…Die angebotene Hilfe ist für viele Betroffene allerdings ungewohnt. Denn die sprechende Medizin sei den Patienten oft wenig bekannt. Dass Ärzte viele Fragen stellten, verunsichere manche zuerst, apparative Diagnostik sähen sie dagegen als hilfreich an. “Sie möchten ganz viel untersucht werden”, weiß Abdallah-Steinkopff. Generell sprächen sie auch anders über Symptome. So unterschieden Patienten aus anderen Ländern häufig nicht oder kaum zwischen seelischem und körperlichem Leiden. Sie benennen seelische Belastung oft mit Körpersymptomen.

Wie Refudocs-Frauenärztin Dr. Susanne Müller-Egloff berichtete, bringen weibliche Patientinnen ebenfalls oft besondere Bedarfe mit. “Die Frauen erzählen uns nicht immer ihre Geschichte, wir wissen nicht, was sie hinter sich haben”, so die Ärztin. Eine aufmerksame, behutsame Kommunikation sei anzuraten…

…Und obwohl in vielen Ländern nominell verboten, gebe es weiter Genitalverstümmelung durch Beschneidung, etwa in Ägypten und im Sudan. Zudem seien Mädchen gefährdet, zur Beschneidung ins Ausland gebracht zu werden. Ärzte seien verpflichtet, Eltern klarzumachen, dass das hierzulande als Verbrechen gilt, und ihnen Haft droht, wenn Töchter nach der Reise beschnitten seien.

Akute Schmerzen und Krankheiten dürfen Ärzte bei Flüchtlingen auf jeden Fall behandeln und auch abrechnen, sagte Eva Weber, Abrechnungsberaterin bei der KV Bayerns. Ebenfalls anrechenbar seien Schwangerenbetreuung und medizinisch gebotene Vorsorge. Basis sei Paragraf 4 des Asylbewerberleistungsgesetzes. Nach Paragraf 6 könne das Sozialamt mehr genehmigen. “Das obliegt aber immer dem Amt”, so Weber.

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