Die Justiz kennt noch keinen Fall der Anklage, aber es darf als sicher angenommen werden, dass auch in Deutschland Mädchen beschnitten werden, weil viele Menschen in der Fremde ihre Traditionen beibehalten oder sogar verstärken.

Das wir davon nichts erfahren liegt an dem absoluten Tabu. Deshalb wird nicht darüber gesprochen und es wird auch niemand klagen und sich damit gegen die eigene Familie stellen. Wir können uns nur auf Berichte aus der Community stützen:

Eine Möglichkeit ist, dass Familien zusammen eine Beschneiderin einladen. Eine andere Möglichkeit ist, dass “Fachkenntnisse” vorhanden sind und die Beschneidung familienintern vollzogen wird.

Es wird aber auch befürchtet, dass Ärzte in Deutschland beschneiden. Das Deutsche Ärzteblatt schreibt 2006: “1996 hat auch der Deutsche Ärztetag die Beteiligung von Ärztinnen und Ärzten an der weiblichen Genitalverstümmelung verurteilt. Derartige Praktiken seien berufsrechtlich zu ahnden, heißt es in einer Entschließung. Entsprechend wurde 1999 einem Berliner Arzt, der FGM durchführte, die Approbation entzogen.”

Im benachbarten Ausland wie zum Beispiel in Großbritannien (Bericht Weltspiegel) gibt es eine größere und besser organisierte Community, die Beschneidungen möglich macht. Dort sind Kliniken, in denen gegen viel Geld Mädchen beschnitten werden.

Dann gibt es noch die Reise ins Heimatland. Für Mädchen ist die Fahrt dorthin oft gefährlich, selbst wenn die Eltern gegen eine Beschneidung sind, denn die Familie setzt sich oft durch.