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Gefährliche Geburten

Sind die bisher dargestellten Folgen der weiblichen Genitalbeschneidung schon gravierend, so werden sie beim Thema Geburt lebensgefährlich. In weiterführenden Schulen und Jugendeinrichtungen könnten Sie mit diesem Thema durchaus in Berührung kommen. Es ist also gut, wenn Sie die Komplikationen kennen, die auf die Mädchen oder jungen Frauen zukommen können.

Schon die Schwangerschaft ist für betroffene Frauen mit vielen Ängsten verbunden. Die Frauen haben Sorge, dass sie aufgrund ihrer Beschneidung von dem Pflegepersonal, Ärzten und Hebammen nicht verstanden oder stigmatisiert werden. Hinzu kommt eine panische Angst vor starken Schmerzen bei gynäkologischen Untersuchungen vor und während der Geburt.

Das führt dazu, dass die Frauen oft ohne Mutterpass in letzter Minute ins Krankenhaus kommen und dort auf ÄrztInnen treffen, die darauf nicht vorbereitet sind. Gefährlich wird es vor allem beim Typ III, bei dem ein spezielles Wissen um die Öffnung (Defibulation) der verschlossenen Vagina erforderlich, aber oft nicht vorhanden ist. Dann erscheint den ÄrztInnen als einziger Ausweg der Kaiserschnitt, der aber von vielen Frauen nicht gewünscht wird.

Wichtig ist daher, dass bereits früh vorgebeugt wird. Sprechen Sie mit den werdenden Eltern über das Thema und klären Sie sie adäquat über Risiken und Möglichkeiten während Schwangerschaft und Geburt auf. Sprechen Sie rechtzeitig mit den beteiligten ÄrztInnen, Hebammen und den MitarbeiterInnen im Krankenhaus notwendige Schritte ab.

 

Fachlichen Rat gibt Dr. med. Christoph Zerm, Gynäkologe in Herdecke