Österreich: Schönheitsoperation wurde zur Genitalbeschneidung

Sie habe sich ihre inneren Schamlippen um rund einen Zentimeter verkürzen lassen wollen, sagt die klagende Patientin. Stattdessen habe der beklagte Schönheitschirurg diese bei der Operation komplett entfernt. Zudem habe der Facharzt für plastische Chirurgie ihre Klitoris angeschnitten und so einen Kunstfehler begangen. Das Ergebnis der Operation komme einer Genitalverstümmelung gleich, meint der gynäkologische Gerichtsgutachter. Die Richterin im anhängigen Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch habe deshalb in der jüngsten Verhandlung angekündigt, den Akt der Staatsanwaltschaft Feldkirch zur strafrechtlichen Prüfung zu übermitteln, berichtet Klagsvertreter Patrick Beichl. Denn es bestehe der Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Jede Operation ist an sich eine Körperverletzung, aber dann straffrei, wenn der Patient mit dem Eingriff einverstanden ist. Eine Genitalverstümmelung ist aber zu bestrafen, weil dafür Paragraf 90 des Strafgesetzbuches die Möglichkeit der Einwilligung des Patienten in den Eingriff nicht vorsieht.

Die Klägerin fordere rund 40.000 Euro Schadenersatz, teilte deren Anwalt Beichl mit. Davon würden 25.000 Euro auf Schmerzengeld entfallen. Das Klagebegehren umfasse auch eine Entschädigung für die erlittene Verunstaltung und die Haftung für zukünftige Schäden.

Voralberg online