Zur Zeit leben in Afrika knapp 1,3 Milliarden Menschen.  2050 könnten es fast doppelt so viele sein. “Die größte Herausforderung ist die schiere Anzahl junger Afrikaner. Ich bin nicht überzeugt, dass irgendeine Regierung auf dem Kontinent den Ernst der Lage wirklich verstanden hat”, warnt der kenianische Ökonom Aly Khan Satchu.

Die Zahl der Teenagerschwangerschaften ist hoch. In Kenia bekommt jedes fünfte Mädchen vor dem 19. Geburtstag ein Kind. Zuletzt versetzten Nachrichten darüber, dass die Zahlen sich während der Corona-Pandemie noch verschlechtert haben, das Land in Aufregung.

Im Fernsehen liefen tagelang vor allem Beiträge über die schwangeren Schulmädchen. Wegen der Pandemie sind die Schulen geschlossen. Es gilt eine nächtliche Ausgangssperre und viele Teenager werden in dieser Zeit offenbar zum Opfer von Übergriffen. Andere ließen sich gegen Geld auf Sex ein, sagt Gynäkologin Eglay Mukabana: “Wir müssen ihnen sichere Anlaufstellen bieten und mit ihnen kommunizieren. Ich habe Teenager gefragt, warum sie in diesem Alter schon Geschlechtsverkehr haben. Manche sagen, sie tun es, um dafür Monatsbinden zu bekommen. Manche sagen, sie haben nicht genug zu essen.”

Kaum ein Mädchen, dass so früh schon Mutter wird, findet später eine gute Arbeit. Die Kinder wachsen in Armut auf. Und bekommen selbst früh Kinder. Dazu kommt: Die Vorstellung, dass viel Nachwuchs auch eine Art von Kapital darstellt, sei noch immer weit verbreitet, erklärt Tizta Tilahun, Wissenschaftlerin am Afrikanischen Forschungszentrum für Bevölkerung und Gesundheit: “Wer arm ist, will mehr Kinder, weil er sie als Reichtum für die Familie betrachtet. Die Leute haben zum Beispiel sechs Kinder und sehen sie als Vorsorge für das Alter – und als Helfer bei der Arbeit auf der Farm.”

Tagesschau