Intervention und Unterstützung bei Weiblicher GenitalverstümmelungLeitfaden Intervention und Unterstützung

Möglichkeiten interdisziplinärer Fallzusammenarbeit

Fachveröffentlichung des überbehördlichen “Hamburger Runden Tisches gegen Genitalverstümmelung”

Herausgeber: Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, Hamburg

32 Seiten, PDF

 

Die Handreichung hat folgende Themenschwerpunkte zum Gegenstand:

  • Handlungsoptionen bei Verdachtsfällen / Gefährdungssituationen,
  • Unterstützungsmöglichkeiten nach vollzogener Genitalverstümmelung.

Der Fokus wird auf die interdisziplinäre Fallzusammenarbeit gelegt, deren Ziel es ist, Risikofälle frühzeitig durch den Austausch von Informationen zwischen den beteiligten staatlichen und nichtstaatlichen Einrichtungen / Institutionen zu identifizieren. Dies setzt vertrauensvolle und verlässliche Kooperationsstrukturen voraus, in denen Gefährdungslagen durch interdisziplinäre Fallzusammenarbeit belastbarer eingeschätzt werden können.

Die Handreichung unterstreicht, dass bei der Bekämpfung von FGM alle Akteure relevant sind. Um FGM zu verhindern und Betroffene adäquat zu unterstützen, müssen alle Beteiligten handlungssicher sein. Dies gilt nicht nur für die, die als Erste mit den Betroffenen in Kontakt kommen. Auch diejenigen, die dazu beitragen können, die Verstümmelungen zu verhindern, müssen über entsprechendes Wissen verfügen. Neben professionellen Helferinnen und Helfern / Fachexpertinnen und Fachexperten sind dies auch Menschen, die die betroffenen Communities sehr gut kennen. Von allen Beteiligten ist dabei eine besonders starke interkulturelle Sensibilität gefordert. Gewünscht ist die Begegnung auf Augenhöhe, in der eine menschenrechtsverletzende Haltung keinen Platz hat. Ohne Einbeziehung der Migrantencommunities ist daher ein nachhaltiger Schutz der Frauen und Mädchen nicht möglich.

Die Fachveröffentlichung richtet sich insbesondere an Fachkräfte in den Unterstützungssystemen Opferschutz (Schutz- und Beratungseinrichtungen), Schule, Kinder- und Jugendhilfe, Polizei, Staatsanwaltschaft, Gesundheitssystem sowie Fachkräfte aus den Community Gruppen.