Die Praxis, Mädchen an den Genitalien zu beschneiden ist wesentlich älter als die heute existierenden Religionen. Bereits vor 5.000 Jahren haben die Pharaonen in Ägypten Genitalbeschneidung durchgeführt. Das wurde an mehreren Mumien aus dieser Zeit nachgewiesen. Von Ägypten soll sich die Mädchenbeschneidung dann in afrikanischen und arabischen Ländern ausgebreitet haben.

Genitale Mädchenbeschneidung kann also auf keinen Fall mit dem Islam, der jüngsten Religion, in Verbindung gebracht werden.

Auch bei uns

Was für uns so vorstellbar ist: Auch bei uns in Europa wurden Mädchen und Frauen bis Mitte des 20. Jahrhundert beschnitten:

Lange Zeit glaubte die Medizin, angebliche Leiden wie Hysterie, Nervosität, Nymphomanie und Masturbation durch Beschneidung „heilen“ zu können. Welchen Schaden die Ärzte damit anrichteten, war durchaus bekannt und gewollt.

Es gab eingehende Studien und wissenschaftliche Diskussionen über die Befunde. Dass die Frauen zu einem erheblichen Teil keinerlei sexuelle Lust mehr verspürten und ihre Lebensenergie einbüßten, wurde als Heilerfolg vermerkt.