UK: Schülerinnen werden aktiv

An einer Schule im südenglischen Bristol will man die Hilflosigkeit der Gesellschaft nicht länger hinnehmen. Die Lehrerin Lisa Zimmermann gründete eine Hilfsorganisation. Fahma und andere Jugendliche wollen Beschneidung enttabuisieren. Alle sollen lernen, darüber zu reden. „Als ich in der Schule anfing, wollte ich eine Gruppe von zwölf Mädchen zur Belohnung zum Reiten mitnehmen“, berichtet die Lehrerin. „Aber ich wurde gewarnt, dass es für sie schwierig sein könnte. Denn elf hatten eine Genitalverstümmelung.“
Die Schüler haben Filme gedreht. Kurze Szenen zeigen, wie Kindern geholfen werden kann. Oft fühlen sich die Mädchen allein gelassen. Mehr als 250.000 Unterschriften wurden in den letzten Wochen gesammelt, damit in allen Schulen des Landes solche Kurse abgehalten werden. „Wir fordern, dass alle Lehrer ausgebildet werden, wie sie mit dem Thema Genitalverstümmlung umgehen können“, sagt Lisa Zimmermann. „Und wir brauchen an jeder Schule einen sicheren Ort, wo man darüber sprechen kann. Das ist der einzige Weg, etwas zu verändern. Wir müssen mit den Kindern über FGM sprechen. Sie sind die künftigen Eltern. Nur so können wir den Kreislauf der Gewalt durchbrechen.“
Vor wenigen Tagen traf Fahma Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon. Der Generalsekretär versprach ihr, die Kampagne gegen Genitalverstümmelung mit allen Mitteln der Uno zu unterstützen. Ein Riesenerfolg. „Ich will, dass noch vor den Sommerferien in allen Schulen des Landes darüber informiert wird“, sagt Fahma. „Denn dann werden viele Mädchen ins Ausland geschickt oder sie werden selbst hier beschnitten. Die Ferien sind dafür die beste Zeit. Da kann alles abheilen und niemand bekommt etwas davon mit. Deswegen müssen alle Schulen so schnell wie möglich damit anfangen. Nur so können wir so viele Mädchen wie möglich retten.“

Quelle: 3Sat –  Barbarisches Ritual, Schüler gegen Genitalverstümmelung