur unterworfen werden. Weit verbreitete Unkenntnis bei den mit den Kindern in Kontakt stehenden Berufsgruppen begünstigt indirekt  diese Praxis.
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Daher ist es unabdingbar geworden, ein Informationsdokument für das Gesundheitspersonal sowie für alle  potentiell involvierten Berufsgruppen in Deutschland zusammenzustellen, das gleichzeitig offizielle Behandlungsempfehlungen gibt.
 
Inhalt:
1. Hintergrundinformationen
2. Medizinische, psychische und soziale Komplikationen
3. Leidensbewußtsein
4. Tabuisierung/Schweigegebot
5. Fehlendes Wissen
6. Armut
7. Medikalisierung verhindern!
8. FGM in Europa
9. Zur Situation der Frauen
10. Religion und FGM
11. Migrantinnen in Europa
12. Rechtslage
13. Fachkräfte des Gesundheitswesens und anderer Bereiche
MEDIZINISCHER TEIL:
14. Gynäkologische Untersuchung
15. Defibulation
16. Betreuung von Schwangerschaft und Geburt
17. Reinfibulation
18. Postpartale Betreuung
19. Neugeborenenuntersuchung und U2 – U10
20. Betroffenenversorgung

Weitere Empfehlungen
Anhang 1: FGM-Prävalenzraten (Tabellen)
Anhang 2: Prävalenzraten in Afrika (Karte)
Anhang 3: Liste mit Adressen
Anhang 4: Literatur (Auswahl)