Eine waschechte Seifenoper – und nebenher die Diskussion über die Beschneidung eines Mädchens: Mit diesem Mix gelang es Wissenschaftlern aus Zürich, im Sudan die Einstellung des Publikums gegenüber der Beschneidung zu verändern.

Es beginnt mit einer Idylle, mit einer Familienszene im ländlichen Sudan. Ein kleines Kind bittet seinen Grossvater, ihm ein paar Früchte vom Baum zu pflücken. Der betagte Mann steigt auf einen wackligen Stuhl – und stürzt. Ein Drama. Wir sind mitten in einer Soap Opera. Produziert hat sie nicht etwa eine Filmgesellschaft – produziert wurde sie von Wissenschaftlern am Lehrstuhl für Ökonomie der Universität Zürich, zusammen mit Künstlerinnen und Künstlern im Sudan.

In der dramatischen Familiengeschichte hat alles Platz, was zu einer guten Soap Opera gehört: Liebe, Intrige und Betrug. Doch der Film ist auch Gegenstand einer Studie. Denn so ganz nebenbei geht‘s in den Diskussionen der Grossfamilie auch darum, ob eines der Mädchen beschnitten werden soll. Die Forscher der Universität Zürich wollten mit dem Unterhaltungsfilm testen, ob die Einstellung der Zuschauer gegenüber unbeschnittenen Mädchen nach dem Film positiver ist.

http://www.srf.ch/kultur/wissen/maedchenbeschneidung-veraendert-eine-schweizer-soap-den-sudan