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Erkennen

Was Sie beachten sollten

Poster 2

Dieses A2-Plakat können Sie bestellen – Siehe Material

Folgende Anzeichen können ein Hinweis auf eine Typ III Beschneidung sein:

Infektion – Eine Frau oder ein Mädchen klagt vermehrt und anhaltend über Schmerzen im Unterleib. Das kann ein Symptom für eine Infektion im Urogenitaltrakt sein.

Menstruation – Mädchen haben gerade bei der ersten Menstruation große Probleme, die auch gefährlich werden können. Das Menstruationsblut kann nicht abfließen, es staut sich und verursacht große Schmerzen und Entzündungen.

Wasser lassen – Urinieren kann bis zu 30 Minuten dauern und ist sehr schmerzhaft. Harnwegsinfektionen und Nierenbeckenentzündungen sind entsprechend häufig.

Geburten – Die Geburt ist gefährlich, weil die Frau geöffnet (defibuliert) werden muss. Das vernarbte Gewebe ist nicht mehr dehnfähig. Die Folge sind oft schwere Verletzungen, die zusammen mit einer drastisch verlängerten Dauer des Vorganges Gefahren für Mutter und Kind bergen. Die möglichen Komplikationen sind beim medizinischen Personal häufig nicht bekannt.

Vermitteln Sie die Frau oder das Mädchen schnellstmöglich an einen Arzt und teilen Sie ihm Ihre Vermutung mit.

Bei allem muss beachtet werden, dass die Frau oder das Mädchen selbst meist kein Bewusstsein für ihre Situation hat, weil sie ihre Beschneidung verdrängt hat und nicht weiß, dass es Frauen gibt, denen es nicht genauso geht.

Gehen Sie in solchen Fällen sehr behutsam vor. Wir empfehlen Ihnen, in jedem Fall bei Auffälligkeiten mit einer der Beratungsstellen Kontakt aufzunehmen, weil oft schon im Vorfeld Missverständnisse ausgeräumt werden können. Es gibt übereifrige Menschen, die mit groben Verdächtigungen schweren Schaden anrichten. Fragen Sie Experten und Expertinnen!

Wenn Sie mit einer Familie aus den Präferenzländer schon länger in Kontakt stehen, klicken Sie bitte auf mehr, damit Sie wissen wie Sie eine Beschneidung verhindern können.

Beschneidung verhindern

Folgende Anzeichen lassen erkennen, ob die Familie Mädchenbeschneidung befürwortet:

Genitalbeschneidung in der Familie – Die Familie orientiert sich immer noch stark an traditionellen Rollenbildern und Sitten, ist stark in ihre Community eingebunden und wenig integriert in die Aufnahmegesellschaft.

Auslandsaufenthalt – Die Familie erzählt Ihnen von einen Urlaub in die Heimat, der nur mit der Tochter stattfindet. Sie erfahren von dem Kind, dass ein besonders Fest im Zusammenhang mit dem Aufenthalt geplant ist, oder das dass Kind eine Überraschung erwartet. Beachten Sie, dass es aber auch günstige Flüge ins benachbarte Ausland, z.B. nach London gibt. Dort gibt es zahlreiche Möglichkeiten, eine Beschneidung durchzuführen.

Beschneidung im Inland – Es kann aber auch eine Beschneidung in Deutschland durchgeführt werden. Dazu wird manchmal von mehreren Familien gemeinsam eine Beschneiderin eingeflogen. Auch hier sollten Sie sehr sensibel mit einem Verdacht umgehen. In der Vergangenheit ist dabei oft großer menschlicher Schaden angerichtet worden durch vorschnelle und agressive Vorgehensweise. Wenden Sie sich an Experten und  Expertinnen!

Durchgeführte Beschneidung

Wenn die Tochter beschnitten wurde, werden Ihnen wohlmöglich Verhaltensveränderungen bei dem Kind auffallen.

Verhaltensauffälligkeiten – Das Mädchen wirkt traurig und still, es spielt allein. Grund dafür ist möglicherweise eine schwere Traumatisierung.

Gangbild – Ihnen fällt bei einem Mädchen ein veränderte Motorik auf. Das Mädchen nimmt beim Laufen eine Schonhaltung ein und der Gang wirkt untypisch für ein Kind.

Beachten Sie, dass es auch viele andere Gründe für ein solches Verhalten geben kann. Also sein Sie vorsichtig mit voreiligen Vermutungen.

Gehen Sie auf jeden Fall behutsam mit dem Thema um und sprechen Sie die Familie nicht direkt auf Mädchenbeschneidung an. Es handelt sich dabei schließlich um ein Tabuthema. Wenn Sie sich unsicher sind und nicht wissen, wie Sie mit der Familie das Gespräch suchen, oder wie Sie mit der Situation umgehen sollen, holen Sie sich Rat bei einer Beratungsstelle.