Zwei Befragungen von ÄrztInnen

1. Im Rahmen ihrer Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sandte Janna Graf Fragebogen an 411 gynäkologische Praxen in Berlin und erhielt 128 Fragebögen zurück, dies entspricht einem Rücklauf von 31,14%. Bei der Frage, ob die Entscheidung zur Beschneidung in die Selbstimmung der Patientin gehört, gingen die Antworten sehr stark auseinander. Genau gleich viele beantworteten die Frage mit JA und mit NEIN. Da scheint bei denen, die mit Ja geantwortet haben, nicht genug Grundwissen über die weibliche Genitalbeschneidung vorgelegen zu haben. Kann es sein, dass sie FGM/C gleichsetzen mit einer Schönheitsoperation?  Weibliche Genitalverstümmelung und die Praxis in Deutschland Dissertation von Janna Graf

2. UNICEF, Terre des femmes und dem Berufsverband der Frauenärzte befragten GynäkologInnen in Deutschland unter dem Titel „Schnitte in Körper und Seele“. In der Fachzeitschrift „Frauenarzt“, die die 13.182 in Deutschland tätigen Gynäkologinnen und Gynäkologen erreichen sollte, wurde im Januar 2005 ein Fragebogen veröffentlicht. 493 GynäkologInnen nahmen an der Umfrage teil, dies entspricht einem Rücklauf von 3,73%. Auswertungen der Studie ergaben, dass 43% der Befragten beschnittene Patientinnen behandelt hatten. Rund 30% hatten beschnittene Frauen während der Entbindung betreut. Die Umfrage zeigte, dass sich mit 76,3% vor allem ÄrztInnen aus den Ballungsräumen beteiligten. Als wichtigstes Ergebnis der Studie wurde der große Informationsbedarf zum Thema FGM unter den GynäkologInnen gewertet: 87,4% gaben an, mehr Informationen und Fortbildungen zu benötigen. Schnitt in Körper und Seele – UNICEF, TERRE DES FEMMES, Verband der Frauenärzte