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Das Alter

Bis vor wenigen Jahren lag das Alter der Mädchen bei der Beschneidung noch überwiegend zwischen vier und zwölf Jahren. Inzwischen wird immer früher beschnitten. Es hat möglicherweise finanzielle Gründe, kann aber auch mit Unruhen und Flucht zu tun haben. Hinzu kommt, dass kleine Mädchen sich nicht wehren können und der irrige Glaube vorherrscht, dass sie den Schmerz schneller vergessen werden. Sie müssen in Ihrer Einrichtung bei zugewanderten Mädchen damit rechnen, dass sie diese Tortur erlebt –  und entsprechende Probleme haben.

Die Folgen einer Beschneidung im Säuglingsalter sind gravierend. Der schwerwiegende Eingriff ist für den kleinen Körper noch lebensbedrohlicher als bei älteren Mädchen und die Gefahr, dass benachbarte Organe verletzt werden, ist wesentlich größer. Forschungen haben gezeigt, dass der frühkindliche Schmerz besonders starke Auswirkungen auf das ganze Leben hat. Es können dauerhafte Schmerzen entwickelt werden – auch an nicht verletzten Körperteilen.

Manchmal findet die Beschneidung aber auch viel später statt, denn vor einer Hochzeit kann die Familie des Mannes verlangen, dass diese vollzogen wird. Es ist besonders bitter für die der FGC kritisch gegenüber eingestellten Familie, den Kampf gegen die Beschneidung verloren zu haben.

Sie treffen in Ihrer Einrichtung sicherlich auf zahlreiche Familien und Frauen mit Biographien, die Jahre der Unsicherheit durch Umstände wie Flucht und Vertreibung erlebt haben. In dieser Zeit war die Beschneidung oft nicht möglich. Es ist damit zu rechnen, dass diese nachgeholt wird, sobald die Familie einen ruhigen Aufenthaltsort gefunden hat.