Der Leiter des Nationalen FGM-Zentrums, Leethen Bartholomäus fordert dringend zusätzliche Mittel gegen die stark zugenommene weibliche Genitalbeschneidung in England vorzugehen. Die Zahlen des National Health Service (NHS) zeigten, dass die in UK registrierten Fälle in den letzten fünf Jahren um 625 % gestiegen seien.

Laut den von NHS veröffentlichten Statistiken gab es 6.590 Frauen und Mädchen, die entweder eine Behandlung wegen FGM hatten oder bei einer Behandlung zwischen April 2019 und März 2020 als FGM-Fall identifiziert wurden. Davon ereigneten sich 145 Beschneidungen in England.

Im Vergleich: Im Geschäftsjahr 2015-16, als das NHS begann, diese Daten zu erfassen, waren es 20 Fälle.

Etwa 85 % der im vergangenen Geschäftsjahr in England registrierten Fälle werden als “Typ 4 FGM” eingestuft, einschließlich Piercings. Diese werden von der Weltgesundheitsorganisation als eine Form von FGM betrachtet.

Die meisten Fälle von FGM fallen erst Jahre nach der Beschneidung bei den Ärzten auf – in der Regel, wenn eine Frau einen Termin bei einem Gynäkologen, Geburtshelfer oder einer Hebamme hat.

Seit der Eröffnung im Jahr 2015 hat das Zentrum, das von Barnardo‘s und der Local Government Association betrieben wird, 742 Mädchen geschützt, die von FGM bedroht waren und hat 341 Überlebende unterstützt.

Leethen Bartholomew, ist zutiefst besorgt darüber, was mit Mädchen geschehen wird, die in England von FGM bedroht sind, wenn das Zentrum schließen muss: “Die staatlichen Mittel zur Beendigung sind seit 2015 um 76 Prozent gesunken.“

Charity Today