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Terminologie und Begriffsbestimmung

Es gibt zwei Begriffe, die in der Praxis verwendet werden: die Abkürzung FGM (Female Genital Mutilation) und damit die deutsche Bezeichnung Genitalverstümmelung und FGC (Female Genital Cutting) die Bezeichnungen für weibliche Genitalbeschneidung oder Mädchenbeschneidung. Inzwischen bildet sich international als Abkürzung FGM/C (Female Genital Mutilation / Cutting) heraus. Das ist ein Kompromiss zwischen den beiden, sich manchmal unversöhnlich gegenüberstehenden, Gruppen.

Die einen wollen mit dem Begriff Genitalverstümmelung ausdrücken, dass es sich um eine schwere Menschenrechtsverletzung handelt. Die anderen wollen die betroffenen Frauen und Mädchen nicht verletzen und sprechen daher von Mädchenbeschneidung.

Ärzte in Deutschland und auch aus den Herkunftsländern gehen differenzierter vor und beziehen die betroffenen Mädchen und Frauen sowie die Kulturen, aus denen sie kommen, in die Begrifflichkeit ein. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe zum Beispiel weist in ihren Empfehlungen zum Umgang mit beschnittenen Patientinnen ausdrücklich darauf hin, dass es die Frauen seelisch verletzen kann, spricht der Arzt von Verstümmelung. Auch die Deutsche Gesellschaft für Pflegeberufe rät zu einer sanften Ansprache. Ärztezeitung 15.03.2017

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe weist in ihren Empfehlungen zum Umgang mit beschnittenen Patientinnen ausdrücklich darauf hin, dass es die Frauen seelisch verletzen kann, spricht der Arzt von Verstümmelung. Auch die Deutsche Gesellschaft für Pflegeberufe rät zu einer sanften Ansprache.

Wir sprechen im Bildungsportal von weiblicher Genitalbeschneidung oder Mädchenbeschneidung, weil uns die afrikanischen TeilnehmerInnen des Runden Tisches NRW deutlich gemacht haben, dass sie den Begriff Genitalverstümmelung als verletzend und herabsetzend empfinden. (siehe “Erklärung des Runden Tisches NRW”)

Der Begriff Genitalverstümmelung hat sich aber insbesondere im juristischen Bereich durchgesetzt.

„Fragst du mich, ob ich beschnitten bin, sage ich Ja. Fragst du mich, ob ich verstümmelt bin, antworte ich Nein.“

Muthoni Sana aus Tansania in „Ich bin nicht verstümmelt! – Betroffene Frauen auf der Suche nach Sensibilität und Respekt – ein Erfahrungsbericht” von Gritt Richter, Terres des Femmes