Ausschluss aus der Gemeinschaft

Der Druck in den Familien ist groß: Beschneiden oder nicht beschneiden ist eine existenzielle Frage! Uns wird berichtet, dass Familien, die sich dagegen entscheiden, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen werden. Da ein Mädchen mit der Beschneidung in die Gemeinschaft aufgenommen wird, ist es ehr- und schutzlos, wenn es nicht beschnitten ist.

Von einem unbeschnittenen Mädchen wird oft gesagt, sie sei eine Hure. Entsprechend wird sie behandelt. Diese Aussicht für die Zukunft der Tochter ist auch für Eltern nicht hinnehmbar, die gegen die Beschneidung sind. Die einzige Alternative für diese Familie ist dann, ihre gesellschaftliche und wirtschaftliche Grundlage zu verlieren und das Dorf zu verlassen.

 

„Bei mir war meine Mutter dagegen. Sie hat gesagt: „mach das nicht!“, aber ich wollte es. Mich haben die anderen Mädchen unter Druck gesetzt, beleidigt und dann musste ich es machen. „

Quelle: „Weibliche Genitalbeschneidung im Kontext von Migration“ Isabelle Ihring, Budrich UniPress Ltd. 2015, Seite 103

„Jedes Mädchen in unserem Dorf, das nicht beschnitten ist, wird ausgeschlossen. Alle Mädchen wollen es, denn dann stehen sie einen Tag lang im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Danach allerdings kommt keiner zu uns und fragt, wie es uns geht. Es bleibt die Wut, dass wir angelogen worden sind. Dennoch können wir nicht auf unsere Eltern sauer sein. Sie wollten nur das Beste!“ 

Quelle: „Wechselbad der Gefühle – Junge Afrikanerinnen schwanken zwischen den Werten der alten und neuen Heimat“ von Astrid Prange – in Schnitt in Körper und Seele – UNICEF, TERRE DES FEMMES, Verband der Frauenärzte