Der Runde Tisch NRW gegen Beschneidung von Mädchen trifft sich vierteljährlich, immer mittwochs von 14.30 bis 17.00 Uhr im

Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, Jürgensplatz 1, 40219 Düsseldorf

Sie müssen sich vorher anmelden, damit die Pforte des Ministeriums Ihren Namen zuordnen kann und unbedingt einen Personalausweis mitbringen.

Eingeladen sind alle Institutionen, Organisationen und Personen, die mit den betroffenen Mädchen und Frauen in Berührung kommen. Es handelt sich nicht um eine Fortbildungsveranstaltung. Wenn Sie mehr über das Thema erfahren wollen, finden Angebote in diesem Portal unter “Exkurs” und “Fortbildung”.

Mehr über den Runden Tisch NRW finden Sie hier

Wir sind ganz schön stolz darauf, dass auch nach 10 Jahren so viele Teilnehmer*innen am Runden Tisch NRW sitzen. Mehr

 

26.09.2018 von 14.30 bis 17.00 Uhr

Schwerpunkt: “Vernetzung: Kommunale Runde Tische in NRW gründen”

Ort. Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, Jürgensplatz 1, 40219 Düsseldorf, Raum 101

Die Einzelheiten finden Sie hier.

 

Eine Anmeldung ist unbedingt erfordert, damit Sie das Ministerium betreten können.

Wenn Sie sich zum ersten Mal  zum Runden Tisch anmelden, füllen Sie bitte das Formular vollständig aus. Ansonsten reicht es, wenn Sie Ihre Mail-Adresse und das jeweilige Datum eintragen.
Wenn die Anmeldung nicht funktioniert, senden Sie uns bitte eine Mail: info@kutairi.de


13.06.2018 von 14.30 bis 17.00 Uhr

Schwerpunkt: “Die richtigen Dolmetscher*innen zur richtigen Zeit?”

Den Text der Einladung finden Sie hier.


07.03.2018

Ort: Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, Jürgensplatz 1, 40219 Düsseldorf – Raum 101

Schwerpunkt 1: Gefährdung durch Mutter und Kind bei Geburten von betroffenen Frauen

Wie können wir erreichen, dass keine kritischen Situationen rund um Schwangerschaft und Geburt entstehen? Dazu gehört sicherlich eine Kommunikation, die Missverständnisse vermeidet und zwar sprachlich und kulturell. Dazu gehört aber auch das notwendige Wissen zum Thema Mädchenbeschneidung, um gefährliche Situationen zu vermeiden.

Schwerpunkt 2 : Vorstellung „Weltweiter Tag der genitalen Selbstbestimmung, Worldwide Day of Genital Autonomy” (WWDOGA)
Renate Bernhard, Journalistin mit Fachgebiet „Genitale Selbstbestimmung“, vertritt seit mehreren Jahren pro familia NRW bei den Aktivitäten dieses 2013 ausgerufenen Gedenktages, der den Schutz aller Kinder (Mädchen, Jungen, intersexuell Geborene) vor jeglichen medizinisch nicht indizierten genitalen Eingriffen fordert. Renate Bernhard wird Gründung und Entwicklung des WWDOGA und die ihn unterstützenden Organisationen vorstellen und das Thema dieses Jahres: medikalisierte Mädchenbeschneidungen in Asien und wie sich die Beschneidungserlaubnis für Jungen negativ auf die Schutzbemühungen für Mädchen auswirkt.


13.12.2017

Ort: Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, Jürgensplatz 1, 40219 Düsseldorf

Wir genießen nun für die nächsten Jahre die Gastfreundschaft des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung. Deswegen freuten wir uns besonders über den Besuch von Ministerin Ina Scharrenbach. Ihr Grußwort sprach uns allen aus dem Herzen, weil sie darin sehr detailliert auf die Probleme einging, mit denen sich der Runde Tisch NRW beschäftigt.

Es zeigte sich, dass wir auch bei diesem Regierungswechsel auf das Engagement des Ministeriums und damt die notwendige Untersüttzung haben werden, denn sie versicherte uns, dass sie unsere Arbeit auch weiterhin fördern werden, soweit es nötig ist finanziell, aber auch ideell. Foto rechts

 

Schwerpunkt: Die Trauma Buster Technique (TBT)  – Auflösung von Stress- und Trauma-Folgesymptomen, vorgestellt von Christa Vieg, Institut für Systemisch-Energetische Psychologie, Diplom-Psychologin/Psychologische Psychotherapeutin, Klinische Psychologin(BDP)/Systemische Psychotherapeutin

Eine Teilnehmerin des Runden Tisches war bereit, sich für einen Versuch zur Verfügung zu stellen. Nach einer halben Stunde konnte sie bestätigen, dass die Ängste, die sie durch einen schwerwiegenden Vorfall zurückbehalten hatte, verschwunden waren.

Christa Vieg betonte, dass TBT auch bei starken Sprachschwierigkeiten eingesetzt werden kann.

In der Diskussion wurde betont, das dies eine sehr leicht anwendbare Methode ist, um in akuten Fällen zu helfen. Auf keinen Fall sollten Laien glauben, diese Methode bei  Menschen anwenden zu können, die schwertraumatisiert sind.


30.08.2017

Ort: Landtag des Landes Nordrhein-Westfalen, Platz des Landtags 1, 40221 Düsseldorf

Schwerpunkt 1: Kennenlernen der neuen Landtagsabgeordneten.

Bewusst wurde diesmal das Treffen in den Landtag verlegt, um die neuen Landtagsabgeordneten einzuladen und kennenzulernen. Ihnen und den vielen neuen Teilnehmer*innen erklärten wir die Arbeitsweise des Runden Tisches. Dank an Susanne Schneider, die als Landtagsabgeordnete sich für das Treffen im Landtag stark gemacht hat.

Schwerpunkt 2: “Probleme für geflüchtete Frauen bei Schwangerschaft und Geburt”.

Von der umfassenden Thematik wurde immer wieder das Problem der DolmetscherInnen beleuchtet, die meist keine ausreichenden Kenntnisse im Bereich FGC haben. Dadurch entstehen oft Missverständnisse, die gefährlich werden können. Teilweise wird auch von bewussten Falschübersetzungen berichtet, wenn Übersetzer*innen Einfluss nehmen wollen. Es wird angeregt, eine Fachveranstaltung für Übersetzer*innen zu organisieren. Sinnvoll wäre eine Online-Datenbank für Dolmetscher und Übersetzer.

Die zentrale Funktion der Hebammen beim Aufbau des Vertrauensverhältnisses macht sie zu einem Knotenpunkt zwischen Schwangeren, Beratungsstellen sowie Ärzten und Krankenhauspersonal. Um während der Schwangerschaft die Frauen aufklären zu können, wäre ein Budget für geeignete dolmetschende Personen wichtig.

21.06.2017

Schwerpunkt 1: “Politische Zusammenarbeit”.

Nach dem Regierungswechsel in Nordrhein-Westfalen wurde eine Ansprache der neuen Abgeordneten notwendig, die zum Runden Tisch eingeladen wurden. Ihnen erklärten wir die Arbeitsweise den Runden Tisches und unser Wünsche an eine Zusammenarbeit.

Schwerpunkt 2: “Situation in den Flüchtlingsunterkünften”

Keiner der Anwesenden wusste von Beschneidungen in Flüchtlingsunterkünften zu berichten. Im Vordergrund stand die Gefährdung von Mädchen und Frauen durch sexualisierte Gewalt und Zwangsprostitution. Frauen sind oft schon auf der Flucht und den Zwischenaufenthalten gezwungen, die hohen Fluchtkosten an Schlepper durch Prostitution abzuzahlen. Das setzt sich oft hier in den Unterkünften fort.

01.03.2017

Schwerpunkt 1: Medikalisierung in Guinea

Dr. Zerm schilderte die Erlebnisse und die aktuelle Situation einer Patientin, die in einer mittelgroßen Stadt in Guinea lebte. Ihre Mutter konnte sie vor der Beschneidung schützen. Nach der Schule sollte sie Frau eines älteren Mannes werden. Sie weigerte sich, floh und wurde mit Gewalt zurückgeholt. Nach der Zwangshochzeit sah ihr Ehemann, dass sie nicht beschnitten war und lehnte sie ab. Nun drohte ihr die Beschneidung. Als sie sich weigerte, wurde sie halbtot geschlagen und musste ins Krankenhaus gebracht werden, wo sie während ihrer Bewusstlosigkeit beschnitten wurde. Nach 14 Tagen gelang ihr die Flucht nach Deutschland.

Schwerpunkt 2: “FGC in Nahost”

Als Expertin gab Shapal Hasan Ramadhan, nordirakische Aktivistin und Gründerin von „Rebxrawa Afretan“, einer Vereinigung für Frauen in Dohuk, Auskunft über Mädchenbeschneidung in kurdischen Gebieten des Nordiraks, wobei auch im Südirak beschnitten würde. Die Zahlen im mittleren Irak sind am niedrigsten. In den Nachbarländern Iran, Syrien und der Türkei gibt es ebenfalls Mädchenbeschneidung, allerdings in geringerem Ausmaße.

07.12.2016

Schwerpunkt: “Wie organisieren wir Weiterbildung?”

Günter Haverkamp stellte das vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter finanzierte Bildungsportal KUTAIRI vor. Zentral ist die 20 Minuten Tour, die auf die unterschiedlichen Berufsbereiche Flüchtlinge, Erziehung, Medizin und Verwaltung angepasst ist. Die 20 Minuten Tour ist so angelegt, dass Menschen leicht an das Thema Mädchenbeschneidung herangeführt werden. Alle notwendigen Grundinformationen werden zur Wissensgenerierung angeboten und können jeweils auf die Zielgruppe zugeschnitten vertieft werden.

31.08.2016

Schwerpunkt: “Schmerz und Schmerzempfinden bei Säuglingen und Kindern und die Auswirkung auf das spätere Leben”

Prof. Dr. med. Boris Zernikow, Lehrstuhlinhaber und Chefarzt des Lehrstuhls für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln, gab uns einen Einblick in die Arbeit des deutschen Kinderschmerzzentrum in Datteln, eines der größten Zentren weltweit zur Therapie chronischer Schmerzstörungen. Bei Schmerzen spielt der Faktor Dauer eine wichtige Rolle. Unterschieden wird zwischen einem akuten und einem chronischen Schmerz. Nicht nur die eine Schmerzerfahrung bei der Beschneidung ist wichtig, sondern auch nachfolgende Schmerzerfahrungen, da diese ebenfalls vom Gehirn erlernt werden. (Foto siehe oben)

08.06.2016

Schwerpunkt: “Möglichkeiten der Stabilisierung bei traumatisierten Flüchtlinge”

Dr. Ulrike Bowi, leitende Psychologin der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am LVR-Klinikum Düsseldorf.

wo eine ambulante Sprechstunde für unbegleitete weibliche Flüchtlinge entstanden ist. Sie sprach über Möglichkeiten, mit traumatisierten Jugendlichen umgegangen werden kann und stellte Methoden vor: Die Schatzkiste, die Tresorübung, die 54321 Übung, die Regler Übung und der Notfallkoffer.

02.03.2016

Schwerpunkt: “Traumafolgestörungen und ihre Behandlung”

Dr. med. Barbara Klocker, Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie referierte über das Thema „Traumafolgestörungen und ihre Behandlung“. Stationen ihres Vortrags: „Entwicklung der Psychotraumatologie“, „Was ist ein Trauma?“,  „Traumafolgestörungen“,  „Neurobiologie und Furchtnetzwerk“, „Psychotherapie und darin die Erläuterung der Methoden EMDR und NET“,  „Versorgungsproblematik bei traumatisierten Flüchtlingen“. Kultursensible Psychotherapie gestalte sich schwierig u.a. weil die gängigen Therapieverfahren aus dem westlichen Kulturkreis heraus entwickelt wurden.

08.12.2015

Schwerpunkt: Weiterführung des Themas “Fortbildung”.

Ausgehend vom letzten Runden Tisch hat FRIEDENSBAND ein Projekt entwickelt, wie Fortbildung durch ein Bildungsportal möglich wäre. Die einzelnen Ideen wurden vorgestellt und intensiv diskutiert.

21.10.2015 Sondertreffen:

Schwerpunkt: Viele Flüchtlinge auch aus Prävalenzländern – wie müssen wir reagieren?

Mit der stark gestiegenen Anzahl von Flüchtlingen kommen auch viele Frauen aus Prävalenzländern zu uns. In allen Bereichen nehmen neu eingestellte Menschen ihren Dienst auf, um den vielen Flüchtlingen zu helfen. Ob in Flüchtlingsunterkünften oder in Beratungsstellen, in Schulen, KiTas und Freizeiteinrichtungen sind viele Menschen nun tätig, die in Bezug auf Mädchenbeschneidung kein Vorwissen mitbringen. Sie werden daher, wenn sie mit betroffenen Frauen und Mädchen zu tun haben, die Signale nicht zu deuten wissen und möglicherweise falsch reagieren.

02.09.2015

Schwerpunkt 1: “Rekonstruktion”

Dr. Dan Mon O’dey, plastischer Chirurg im Louisenhospital Aachen erläuterte mit einem Film seine Rekonstruktionstechnik der äußeren weiblichen Genitale. Rückmeldungen, von Dr. Zerm bestätigt, zeigen, dass Frauen sich nach einer Rekonstruktion wieder als „Frau“ fühlen. Sie empfinden sich wieder schön und beginnen ein neues Leben. Dr. O‘dey stellt uns eine Studie vor, in der 47 Frauen 3 Monate nach der Rekonstruktion befragt wurden, inwieweit die Rekonstruktion eine Steigerung der Lebensqualität auf einer Skala von 0-10 ausmacht. 35 Frauen gaben eine 10 an, 11 Frauen eine 8 und eine Frau gab eine 6 auf der Skala an.

Schwerpunkt 2: Psychische Folgen / Traumata der Mädchenbeschneidung

Dr. Jaroslav Malevani Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in den LVR Kliniken Düsseldorf und vertiefte seinen ersten Vortrag. Er versichert, dass alle Menschen unabhängig von Gesundheitskarte oder Aufenthaltsstatus in den LVR Kliniken aufgenommen werden. Die Kostenträger können in den meisten Fällen ermittelt werden, ansonsten übernimmt das Sozialamt die Kosten. Es werden keine Patienten abgewiesen.

24.06.2015

Schwerpunkt: “Psychische Folgen / Traumata der Mädchenbeschneidung”

Dr. Jaroslav Malevani ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in den LVR Kliniken Düsseldorf. In seiner langjährigen Arbeit als Facharzt kam er kein einziges Mal in Kontakt mit dem Thema Mädchenbeschneidung. Das Thema wird bei den Patienten nur angesprochen, wenn die Symptomatik mit einer Beschneidung in Zusammenhang stehen könnte. Die Frauen, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind, haben grausame Erfahrungen auf ihrem Weg gemacht und teilweise Todesängste erlebt. Die Beschneidung ist daher scheinbar “nur” ein untergeordnetes Thema und wird nicht thematisiert.

 

 

 

04.03.2015

Schwerpunkt: “Starker Flüchtlingszustrom betroffener Frauen”

Die Sonderbeauftragte für geschlechtsspezifisch Verfolgte beim BAMF, Hildegard Volland ist im BAMF und erklärte Grundlegende Informationen über das aktuelle Asylverfahren, die Antragstellung, Anhörung und Entscheidung und über die Entscheider.

Intensive Gespräche

Bei unseren Treffen legen wir großen Wert auf eine freie Gesprächsführung, die zu einer intensiven Auseinadersetzung mit dem jeweiligen Thema führen soll. Dabei kommt es darauf an, dass alle unabhängig von Institution und Amt die Redezeit bekommen, die sie brauchen, um ihre Erfahrungen einzubringen.

03.12.2014

Schwerpunkt: Jugendamt

In ihrem Impulsreferat erklärte Kerstin Kiwitt, Bezirksstellenleiterin der Stadt Essen – Bereich Soziale Dienste, Stadt Mitte – wie sich die soziale, rechtliche und medizinische Versorgung betroffener Mädchen aus Sicht der Jugendämter gestaltet und welche Unterstützung notwendig ist. Das Treffen fand im Landtag statt.

 

27.08.2014

Schwerpunkt 1: Fortführung der Handlungsempfehlungen

Das ist viel Arbeit, die immer wieder abgestimmt werden muss.

Schwerpunkt 2: „Situation in Krankenhäusern“

Gemeinsame Arbeit an einem Konzept. Krankenhäuser sollen in Zukunft mit Informationen und Workshopangeboten angesprochen werden. Fachkräfte müssen für das Thema FGM sensibilisiert werden.

19.02.2014

Schwerpunktthema: „Was sollte die Politik tun?“

Handlungsempfehlungen des Runden Tisch NRW gegen Beschneidung von Mädchen an die Landesregierung und die Landtagsabgeordneten wurden besprochen und gemeinsam formuliert.

 

 

20.11.2013

Schwerpunkt „Was kann die Politik tun?“

Dieses Treffen diente der längst fälligen verstärkten Einbeziehung der Politik in den Runden Tisch.Es gelang, vier Landtagsabgeordnete, alle Mitglieder des Ausschusses für Frauen, Gleichstellung und Emanzipation einzuladen und einen regen Gedankenaustausch zu starten. Vorgeschlagen wurde, das Thema Mädchenbeschneidung in die Parteiprogramme und in die parteinahen Frauenorganisationen oder Arbeitskreise einzubringen. Angeregt wurde ebenfalls eine parteiübergreifende Resolution. Die Abgeordneten wünschten sich vom Runden Tisch NRW Handlungsempfehlungen, die unsere Forderungen an die Politik beinhalten.

03.07.2013

Schwerpunkt: Medizinische Versorgung von Flüchtlingen in NRW

Impulsreferat von Birgit Naujoks, Geschäftsführerin des Flüchtlingsrates NRW

Die Geschäftsführerin des Flüchtlingsrates NRW, Birgit Naujoks, erläuterte zunächst ihre Arbeit beim Flüchtlingsrat NRW und dessen Struktur. Sie erläuterte anhand einer Powerpoint-Präsentation, wie die medizinische Versorgung von Flüchtlingen (Papierlose eingeschlossen) funktioniert, welche rechtlichen Einschränkungen es gibt, welche Probleme dabei entstehen und welche Lösungsmodelle bereits bestehen.

13.03.2013

Schwerpunkt: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Die Referentin Maria Schäfer ist Leiterin des Referats 412 / Analyse islamischer Herkunftsländer. In ihrem Impulsreferat ging sie intensiv auf den Asylgrund für bedrohten Mädchen bzw. Opfer ein, den Einsatz von Dolmetschern mit guten Kenntnissen über Beschneidung, Seminare für Entscheider, die medizinische Untersuchung von Opfern und die Informationsbroschüren in verschiedenen Sprachen für Antragsstellerinnen aus den Prävalenzländern.

 

Die Broschüre

Eines unserer Highlightswird 2012 fertig: die Broschüre fertig, die nicht viele Worte macht. In sechs Sprachen werden minimalste Informationen geben. Den Raum nehmen große Bilder ein, die eindeutige Hinweise für Frauen geben, die mit komplizierten Texten nichts anfangen können.

05.12.2012

Schwerpunkt: Fortsetzung des Themas Neue Strategien gegen Beschneidung von Mädchen

Bericht der medizinischen Arbeitsgruppe, die sich erstmals am 20.11.2012 in der Ärztekammer Nordrhein – Bezirksstelle Düsseldorf traf. Dabei ging es um Rekonstruktion und die Kostenerstattung, die nun anhand eines konkreten Falls geprüft werden soll. Darüber hinaus ging es um die Schaffung einer ICD-Ziffer, die eine differenzierbare und zielgerichtete Prozedur nach sich ziehen sollte. Dr. Zerm wird für 2013 einen Antrag dafür schreiben.

„FGM im Umfeld von Religion.“ Joern-Erik Gutheil erklärte die Sicht der großen christlichen Kirchen. Jede Verstümmelung bzw. Beeinträchtigung des Menschseins aus politischen, religiösen oder kulturellen Gründen ist ein elementarer Verstoß gegen die Ebenbildlichkeit und die ihr innewohnende Menschenwürde.

 

13.07.2012

Schwerpunkt 1: Opferentschädigung – theoretische Grundlagen: Referent Harald Leuchter, Landschaftsverband Rheinland (LVR)

Als Referenten konnten wir Harald Leuchter, Landschaftsverband Rheinland (LVR) gewinnen. Es wurde bisher kein OEG-Antrag zu FGM gestellt, da auch noch keine Strafanzeige erstattet wurde. Grundsätzlich haben aber FGM-Betroffene Anspruch auf eine Entschädigung.

Schwerpunkt 2: Polizeilicher Opferschutz – Ziele, Struktur und Vernetzung auf Landesebene

Ute Willms, Landeskriminalamt NRW und Karin Kretzer, Polizeipräsidium Krefeld, KK Kriminalprävention/ Opferschutz erklärten, dass in allen 47 Kreispolizeibehörden des Landes NRW Opferschutzbeauftragte eingesetzt sind. Diese koordinieren die Netzwerkarbeit mit staatlichen und freien Trägern des Opferschutzes/der Opferhilfe und arbeiten eng mit der Versorgungsverwaltung zusammen. Sie sind Anlaufstelle für alle Fragen zum Thema Opferschutz und wirken bei der Durchführung von internen Informationsveranstaltungen zum Thema Opferschutz mit.

02.05.2012

Schwerpunkt: Neue Strategien gegen Mädchenbeschneidung

Thomas Kröll, selbstständiger Dipl. Supervisor, Dipl. Sozialarbeiter und Dipl. Verwaltungsmanager, leitete diesen Teil des Treffens. Nach fünf Jahren Runder Tisch NRW wollten wir uns auf die Suche nach neuen Strategien gegen Mädchenbeschneidung begeben. Die TeilnehmerInnen des Runden Tisches NRW schrieben ihre Ideen und Vorstellungen auf Moderationskarten, die durch eine Arbeitsgruppe (Dr. Krömer, Günter Haverkamp und Jessica Wilk) einige Tage später ausgewertet wurde.

25.01.2012

Schwerpunkt: FGM und das Gesundheitssystem

Impulsreferat von Bärbel Brünger, Referentin für Grundsatzfragen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Verband der Ersatzkassen e.V. NRW (vdek). Eine besondere Problematik ist die Finanzierung einer Wiederherstellungs-OP. Die Leistungsvoraussetzungen sehen vor, dass die Körperfunktion beeinträchtigt ist und dass die Funktionsfähigkeit durch die OP wiederhergestellt ist. Dies muss jedoch durch entsprechende Studien nachgewiesen sein und Studien bzw. Evaluationen sind schwierig (geringe Zahl / Auskunftsbereitschaft fraglich). Aus der intensiven Diskussion mit vielen erschütternden Beispielen nach Frau Brüngers mit, dass dieses Problem gelöst werden muss. Sie bat um ein halbes Jahr Geduld.

 

19.10.2011

Schwerpunkt: Mädchenbeschneidung in Kurdistan

Die Rechtsanwältin Gülsen Celebi stellte den TeilnehmerInnen Informationen der Organisation WADI e.V. vor. Erst sehr spät wurden Informationen über die Verbreitung von Mädchenbeschneidung im kurdischen Teil des Iraks bekannt. Wadi ermittelte eine durchschnittliche Prävalenzrate von 72,7%. Trotz der kritischen Nachfragen aus dem Plenum, was die Studie betrifft, wird die Tatsache, dass in beschriebenen Teil Mädchenbeschneidung stattfindet nicht in Zweifel gestellt.

13.07.2011

Schwerpunkt: Aufenthaltsrechtliche Grundlagen

Impulsreferat von Felix Helmbrecht, Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht Düsseldorf und Neue Richtervereinigung, NRV

Das deutsche Ausländerrecht ist hinsichtlich des Schutzes ausländischer Flüchtlinge geprägt von der Aufspaltung in zwei Kompetenzbereiche. Für die Feststellung, ob ein Flüchtling schutzbedürftig ist, ist der Bund zuständig, der diese Aufgabe dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BaMF) übertragen hat. In gut verständlicher Form entwickelte Felix Helmbrecht die komplexe Materie für die TeilnehmerInnen und beantwortete anschließend die vielen Fragen. Dabei spielte der Dolmetscher eine wichtige Rolle. Es sei nicht die Aufgabe von Dolmetschern, als „Kulturmittler“ zwischen der Klägerin und dem Gericht zu fungieren und etwa Angaben zu interpretieren oder zu erklären. Hier muss das Gericht gegebenenfalls Sachverständige hinzuziehen.

 

06.04.2011

Schwerpunkt 1: Gesteigertes Vorbringen im Asylbereich

Impulsreferat von Rechtsanwalt Michael Heim, Düsseldorf: Gesteigertes Vorbringen im AsylbereichIn seinem Impulsreferat gab uns Rechtsanwalt Michael Heim, Düsseldorf eine detaillierte Beschreibung dieses wichtigen Bereichs. Die Sonderbeauftragte für geschlechtsspezifisch verfolgte Frauen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ergänzt, dass wenn bereits eine Beschneidung stattgefunden hat, eine Wiederholungsgefahr möglich angenommen werden kann. Diese sollte möglichst glaubhaft vorgetragen werden. Anderseits geht das Bundesamt auch davon aus, dass eine Vorverfolgung stattgefunden hat.

Schwerpunkt 2: Wiederherstellung nach Genitalbeschneidung

Das Impulsreferat von Dr. med. Dan mon O´Dey, FEBOPRAS Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie, Oberarzt, Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie Universitätsklinikum Aachen, RWTH wurde mit Spannung erwartet. Durch die breite Berichterstattung über die Telefonberatung hatte er in seiner Tageszeitung vom Runden Tisch NRW erfahren und sich gemeldet, um seine in vielen Jahren Forschungsarbeit erworbene Technik, durch Krebs an den Genitalien schwer geschädigten Frauen eine Wiederherstellung zu ermöglichen, einzubringen. Damit hat er die fortschrittlichste Technik entwickelt, die zurzeit in Europa zur Anwendung kommt und will diese den beschnittenen Frauen zur Verfügung stellen.

 

07.01.2011

Landespressekonferenz: Telefonberatung KUTAIRI startet

Es ist eine der wichtigsten Fragen, mit denen sich der Runde Tisch NRW immer wieder auseinandergesetzt hat: Wie können wir ein niederschwelliges Beratungsangebot für die betroffenen Frauen und Mädchen, aber auch für die Angehörigen schaffen? Eine Idee hat sich daraus geformt und wurde von FRIEDENSBAND zum Konzept einer Telefonberatung entwickelt. Zweimal in der Woche wird an sechs Telefonen in sechs Sprachen – Kisuaheli, Somali, Arabisch, Französisch, Englisch und Deutsch beraten. In einer Landespressekonferenz zusammen mit Ministerin Barbara Steffens wurde das Konzept den Landeskorrespondenten vorgestellt.

 

01.12.2010

Schwerpunkt: Ärztliche Schweigepflicht

Inputreferat von Assessorin Dorothee Quick, Referentin in der Rechtsabteilung der Ärztekammer Nordrhein.

Im Falle eines konkreten Verdachts auf eine bevorstehende Beschneidung und eine gegenwärtige Gefahr gemäß § 34 StGB, kann der Arzt von der Verschwiegenheitsverpflichtung zurücktreten und das Jugendamt oder die Polizeibehörde benachrichtigen. Allerdings dürfen nicht nur Vermutungen gestellt, es muss unmittelbar eine gegenwärtige Gefahr bestehen. Der Arzt ist jedoch nicht verpflichtet die Beschneidung zu melden, sondern nur berechtigt die Information weiterzuleiten.

22.9.2010

Schwerpunkt: Irreführende Anzeichen

Erstes Beispiel: Es gibt einen sogenannten Mongolenfleck, den viele Kinder zum Beispiel aus der Türkei und aus Asien haben, der oft für einen blauen Fleck gehalten wird und befürchtet wird, dass das Kinder geschlagen worden ist. Aber das ist in Wirklichkeit das typische Hautkolorit, das sich im Laufe der Grundschulzeit wieder verliert. Ein anderes Beispiel: Ein vietnamesisches Kind hatte ganz viele rote Striemen auf dem Rücken – es sah aus wie wenn es fürchterlich misshandelt worden wäre. Aber der Vater hatte nur die chinesische Heilmedizin genutzt, heißes Öl, das überhaupt nicht weh tut. Es ist also wichtig, mehr über solche Dinge zu wissen, um nicht falsche Schlüsse zu ziehen.

30.06.2010

Schwerpunkt: Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche

Dazu hatten die Vertreterin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte und der Vertreter der Psychotherapeutenkammer NRW eine Arbeitsgruppe gebildet und ein „Positionspapier zum Beitrag für Prävention und Erkennung von FGM durch medizinische Vorsorgeuntersuchung“ erstellt. Können die Vorsorgeuntersuchungen auch für die Prävention und Aufdeckung von weiblicher Genitalbeschneidung genutzt werden? Es müssten Voraussetzungen erfüllt werden, die bisher nicht erfüllt sind. Im Positionspapier werden sechs Mindestvoraussetzungen benannt, die intensiv diskutiert wurden.

03.03.2010

Schwerpunkt: Strafrechtliche Folgen weiblicher Genitalbeschneidung (§§ 226 + 228 StGB)

Ausführlicher Impulsvortrag von Dirk Wüstenberg, Rechtsanwalt Offenbach zum aktuellen Stand der Gesetzesinitiative zum Strafrecht, danach Dialog mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Folgerungen/Konsequenzen für den „Runden Tisch NRW“ – Was kann RT NRW tun?

09.12.2009

Schwerpunkt: Grundlegende Kenntnisse zu weiblicher Genitalbeschneidung

Intensiver Impulsvortrag des Frauenarztes Dr. Christoph Zerm. Er informierte über die grundlegenden Kenntnisse zu weiblicher Genitalbeschneidung und brachte die Anwesenden auf den gleichen Wissensstand. Der Vortrag eignet sich gut als Einstieg bei einem kommunalen „Runden Tisch“.

19.08.2009

Schwerpunkt: Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche

Die Vorsorgeuntersuchungen werden deutschlandweit durchgeführt, sind aber nicht verpflichtend. In Nordrhein-Westfalen gibt es drei Kreise, in denen sie verpflichtend sind. Einer davon ist der Kreis Mettmann. Wenn ein Kind zur Vorsorgeuntersuchung erschienen ist, schreibt die Kinderärztin in derselben Woche eine Bestätigung an das Gesundheitsamt, dass das Kind da war. Andernfalls meldet sich das Amt bei der Familie. Bei den kleinen Kindern kommen 90 Prozent, bei den 12-Jährigen landesweit 15 Prozent. In Mettmann liegt die Akzeptanz bei über 50 Prozent, weil das Gesundheitsamt die Untersuchungen unterstützt und die Jugendlichen anschreibt. Die 12-jährigen Mädchen sind über die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs zu erreichen.

05.05.2009

Schwerpunkt: Wünsche der Communities an den „Runden Tisch NRW“

Um einen Zugang zur Zielgruppe Communities zu erreichen, ist eine dauerhafte, nachhaltige Arbeit notwendig. Denkbar wäre ein Workshop für Vereine, die zu Ländern arbeiten, die eine hohe Beschneidungszahl. Das Problem ist aber, dass weibliche Genitalbeschneidung auch in den Communities ein Tabu-Thema ist. Zu Veranstaltungen kommen meist nur bereits engagierte Menschen. Betroffene kommen nicht, weil sie Angst haben, dass andere (aus den Communities) dann erfahren, dass sie betroffen sind. Deshalb würden sie manchmal lieber mit Vertrauenspersonen wie ÄrztInnen, RechtsanwältInnen und PsychologInnen sprechen. Besonders schwierig ist es bei Betroffenen ohne Papiere: Sie können sich nicht outen.

06.02.2009

Fachtagung „Nein zu Beschneidung von Mädchen“ im Landtag NRW

Eröffnet wurde die Fachtagung mit der Ausstellung „Sie versprachen mir ein herrliches Fest“ von TERRE DES FEMMES in der Wandelhalle durch Oliver Keymis, Vizepräsident des Landtages und Günter Haverkamp, FRIEDENSBAND.

In drei Workshops (“Recht” – Rechtsanwältin Regina Kalthegener, TERRE DES FEMMES, “Gesundheit” – Frauenarzt Dr. Christoph Zerm, “Communities” – Ibrahim Guèye, Afrikanischer Dachverband NRW und Jawahir Cumar, stop mutilation) wurde intensiv gearbeitet, um das Wissen anschließend im Plenum zusammenzuführen und daraus resultierende Forderungen zu stellen.

Dokumentation Fachttagung im Landtag NRW 2009

Landespressekonferenz

Zuvor konnten Jawahir Cumar, stop mutilation, Dr. Christoph Zerm, Frauenarzt / FIDE und Günter Haverkamp, FRIEDENSBAND in der Landespressekonferenz im Landtag NRW den Landeskorrespondenten das Thema und die Veranstaltung vorstellen. Gleichzeitig wurde mit der Dokumentation 2 Jahre Runder Tisch dessen Arbeit vorgestellt.

Dokumentation 2 Jahre Runder Tisch NRW

10.12.2008

Schwerpunkt: Schule

Im Schulbereich ist zu trennen zwischen Information und Aufklärung im Unterricht einerseits und Prävention andererseits. Im Unterricht wird das Thema Mädchenbeschneidung selten behandelt, da eine Einbindung in den Lehrplan schwierig ist. Für SchülerInnen ist es jedoch wichtig zu wissen, dass es Mädchenbeschneidung gibt und was sie für die Betroffenen bedeutet. Dabei geht es um Sensibilisierung und Bewusstsein in einer globalisierten Welt und um den Aspekt des eigenes Körpergefühl und der körperlichen Unversehrtheit (Schönheitsoperationen, Piercings und Tattoos). Die Ansprache von Schulen ist schwierig, hier helfen nur persönliche Kontakte weiter.

27.08.2008

Schwerpunkt: Prävention gefährdeter Mädchen – Berufsgruppe der Erzieherinnen und Erzieher

Wir haben im Rahmen des „Runden Tisches Kerpen“ eine Informationsveranstaltung für Erzieherinnen zum Thema weibliche Genitalbeschneidung gegeben. Daran nahmen 22 Erzieherinnen teil. Viele berichteten von Anhaltspunkten in ihren pädagogischen Einrichtungen, blieben aber am Ende des Workshops hilflos zurück, weil sie keine Angebote für eine sprachliche und kulturelle Begleitung hätten. Die Stadt will dafür sorgen. Das scheint aber ein allgemeines Problem zu sein. Die Fortbildung von ErzieherInnen und GrundschullehrerInnen soll forciert werden.

28.05.2008

Schwerpunkt: Psychologische Betreuung der Betroffenen

Monika Konitzer, Präsidentin der Psychotherapeutenkammer NRW und niedergelassene Psychologin, berichtete, dass ihr das Thema genitale Beschneidung als Therapieanlass nicht bekannt ist. Ein Artikel in einer Fachzeitschrift setzt sich grundsätzlich damit auseinander. Es fehlen Daten. Die Folgen weiblicher Beschneidung fallen aus dem sonstigen Traumabegriff heraus. Ein Problem könnte sein, dass Psychotherapien über das Krankenkassensystem laufen. Voraussetzung ist, sich der eigenen Kultur und dem Verhaftetsein der Psyche darin bewusst zu sein. Dann kann es zum interkulturellen Austausch kommen. Ein Problem ist, dass die Therapeutinnen und Therapeuten nicht die Sprache der Klientinnen sprechen. In der eigenen Muttersprache zu sprechen kann aber im therapeutischen Prozess wichtig sein.

27.02.2008

Schwerpunkt: Betroffenenversorgung

Der Hebammenverband wünscht eine stärkere Zusammenarbeit mit niedergelassenen GynäkologInnen. In Nordrhein-Westfalen sind 80 Familien-Hebammen interkulturell ausgebildet. Mädchen und Frauen, die unter das Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) fallen, sind nur eingeschränkt krankenversichert. Wenn es um eine lebensgefährliche Situation oder die Gesundheit des Kindes geht (körperliche Unversehrtheit, Intaktheit), werden die Kosten übernommen. Die Abrechnung erfolgt nicht über die Ärztekammer, sondern das Asylbewerberleistungsgesetz. In diesen Fällen dürfte fast immer die AOK die Krankenkasse sein. Häufig haben betroffene Frauen psychische Probleme. Das heißt, sie brauchen auch eine psychotherapeutische Behandlung. Schwierig dabei ist, dass sie oft kein oder nur wenig Deutsch sprechen.

14.11.2007

Schwerpunkt: In Krankenhäusern sind zu wenig detaillierte Kenntnisse vorhanden, so dass gefährliche Situationen entstehen. Was können wir tun?

Es ist offensichtlich schwierig, das medizinische Personal zu erreichen und zu informieren. Das Gleiche bei  niedergelassenen ÄrztInnen VertreterInnen afrikanischer Organisationen berichteten über die würdelose Behandlung von Migrantinnen und forderten Respekt. Andererseits würden Fortbildungen nur selten von ÄrztInnen angenommen, selbst wenn sie zertifiziert waren. Es reicht nicht, wenn Medizinerinnen und Mediziner lediglich grobe Kenntnisse vermittelt bekommen. Selbst für Fachärzte ist es schwierig, Typ I und Typ II der Beschneidung zu erkennen.

15.08.2007

Schwerpunkt: Zukunft des Runden Tisches NRW

Das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration bietet dem Runden Tisch NRW an, künftig im Ministerium Raum und Bewirtung zur Verfügung zu stellen.

Uns beschäftigte, dass die Konferenz der Gleichstellungsministerien der Länder einen Auftrag an die Bundesregierung erteilt, eine Untersuchung in Auftrag zu geben, die das Ausmaß der Betroffenheit oder Bedrohung von Mädchen und Frauen durch rituelle genitale Verstümmelung erhebt und untersucht, welche Maßnahmen zur Prävention und dem Schutz von Mädchen hierzu in Deutschland erforderlich sind, und dafür Sorge zu tragen, dass Ärztinnen und Ärzten in Deutschland im Rahmen der medizinischen Aus-, Fort- und Weiterbildung regelmäßig auch Kenntnisse über Genitalverstümmelung, die Strafbarkeit solcher Handlungen in Deutschland sowie die rechtlichen Möglichkeiten zum Schutz von bedrohten Mädchen vermittelt werden.

29.05.2007

Schwerpunkt: Wie können wir einen Zugang zu den betroffenen Frauen finden?

Eine zentrale Frage ist, wie wir einen Zugang zu den betroffenen Frauen finden können. Dabei brauchen wir eine Ansprache für unterschiedliche Zielgruppen: für Frauen, die wissen, dass sie beschnitten sind, für Frauen, die das nicht wissen, und für ihre Männer. Frauen, die von ihrer eigenen Beschneidung nichts wissen, könnten über Ärztinnen und anderes Fachpersonal angesprochen werden. Der zweite wichtige Schritt ist dann, dass es auch Stellen gibt, an die sich die Frauen wenden können. Pro Familia und Arbeiterwohlfahrt haben hierbei ihre Unterstützung signalisiert. Voraussetzung sind eine Sensibilisierung der Mitarbeiterinnen, die Einbindung von Frauen bzw. Fachkräften aus den entsprechenden Ländern und geeignete Materialien. Stichwort: interkulturelle Öffnung der Regeldienste.

06.02.2007

Gründung des Runden Tisches NRW gegen Beschneidung von Mädchen bei InWEnt Düsseldorf

Grußwort durch Thomas Kufen, Integrationsbeauftragter des Landes Nordrhein-Westfalen. Berichte aus ganz NRW machten die Notwendigkeit deutlich, gemeinsam mit allen Akteuren dafür zu sorgen, dass die Situation der Mädchen und Frauen verbessert und ihre Umgebung sensibilisiert wird. Dem Bereich Gesundheit will der Runde Tisch NRW besondere Priorität widmen. Eine zentrale Frage ist, wie wir einen Zugang zu den betroffenen Frauen finden können. Dabei brauchen wir eine Ansprache für unterschiedliche Zielgruppen: für Frauen, die wissen, dass sie beschnitten sind, für Frauen, die das nicht wissen, und für ihre Männer. Frauen, die von ihrer eigenen Beschneidung nichts wissen, könnten über Ärztinnen und anderes Fachpersonal angesprochen werden.

Berichte aus ganz NRW machten die Notwendigkeit deutlich, gemeinsam mit allen Akteuren dafür zu sorgen, dass die Situation der Mädchen und Frauen verbessert und ihre Umgebung sensibilisiert wird. Dem Bereich Gesundheit will der Runde Tisch NRW besondere Priorität widmen. Eine zentrale Frage ist, wie wir einen Zugang zu den betroffenen Frauen finden können. Dabei brauchen wir eine Ansprache für unterschiedliche Zielgruppen: für Frauen, die wissen, dass sie beschnitten sind, für Frauen, die das nicht wissen, und für ihre Männer. Frauen, die von ihrer eigenen Beschneidung nichts wissen, könnten über Ärztinnen und anderes Fachpersonal angesprochen werden.

Bedarfsabfrage zur Gründung des Runden Tisches NRW

Einladung zur Gründungsveranstaltung

Fragebogen für den Aufbau einer Ärzteliste

Presseerklärung zur Gründung des Runden Tisches NRW

Fachtagung der Initiative „Nein zu Beschneidung von Mädchen“

2006 fand in Bonn die Fachtagung der Initiative „Nein zu Beschneidung von Mädchen“ unter dem Titel “Wie können wir Mädchen vor Beschneidung schützen?” im Spiegelsaal von InWEnt Bonn statt. Beschluss: Fortsetzung der Initiative “Nein zu Beschneidung von Mädchen” für die Jahre 2006 – 2008. Schirmfrau war weiterhin Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul. Konzept der Runden Tisch wurde von der Initiative übernommen und getragen. Erste Runde Tische in Kerpen und Köln entstanden unter Leitung von FRIEDENSBAND.

Informationsveranstaltung Mädchenbeschneidung

2004 lud FRIEDENSBAND zu einer Informationsveranstaltung nach Bonn ein. ReferentInnen: Jawahir Cumar, stop mutilation, Dr. Christoph Zerm, Gynäkologe und Gritt Richter von TERRE DES FEMMES. Julitta Münch, WDR, moderierte. Ergebnis: Gründung der Initiative “Nein zu Beschneidung von Mädchen” und gemeinsame Entwicklung einer Ärzteliste.

 

Themenforum Mädchenbeschneidung

Am 11.12.2003 lud FRIEDENSBAND gemeinsam mit stop mutilation e.V. zum Themenforum Mädchenbeschneidung bei InWEnt nach Düsseldorf ein. wo die Grundidee für eine Vernetzung entstand. Die somalischen Frauen haben uns gebeten, eine Liste mit ÄrztInnen zu erstellen, die als AnsprechpartnerInnen für genital verstümmelte Frauen zur Verfügung stehen.