Psychosexuelle Spätfolgen

Die weibliche Genitalbeschneidung hat erhebliche Auswirkungen auf die Sexualität der Frau. Die sexuelle Erlebnisfähigkeit dieser Frauen ist stark eingeschränkt und zeigt sich durch Verlust der Orgasmusfähigkeit, Frigidität und Konflikten innerhalb der Partnerschaft.

Sexualität wird von vielen Frauen aufgrund der schmerzhaften Erfahrung nicht als lustvoll empfunden und wird zudem mit neuen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr assoziiert. Eine liebevolle Beziehung mit einer gesunden Sexualität ist für die betroffenen Frauen nahezu unmöglich.

Sexualität verkommt somit zu einer Art Dienstleistung, die die Frau für den Ehemann zu erbringen hat. Aber auch sein Sexerlebnis ist aufgrund der Beschneidung eingeschränkt. Durch die Verengung der Scheide ist das Gewebe kaum dehnbar und damit das Eindringen schwierig und für beide schmerzhaft. Um das Zuwachsen der Vaginalöffnung zu verhindern, ist gerade in der Anfangszeit der Ehe häufiger Geschlechtsverkehr notwendig. Eine zusätzliche Tortur.

Für die Frau ist Sexualität daher nur mit Schmerz verbunden und gleicht immer wieder einer Vergewaltigung. Einige Paare gehen deshalb zu Analverkehr über. Dieser hat jedoch zur Folge, dass sich die Gefahr einer HIV-Infektion für die Frau erhöht.