Das Leiden für ein beschnittenes Mädchen verstärkt sich mit dem Beginn der Menstruation. Jede Verengung der Scheide hemmt den Fluss des Menstruationsblutes und verursacht unglaubliche Schmerzen. Hinzu kommt, dass auch hier wieder der Stau zu Entzündungen mit den bereits beschriebenen, gefährlichen Auswirkungen führt.

Oft wird berichtet, dass sich die Mädchen oder jungen Frauen ihrer Beschneidung nicht bewusst sind und völlig unvorbereitet in die Situation eines Geschlechtsverkehrs gehen. Das gilt natürlich auch für den Partner, weil er nichts von der Beschneidung ahnt. Panische Reaktionen auf beiden Seiten hinterlassen tiefe traumatische Wunden.

Für beschnittene Frauen ist der Geschlechtsverkehr in mehrfacher Hinsicht ein großes Problem. Vor allem wenn sie nach Typ III beschnitten sind, ist eine Öffnung der Scheide Voraussetzung und mit ungeheurer starken Schmerzen verbunden. Oft wird die Öffnung durch den Mann vorgenommen, und die klaffende Wunde wieder verschlossen. Durch das unprofessionelle Öffnen und Verschließen bildet sich Narbengewebe. Das Gewebe wird unelastisch, was eine Verengung der Scheide zur Folge hat. Daraus resultieren zusätzliche Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
Der Angst vor dem Schmerz, der äußerst schmerzhafte Geschlechtsverkehr und die schmerzhaften Tage danach bedeuten für die Frau, dass jegliche Freude am Geschlechtsverkehr von vornherein zerstört ist. Noch schlimmer ist es während des Geschlechtsverkehrs und danach, wenn die Schmerzen noch Tage anhalten. Außerdem wirkt dieser Vorgang retraumatisierend.

In jedem Fall ist eine gute Beratung durch kulturnahe Betreuerinnen notwendig!