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Nachsorge

Sie sollten berücksichtigen, dass eine beschnittene Frau eine verlängerte Erholungsphase braucht und ein erhöhter Schmerzmittelbedarf indiziert ist. Nach dem Klinikaufenthalt ist die Vermittlung einer FGM versierten Hebamme für die Wochenbettbetreuung sinnvoll. Ärztliche Nachsorgeuntersuchungen sollten früher als normal stattfinden.

Neben den üblichen Fragen nach Wohlbefinden von Mutter und Kind, sollten Sie die Gelegenheit für ein Präventivgespräch (besonders bei der Geburt eines Mädchens) nutzen. Nach der Schwangerschaft ist die Frau vor allem empfänglich für eine Beratung, da sie die Konsequenzen einer Beschneidung vor kurzem erst durchlebt hat.

Auch der Partner sollte mit einbezogen werden, da in der Phase der Familienbildung beide Elternteile sich um das Wohl des Kindes sorgen und dementsprechend positiv auf Empfehlungen reagieren. Voraussetzung für eine Beratung ist, dass Sie oder die Beratenden in Bezug auf das Thema FGM sensibilisiert sind und behutsam und sachlich mit den Eltern das Gespräch führen.

Zusätzlich ist es ratsam während des Gesprächs die Einstellungen zu FGM anderer Familienmitglieder (z.B. der Großmutter) zu erfragen.

Quelle: Bundesärztekammer (2016), DBfK (2005), Schweizerische Empfehlungen (2005)