Traditionell findet die Beschneidung in einer Hütte oder im Freien statt. Die hygienischen Bedingungen katastrophal! Es gibt kaum etwas, was nicht als Instrument eingesetzt wird – Hauptsache, es ist scharf: Rasierklingen, Küchenmesser, Schere, Glasscherben, Konservendeckel und sogar Fingernägel. Häufig wird der gleiche Gegenstand für viele Mädchen nicht sterilisiert benutzt. Gefährlichste Krankheitsübertragungen sind damit vorprogrammiert.

Beschneiderinnen gelten, wie auch die alten Frauen, als die Hüterinnen der Tradition. In den meisten Ländern werden sie gut bezahlt und genießen einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Entsprechend sind sie nicht ohne weiteres bereit, diesen Beruf aufzugeben, weil die Erwerbsmöglichkeiten für Frauen meist sehr gering sind. Es gibt kein anatomisches Wissen, so dass der Eingriff willkürlich vorgenommen schwere Verletzungen der inneren Organe nach sich ziehen kann. Da sie ihre Tätigkeit bis ins hohe Alter ausüben, ergibt sich aus der altersbedingten Sehschwäche eine zusätzliche Verletzungsgefahr.

In einigen Ländern wie Ägypten wird teilweise die Beschneidung in Krankenhäusern oder durch medizinisch geschultes Personal durchgeführt. Das vermindert zwar das Risiko von Todesfällen, ist aber nicht zu akzeptieren, weil es sich gegen die ärztliche Ethik richtet.