In der Grundschule ist Ihr Kontakt mit den Mädchen und ihren Eltern sehr nah und vertrauensvoll. Sie erfahren als Lehrerin oder als Lehrer viel von den Mädchen. Wenn Sie die Hintergründe von Mädchenbeschneidung kennen, ein wenig über die Traditionen und Herkunftsländer gelesen haben, können Sie Anzeichen von einer vollzogenen oder drohenden Beschneidung bei Mädchen in Ihrer Schule erkennen.

 

Verdacht, ein Mädchen ist bereits beschnitten

Angenommen, Sie haben ein Mädchen aus einem der Herkunftsländer Ägypten, Eritrea oder Gambia in Ihrer Gruppe. Sie werden mit dem Wissen dieses Mädchen beobachten und könnten feststellen, das Mädchen

  • ist extrem berührungsempfindlich
  • wirkt plötzlich apathisch
  • ist im Bewegungsablauf gehemmt
  • zeigt Auffälligkeiten im Sport- und Spielbereich
  • hat Schwierigkeiten beim Wasserlassen
  • vermeidet sehr stark Flüssigkeit zu sich zu nehmen
  • hat häufiger Entzündungen im Genitalbereich
  • nimmt nicht an Vorsorgeuntersuchungen teil
  • bestimmte Turnübungen nicht ausführen kann

Dann könnte der Grund vorliegen, dass eine Beschneidung bei diesem Mädchen vorliegt. Sie werden sich nun fragen, was Sie tun können? Wir empfehlen den Leitfaden der Beratungsstelle stop mutilation e.V., die Beratung und Begleitung bei Elterngesprächen zum Thema weibliche Genitalbeschneidung anbietet.

 

Verdacht, ein Mädchen soll beschnitten werden

Es gibt einige Anzeichen, die Sie bei einem Mädchen aus einem Heimatland, in dem die Beschneidungsrate hoch ist, beachten können:

  • sie spricht von einer Reise in die Heimat oder ins europäische Ausland
  • die Geschwister fliegen nicht mit
  • sie lebt in einer traditionell denkenden Umgebung
  • sie spricht von einem besonderen Fest

Auch hier empfehlen wir den Leitfaden der Beratungsstelle stop mutilation e.V., die Beratung und Begleitung bei Elterngesprächen zum Thema weibliche Genitalbeschneidung anbietet.