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Rechtliche und medizinische Beurteilung bei der Wundversorgung

Rechtlich muss zwischen den verschiedenen Formen der Beschneidung und der Wundversorgung unterschieden werden. Die Durchführung einer Mädchenbeschneidung ist eine Straftat. Die Wundversorgung hingegen wird als medizinisch notwendige Maßnahme verstanden. Nach einer Entbindung hat die Wundversorgung die Funktion geöffnetes Nabengewebe sowie einen möglichen Dammriss bzw. Dammschnitt zu versorgen. Ziel ist es das physische und psychische Wohlbefinden der Frau wiederherzustellen. Nach der Entbindung ist dem Arzt oder der Ärztin untersagt, die Genitalien in der Form zu verschließen, dass medizinische Probleme (z.B. rezidivierende Blaseninfektionen oder Stauungen durch Menstruationsblut) zu erwarten sind. Wünscht die Patientin bzw. die Familie trotz Aufklärung über mögliche Komplikationen den Verschluss der Genitalien, muss der Arzt oder die Ärztin die Behandlung verweigern.

Quelle: Bundesärztekammer, Stand April 2016