Dunkelzifferstatistik 2020

TERRE DES FEMMES hat die neue Dunkelzifferstatistik 2020 herausgegeben. Die Prävalenzzahlen sind fast gleich geblieben. Einige Zahlen haben sich aber stark erhöht.

Die Zahlen in Klammern sind die von 2019 zum Vergleich. Die ausführlichen Daten von 2019 finden Sie hier

 

Umsetzung der Prävalenzzahlen auf die Karten Afrikas und Asiens

Wir haben die Länder mit den hohen Prävalenzzahlen dunkelrot und die mit weniger hohen, je nach Grad, heller eingefärbt.

 

Afrika

Wir haben die diesjährige Karte mit den wichtigsten Prävalenzländern gemäß der Statistik von TERRE DES FEMMES neu erstellt.

Asien

Bei den Ländern Asiens haben wir zusätzlich zu den Zahlen der Dunkelzifferstatistik Saudi Arabien eingefügt. Dort sind nach einer gründlichen Studie des British Medical Journal 20 Prozent der weiblichen Bevölkerung beschnitten.

TERRE DES FEMMES erklärt dazu: „Zur Berechnung der Dunkelziffer der in Deutschland Gefährdeten und Betroffenen wird die UNICEF-Prozentzahl der Betroffenen im Heimatland auf die Anzahl der hier lebenden Mädchen und Frauen angewandt“. Weitere Erklärungen finden Sie in der Dunkelzifferstatistik 2020 (letzte Seite).

 

Nordrhein-Westfalen

In der Praxis ist es wichtig für uns zu wissen, welche Nationalitäten wir besonders beachten müssen. Daher ist es besonders wichtig, dass TERRE DES FEMMES neben der Statistik für Deutschland auch die Zahlen für die einzelnen Bundesländer ausgerechnet hat. Da wir es wichtig finden, diese Zahlen sichtbar zu machen, haben wir die Zahlen für NRW ebenfalls auf die Karten übertragen.

 

1. Anzahl der betroffenen Frauen in NRW nach Nationalitäten

Afrika

Insgesamt befinden sich nach den Angaben von TERRE DES FEMMES 10.375 (10.027) betroffene Frauen über 18 Jahre aus Afrika in Nordrhein-Westfalen. Es werden wesentlich mehr sein, weil die Dunkelzifferstatistik für ganz Deutschland 53.429 (49.925) afrikanische Frauen ausweist und in Nordrhein-Westfalen überproportional viele Afrikanerinnen leben – das Statistische Bundesamt geht von etwa 33 Prozent aus. Damit wären wir bei etwa 17.800 (16.600) betroffenen Frauen. Dennoch bleiben wir bei den Zahlen der Dunkelzifferstatistik von 2020.

Verteilung der 10.375 betroffener Frauen über 18 Jahre auf die Länder Afrikas:

Die Umsetzung der Zahlen von TERRE DES FEMMES auf die Karte von NRW macht deutlich, dass Frauen aus Eritrea, Somalia, Ägypten, Somalia und Nigeria in besonderem Maße unsere Beachtung brauchen.

 

Asien

Häufig werden die Länder Asiens, in denen Mädchen beschnitten werden, in der Wahrnehmung vernachlässigt. Es sind vor allem die hohen Zahlen, die den Iran und Irak betreffen, die dabei hervorstechen.

 

2. Anzahl der gefährdeten Mädchen in NRW nach Nationalitäten

Genauso wichtig ist die Frage, wie viele Mädchen in unseren Kitas und Schulen von einer Beschneidung bedroht sind.

Afrika

Die Statistik von TERRE DES FEMMES weisst 16.409 (13.997) gefährdete Mädchen unter 18 Jahre aus afrikanischen Ländern für ganz Deutschland aus. Würden wir ein Drittel als Anteil für Nordrhein-Westfalen zugrunde legen, wären es 5.470 (4.666) Mädchen

Die Statistik für Nordrhein-Westfalen weisst 3.515 (2.767) Mädchen aus afrikanischen Ländern aus, die in Nordrhein-Westfalen gefährdet sind. Wir legen diese Zahl zugrunde, daraus ergibt sich folgende Verteilung auf die Herkunftsländer.

 

Auffällig ist, dass wir besonders auf Mädchen aus den Länder Eritrea, Ägypten, Somalia Nigeria und Guinea achten müssen.

 

Asien

Die Übertragung der Dunkelzifferstatistik auf die Karte Asiens macht noch einmal besonders deutlich, wie sehr wir auf die Länder Irak und Iran schauen müssen. Aber auch die Zahlen zu Indonesien sind für uns wichtig.