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Wie spreche ich Eltern an?

Das Thema weibliche Genitalbeschneidung sollte sehr sensibel angesprochen werden.

Ein guter Einstieg kann sein: „Ich habe Kontakt zu Familien, die aus der Region XY in Afrika kommen. Dort wird die weibliche Genitalbeschneidung praktiziert. Ich kenne einige Frauen, die davon betroffen sind. Ist das in der Gegend, aus der Sie stammen, auch verbreitet?“

Alternativ könnte ein Elterngespräch auch so beginnen: „Ich habe einen Bericht gesehen/gelesen, in dem ein Mädchen beschnitten wurde. Das hat mich sehr betroffen gemacht. Wissen Sie mehr darüber?“

Lassen Sie sich von folgenden Gedanken leiten:

– Wie stelle ich die Frage?
– Warum stelle ich die Frage?
Niemals nur aus reiner Neugier fragen, sondern weil die Antwort zum Beispiel für ein Asylgesuch wichtig ist.

– Wer stellt die Frage?
Es kann besser sein, wenn eine Frau mit interkultureller Kompetenz und/oder mit einem entsprechenden Migrationshintergrund fragt.

Wichtig sind eine gute Vorbereitung des Gesprächs und die Überprüfung des eigenen Vorwissens. Das Wort „verstümmelt“ sollte vermieden werden. Es sollte nicht nur über das Thema Genitalbeschneidung gesprochen werden. Versuchen Sie, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, und bieten Sie der Familie Ihre Unterstützung an – beim Ausfüllen von Formularen oder bei den Hausaufgaben! Es kann einige Zeit dauern, bis Vertrauen entsteht. Eventuell sind mehrere Gespräche nötig. Es kann auch hilfreich sein, wenn Sie die Familie zu Hause besuchen. Oft erweist es sich als wirksam, die Familie darüber aufzuklären, dass die weibliche Genitalbeschneidung in Deutschland verboten ist. Denn viele Familien wissen das gar nicht!

Weiterlesen im Leitfaden der Beratungsstelle stop mutilation e.V., die Beratung und Begleitung bei Elterngesprächen zum Thema weibliche Genitalbeschneidung anbietet