Somalia: Tod eines Mädchens schockiert die Gesellschaft

Viele tausend Mädchen sterben in Somalia jährlich an den Folgen ihrer genitalen Beschneidung. Der Tod der 10-jährigen Deeqa Dahir Nuur, die Mitte Juli verblutete, hat nun für das notwendige Entsetzen gesorgt. Geht ein Ruck durch das Land? Es scheint sich eine Veränderung anzubahnen:

In Somalia liegt die Beschneidungsrate bei 98 Prozent. Der Tod eines Mädchens hat nun für Aufsehen und eine rechtliche Untersuchung gesorgt.  Die 10-jährige Deeqa Dahir Nuur verblutete Mitte Juli nach ihrer Beschneidung.

„Deeqa ist die Ausnahme. Von ihrem Tod erfuhr eine somalische Journalistin, sie verbreitete die Nachricht in den sozialen Netzwerken. Das weckte das Interesse von vielen weiteren Journalisten. Eine Woche später kündigte der Generalstaatsanwalt an, zehn Ermittler in Deeqas Dorf zu schicken, um die Eltern und die Beschneiderin zu verhören. Es ist das erste Mal, dass Genitalverstümmelung in Somalia rechtlich verfolgt wird. Der stellvertretende somalische Regierungschef Mahdi Mohamed Gulaid sagte, es sei nicht tragbar, dass die Beschneidung von Frauen und Mädchen im 21. Jahrhundert immer noch praktiziert werde.“

Weiterlesen: Neue Zürcher Zeitung, 10.08.2018

Tödliche Genitalverstümmelung rüttelt Somalia auf , Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)