Psychosexuelle Spätfolgen

Die weibliche Genitalbeschneidung hat erhebliche Auswirkungen auf die Sexualität der Frau. Die sexuelle Erlebnisfähigkeit einiger Frauen ist stark eingeschränkt und zeigt sich in einer Ehe durch Verlust der Orgasmusfähigkeit, Frigidität und Konflikten innerhalb der Partnerschaft.

Sexualität wird von vielen Frauen aufgrund der schmerzhaften Erfahrung nicht als lustvoll empfunden und wird zudem mit neuen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr assoziiert. Eine liebevolle Beziehung mit einer gesunden Sexualität ist für die betroffenen Frauen kaum möglich.

Sexualität verkommt somit zu einer Art Dienstleistung, die die Frau für den Ehemann zu erbringen hat. Aber auch sein Sexerlebnis ist aufgrund der Beschneidung eingeschränkt. Durch eine Vaginalstenose ist das Gewebe kaum dehnbar und damit das Eindringen schwierig. Damit das zuwachsen der Vaginalöffnung verhindert wird, ist gerade in der Anfangszeit der Ehe häufiger Geschlechtsverkehr notwendig.

Für die Frau ist Sexualität daher nur mit Schmerz verbunden. Einige Paare gehen deshalb zu Analverkehr über. Dieser hat jedoch zur Folge, dass sich die Gefahr einer HIV-Infektion für die Frau erhöht.

Quellen: Bundesärztekammer (2016),DBfK (2005)